Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

inständig, adj. und adv.

inständig, adj. und adv.
beharrlich, gleichsam inne stehend, im gleichen zustande bestehend (vgl. oben instand); ahd. als adv. instendigo beständig, fortwährend: instendigo sih umbesehentin. Graff 6, 609 (aus Notker); nhd. instans ynstendig Dief. 301ᶜ, früher von allerhand fortgesetztem thun: nach so innständiger ungestimmigkeit (anhaltendem wüten des pöbels) heischet der Römer wasser. Opitz 3, 254; bair. das ist halt ä langweiligs wesn, däsz es so gar inständi wittert und rögnt. Schm. 2, 766 Fromm.; jetzt in der schriftsprache nur mit begriffen des bittens und flehens stehend, wo es aber erst seit dem 17. jahrh. nachzuweisen ist, die ältere sprache brauchte dafür tiefe (er bat got vil tiefe. Strickers Karl 294) und heftig. innständig bitten, etiam atque etiam petere Steinbach 2, 678; ich bitte sie inständig, madam. Lessing 2, 384; ich bitte sie inständigst, setzen sie sich einen augenblick an meine stelle. 12, 8; ich bitte nochmals inständig. 11; so bitte ich sie inständig, mir morgen mit dem frühesten zu schicken .. Schiller an Göthe 1, 217;
da man schon von ihm inständig hat begehrt
zu fliehen diesen krieg.
Opitz 1, 217;
dann sie inständig wolt,
dasz man ..
D. v. d. Werder Ariost 20, 54, 3;
inständiges gebet; mein inständiges bitten; das inständigste flehen half nichts;
in der musik liesz ich dich unterweisen
auf dein inständig flehen.
Uhland ged. 165.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2144, Z. 78.

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Zitationshilfe
„inständig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/inst%C3%A4ndig>, abgerufen am 08.08.2020.

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