Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

io, interj.

io, interj.,
neben jo (s. d.).
1)
selbständig, als ausdruck des staunens:
das feur im aus den augen glast,
aus seinem mund der gäifer prasst.
io, wie zittert er von zorn!
ring 5ᵃ, 22ᵃ;
der freude (hier wol dem lat. io nachgebildet):
des sind wir froh,
io, io!
ewig in dulci jubilo!
Ph. Nicolai in Wackernagels leseb. 2 (1876) 281;
der anspornung:
halloh, gesellen, drauf und dran!
io! doho! hussasasa! (es ist nur hussasa gedruckt)
Bürger 71ᵃ.
2)
an ausrufe angehängt: da schrei und rufet er hilfio, rettio, schelmio, dibio, und protestiert sich der verrhäterei, wa sie in verlieszen. Garg. 251ᵇ; ceter ceter mordio uber dich mörder. H. J. v. Braunschweig 371; mordio! helfenio! Wickram rollw. 87, 17 Kurz;
schrier: dibio!
hiesz den pfaffen aufhalten.
H. Sachs 1, 121 Gödeke,
der pförtner, und da war gewahr
des haufens der vorhanden war,
riefe, feindt io, verrathen io.
Haltaus 1035.
vgl. diebio theil 2, 1091, feindio 3, 1461, feuerio 1594; und über die identität des suffixes mit der interj. io J. Grimm kl. schriften 5, 394. die rufe stillo, stillio, fuirio, helfio, mordio sind noch jetzt oberdeutsch, schwäb. furiau! vgl. Schm. 1, 10 Fromm.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2153, Z. 47.

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Zitationshilfe
„io“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/io>, abgerufen am 13.08.2020.

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