Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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einkommen

einkommen,
mhd. în komen, nnl. inkomen, schw. inkomma, dän. indkomme, abweichend vom lat. invenire, dessen transitivbedeutung mehr an unser bekommen oder einbekommen reicht.
1)
intrare, einziehen: und die sonne war aufgegangen auf erden, da Lot gen Zoar einkam. 1 Mos. 19, 23; die stedte, da wir ein komen sollen. 5 Mos. 1, 22; da sie zu Bethlehem einkamen, reget sich die ganze stad uber inen. Ruth 1, 19; das gesetz aber ist neben ein komen, παρεισῆλθεν. Röm. 5, 20; er (der teufel) sahe mein herz wol, da ich zu Wormbs einkam, das, wenn ich hette gewust, das so viel teufel auf mich gehalten hetten, als ziegel auf den dächern sind, were ich dennoch mitten unter sie gesprungen mit freuden. Luther 2, 79ᵃ. br. 2, 139; es ward dem bawren verdrieszen, dasz er mit dem hew nit einkommen konnte. Frey garteng. 35; in diesem sommer wird von wegen der sonne trucken einkommen (trockenheit eintreten). Fischart groszm. 30; wenn ihr in die stadt Schiras einkommen wollet, ihr vorher allen staub, den ihr auf der reise gesammlet habt, abwischet. pers. baumg. 9, 11;
Varillus ist das jahr, sein will ist immer rund,
dasz morgen winter stehet, wo heute sommer stund.
nur wann ein schaltjahr ist, kümmt warheit wo mit ein,
sonst wil ein jede stund ein eigne lüge sein.
Logau 2, 76, 88;
weil der welterlöser drinnen (zu weihnachten) in die welt ist kummen ein.
3, 73, 92;
wer ein fremdes land kümt ein.
3, 171, 96;
als Conrad der dritte ... in die stadt eingekommen war. J. E. Schlegel 4, 305; will nu ausreiten. meld er sich, wenn ich einkomme. Siegfr. v. Lind. 1, 222. heute hereinkommen, wiederkommen, ankommen, einziehen.
2)
einkommen eingehen, einlaufen in die casse, in die sammlung: es kommt viel geld ein, zinsen sind eingekommen, alte schulden kommen ein, briefe kommen ein, oder unpersönlich: es kommt noch viel ein, kommt nichts ein. auch in einigen ähnlichen fällen: es kommt die nachricht ein; die meldung, botschaft kam ein; endlich kam doch auch einmal etwas frohes von dort ein. Heynes br. an Joh. Müller 105; der ist wol einkommen feliciter maritatus est. Denzler 88ᵇ, wie wir sagen: die ist wol angekommen; mit einer bitte, klage, beschwerde einkommen. bemerkenswerth scheint folgende wortfügung: ich rat aber, das man der cardinal weniger mache, oder lasz sie den bapst von seinem gute neren, ir were übrig gnug an 12 und ein iglicher hette des jars tausent gulden einzukomen. Luther 1, 294ᵃ, d. i. einzunehmen oder die bei ihm einkommen würden. s. einkommen n. gerade so Rollenhagen:
das pfäflein faszt wider ein mut,
beklagt sich doch seiner armut,
weil er wenig hett einzukommen
und sein junkherr das best genommen.
froschm. J 3ᵇ.
3)
ganz veraltet ist einkommen mit dem gen. der sache im sinne von sich erholen: und wöllen sich bei den christen wider heilen und ihres schadens einkummen. Frank weltb. 151ᵇ; murreten on underlasz wider in, was inen mangelte, des wolten si an im einkummen. chronica 1531. 43ᵃ und öfter; des schadens bin ich einkommen, damnum mihi reparatum est.
4)
desto häufiger steht einkommen, wie einfallen, beikommen, mit dem dat. der person und ausgelasznem in den sinn, in die gedanken, in mentem venire, succurrere oder bei ausgedrücktem subst. für incidere, zustoszen:
weltverliebte klagen so, himmelbuhlern kümmet ein
jene zeit, da immer lenz, nimmer nie wird winter sein.
Logau 2, 95, 89;
mein herz, was kommt dir ein?
Günther 1054;
dem fremden, den ihr vorzieht, kams
nie ein, den fremden vorzuziehn.
Klopstock 2, 36;
in allen gesellschaften gibt er ungescheut vor, sie wären der einzige, der sich einkommen liesze, ihn in seinem rechte zu hindern. Rabener 3, 76;
was kömmt
mir denn auch ein, so kurz vor meinem abtritt
auf einmal ganz ein andrer sein zu wollen?
Lessing 2, 330;
dem helden in der kunst zu brellen
kams ein, was gibt der geiz nicht seinen sclaven ein!
von Frankreichs witzigen den witzigsten zu schnellen.
1, 32;
es scheint, die reue kommt ihm ein.
Göthe 7, 80;
wie sollte mir einkommen, dasz der mir seine dienste anbieten würde. 8, 91. 42, 116. 338; warum verfolgt ich nicht den gedanken, der mir mehr als einmal einkam. 14, 236; was kommt dir ein? 42, 191; nein, ein so gesuchter gedanke kann höchstens einem eiskalten commentator, nie aber dem Euripides eingekommen sein. Schiller 235ᵃ; sich den gedanken einkommen lassen. Kant 8, 56.
5)
zuweilen für niederkommen, in das kindbett, in die wochen kommen: die frau ist mit zwillingen eingekommen. Rädlein 1, 224ᵃ.
6)
bergmännisch für zusammenkommen, aneinander stoszen: die örter sind eingekommen, mit ortung eingekommen, d. i. mit den gegeneinander getriebnen örtern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 216, Z. 55.

einkommen, n.

einkommen, n.
reditus, quaestus, das was einkommt oder eingekommen ist: er hat jährlich ein groszes, ein geringes einkommen; wenn ir das einkomen vom lande eingebracht habt. 3 Mos. 23, 39; wie ein einkomen der scheunen und wie einkomen der kelter. 4 Mos. 18, 30; uber drei jar soltu aussondern alle zehenden deines einkomens. 5 Mos. 14, 18; neben dem einkomen des weinbergs. 22, 9; so wird er deinem samen, den du auf den acker geseet hast, regen geben und brot von des ackers einkomen und desselbigen volle genüge. Es. 30, 23; die edelleut mit der geistlichen zehend und pfründen oder vil mer mit deren einkummen und aufheben (vgl. th. 1 sp. 667) zu begaben. Frank weltb. 36ᵃ; Butschbach ist ein feine lüstige stadt und hat vier herrn, den landgrafen, beide herrn von Solms und den von Königstein, und ieder hat sechs tausent gülden daselbst inkummens. Alberus vom basilisken E 2ᵇ;
hat er tausend gulden ein jar
einkummens, es kleckt nit furwar.
H. Sachs III. 3, 71ᵇ,
in welchen beiden letzten stellen man den nachgesetzten gen. merke.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 217, Z. 64.

inkommen, n.

inkommen, n.
wie einkommen, vgl. theil 3, 217: vectigal, proprie zoll, vel nutzung, inkummens. Alb.; dieweil, wenn einer sein inkommen von der ausgabe abziehet, er nicht weiniger desselben grösze als das geld, von welchem er seine renten hebet, in betrachtung nimt; wiewol dieselben sehr ungewisse und veränderlich, die länder auch nicht allewege zu einerlei preise aufsteigen und ihre inkommen ja so weinig. Rist adel. hausvatter (1650) 180.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2121, Z. 35.

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Zitationshilfe
„inkommen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/inkommen>, abgerufen am 25.07.2021.

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