Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ingeweide, n.

ingeweide, n.
viscera, intestina, exta. Dief. 623ᵃ. 305ᵇ. 219ᵃ; die yngweid (plur.), intestina Maaler 510ᶜ; nach der mhd. form ingeweide, die erst spät unserm heute allgemeinen eingeweide gewichen ist (vgl. th. 3 sp. 189 f.): sein (des wasserpferdes) ingwaid ist als ains rehten pfärds ingewaid. Megenberg 237, 3; also er wolte sine notdurft tuͦn, do scheis er sin ingeweide mit dem bohte (kote) herus. d. städtechr. 8, 369, 3; falken habendt ain anfogel (ente) aufgeschlagen, das leber und ingebaidt heraus ist gefallen. kaiser Max I geh. jagdb. 46; derwegen wir denselbigen Martinus und alle seine anhengige, halter und günstige, durch das ingeweide der barmherzigkeit unsers gottes, und durch die besprengung des bluts unsers herrn Jhesu Christi, aus ganzem herzen erinnern. Luther 1, 260ᵇ; als wenn die mutter ir kind sihet not leiden, da sich bewegt alles ingeweid und das herz im leibe. 2, 359ᵃ (in der bibel immer die form eingeweide); etliche hatten grausam- und jämmerlicher weise das ingeweid heraus, und andern war der kopf zerschmettert. Simpl. 1, 218 Kurz; jene desz bauchs und ingeweids leibeigne. Schuppius 752;
ja der keiser (Otto) ist schon gstorbn fürwar ..
herzog Heinerich ausz Bayrn hat
ausz seiner fürstlichen räthen raht
sein ingweidt zu Augspurg begrabn.
J. Ayrer 101ᶜ (512, 2 Keller).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2115, Z. 80.

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Zitationshilfe
„ingeweide“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ingeweide>, abgerufen am 11.08.2020.

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