Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

instrument, n.

instrument, n.
aus dem lat. instrumentum übernommen.
1)
zufrühest in der bedeutung eines zeugnisbriefes, einer urkunde, in der notariellen sprache: mittelrheinisch im 15. jahrh. istrement Mones anz. 7, 362; kunt sie allen luden, die disz offen instrument und diesen geinwortigen brief sehent oder horint lesen. weisth. 1, 544 (Eltville, v. 1383); kund sei allen den, die dis dütsche instrument in künftigen zyten werden ansehen, hören oder lesen. 463 (Lorsch, v. 1423); Heinrich Geysler von Rotawrach ist auszgeben umb hundert und zweinzig guld., da hat man im selber getrawt, wann er gar lang in fenknusz lag und nymant für in sprechen wolt .. des hat er ein instrament über sich geben. d. städtechron. 2, 499, 12; wie ich dann den Juden durch notarium und zeugen hiervon fragen und mir darüber ein instrument wil aufrichten lassen. Schuppius 582;
die andern punkte nennt disz instrument.
Schiller jungfrau 3, 2.
2)
seit dem 16. jahrh. auch häufig tonwerkzeug: sie waren also geschickt, das keine, geschweig einer, war, die nicht schreiben, geschweig lesen, auf allen instrumenten spilen, mit fünf sprachen reden .. konnt. Garg. 283ᵃ; wer heute groszen herrn, cavallierern und statisten die warheit geigt, dem schlägt man gemeiniglich den fidelbogen auf den kopf. gleichwol gebraucht gott oft geringe instrumente, dadurch er ganze städte und ganze königreiche für ihrer ruin warnen lässet. Schuppius 400; es ist ein concert auf einem ganz andern instrumente. Schiller an Göthe 1, 322;
nu bin ich wieder frei; ja frei von aller noht
kan ich nu meinen mund und instrument frei üben.
Weckherlin 59;
so gib mir nu mein instrument
und du Thalia hilf mir singen.
452;
Val. zum teufel erst das instrument!
zum teufel hinter drein den sänger!
Meph. die zither ist entzwei! an der ist nichts zu halten.
Göthe 12, 194;
warum denn andre brauchen und deren instrumente?
ein rechter virtuose spielt jedes instrumente.
Immermann Münchh. 2, 63;
verdeutlichend auch musikinstrument, musikalisches instrument: etzliche lauten, geigen und andere musicalische instrumente. Opitz 2, 262; clavier, griffe eines musicalischen instruments, als clavier, spinet, orgel. Rädlein (1711) 177ᵃ. heute nennen wir instrument schlechthin auch das clavier.
3)
neuer ist instrument für werkzeug, sofern es künstlicher bereitet und mehr den künsten und wissenschaften, als dem handwerk dient: geometrische, mathematische, optische, chirurgische instrumente; dann auch für werkzeug überhaupt: die wunde ist mit einem scharfen instrument beigebracht; die hirnschale des ermordeten zeigte sich mit einem stumpfen instrument verletzt.
4)
instrument, beim schriftgieszer die form, worin er die lettern gieszt. Jacobsson 2, 314ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2146, Z. 46.

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Zitationshilfe
„instrument“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/instrument>, abgerufen am 10.08.2020.

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