Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

immerzu, adv.

immerzu, adv.
das durch zu verstärkte immer, bis auf heute noch oft getrennt gesetzt; sonst auch zu bloszem immerz verkürzt: lieben hern, es will jmertz mangel an brot im leger sein, desshalb e. f. w. in solchem sovil muglich fürsehung thun, das dem leger prot zugefürt wird. Schertlin br. 170; selbst immez immer Schm. 1, 76 Fromm. (aus Nürnberg).
1)
es bedeutet immer weiter, fort und fort, in bezug auf eine gegenwärtige, oder in die zukunft reichende thätigkeit: immerzu, subinde, idemtidem, crebro Steinbach 2, 1123; beleib im streit und fach ymerzuͦ wider an. Keisersb. pred. teutsch (1510) 116ᵇ; der welt nach leben da ist weder ruͦw noch raste, sunder ymerzuͦ angst und not. 74ᵃ; die magd redt jmmerzu spötlich. H. Sachs 1, 477ᵇ; die ritter und edlen, die dem hoffleben umb müsziggangs willen nachziehen, werden immerzu in unmusz und unruh sein. Zinkgref apophth. 1, 8; lieber alter, sage mir doch, von wem hat der junge krebs das kriechen gelernet? es folget immerzu einer dem andern nach. Schuppius 784; und sihet und findet man immerzu thorheit. ebenda; immerzu einen ansehen, aliquem subinde intueri. Steinbach 1, 1123; er fragt immerzu, idemtidem quaerit. ebenda; einem immerzu briefe zu schicken, alicui crebro litteras mittere. ebenda;
doch dein befehl, an dem ich mich ergetze,
fällt immer zu mir unvergessen ein.
Opitz psalmen s. 236;
ob nun gleich ein goldnes tuch kan den esel decken,
siht man ihn doch immer zu noch die ohren recken.
Logau 2, 152, 62;
adel, den die kunst gebieret, hat gemeinlich diesen mut,
dasz er mehr für geld als ehre, immerzu das seine thut.
3, 101, 11;
wie thöricht wer sich will an éinen menschen binden,
man kan noch immerzu desselben gleichen finden.
Abschatz verm. ged. 169.
in bezug auf einen aus der vergangenheit in die gegenwart reichenden zustand: gleichwol aber ist die pure einfalt, gegen andern menschen zu rechnen, noch immerzu bei mir verblieben. Simpl. 1, 36 Kurz; auf die vergangenheit bezüglich: er hatte seiner gemahlinn ein ansehnliches vermögen mit spielen und lüderlicher gesellschaft verschwendet, und sich dennoch immerzu des namens eines redlichen gemahls und zärtlichen vaters angemaszt. Rabener sat. 4, 57; ich versprach was sie begehrte, ich hätte zu und immer zu versprochen. Göthe 23, 85.
2)
immerzu, als ausruf, wie frisch dran! vorwärts! gewöhnlicher aber getrennt geschrieben: immer zu! als zuruf, perge, pergite! Scheller deutsch-lat. handlex. (1796) 785;
immer zu! immer zu!
ohne rast und ruh!
Göthe 1, 93.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2078, Z. 44.

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Zitationshilfe
„immerzu“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/immerzu>, abgerufen am 03.08.2020.

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