Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

inzicht, f.

inzicht, f.
dessen einer geziehen, angeschuldigt wird, die beschuldigung, das legen zur last; ahd. inziht crimen, zelotypia, nota Graff 5, 588; mhd. inziht und inzic; der alten rechts- und amtssprache angehörig, vgl. rechtsalt. 855: 22 guld. von 22 tagen Paulsen dem Pfettner gen Nurnberg do er zu dem kaiser solt sin und uns entschuldigen von der inzicht, daʒ wir von dem rych solten haben gestelt. d. städtechron. 4, 41, anm. 2; aber im mhd. auch auszerhalb ihrer verwandt:
eʒ sî wâr oder niht,
der liument unt diu inziht
diu sint mit rede sô verre komen
daʒ irʒ ze leide habet genomen
und eʒ der hof vür übel hât.
Trist. 387, 12;
für spätere zeiten auf die gerichtssprache Oberdeutschlands beschränkt, zum theil in den verderbungen inzücht und inzucht (Haltaus 1034 f.), von den meisten wörterbüchern bis auf Adelung unberücksichtigt gelassen, nur Frisch 1, 489ᵃ hat inzigt, ist so viel als injuriae. für die allgemeine schriftsprache erneuert und als edles wort verwendet wird es seit ende des vorigen jahrhunderts: dasz es ihm geopfert habe, gehört mit andern dgl. inzüchten unter die .. märchen. Wieland Lucian 5, 197; Sertorius entzog auf jene inzichten hin die hut seiner person den römischen soldaten und gab sie erlesenen Spaniern. Mommsen röm. gesch. 3 (1857) s. 33.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2152, Z. 10.

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Zitationshilfe
„inzicht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/inzicht>, abgerufen am 04.08.2020.

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