Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

inster, m., n.

inster, m. n.
das gekröse eines schlachtthieres oder auch ein gewisses stück davon: inster heiszet in denen küchen das gekröse von denen kälbern. öcon. lex. 1131; der inster, ein theil vom rindsmagen, abomasum Steinbach 1, 813; im Göttingischen gehören zum inster folgende stücke eines geschlachteten ochsen: der magen, der bansen, die lunge, das herz, der kopf und die füsze. Schambach 92ᵇ; die kleinot, als inster, kaldaunen, kalbsköpfe. Leipziger stadtordn. 1544 G 1ᵃ; zu einem ganzen kalbe mögen dessen zwei kleinote, und zu einem halben ein kleinot, als entweder das geschlinke unzertheilet, oder das inster, .. zur zugabe mit verkauft werden. der stadt Leipzig ordn. 1701 s. 429; ein lambs-inster soll nach dem gewichte .. gegeben werden. ebenda. Das wort ist im östlichen Mitteldeutschland (Schlesien, Obersachsen, Düringen) und in Niederdeutschland verbreitet; ob eine verstümmelung von lat. intestina vorliege, oder eine alteinheimische form, und vielleicht altnord. îstr, îstra the fat of the paunch (Vigfusson 319ᵇ) zur vergleichung heranzuziehen sei, kann nicht entschieden werden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2145, Z. 64.

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Zitationshilfe
„inster“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/inster>, abgerufen am 15.05.2021.

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