Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

irgends

irgends,
genitive weiterbildung von irgend, in dessen bedeutungen.
1)
irgendwo, an irgend einem orte: sein bild, dasz an einer wand iergens mit einer kolen oder eim pensel abgemahlet steht. Fischart bienk. 169ᵃ; wer weisz, ob er nicht umb dergleichen schelmenstuck irgends gefangen gelegen. Philander 1, 609;
halt an, und sieh dich ümm, ob irgends aller enden,
noch was zu finden sei, das deine quahl kan wenden.
Fleming 664;
vielleicht, dasz einst in andern welten
wir minder elend sind.
die tugend wird doch irgends gelten.
Lessing 1, 93.
2)
temporal, einmal, zu irgend einer zeit: als Philips margraf von Croya .. mit einem herrn von Brecht von Antorf irgends spazieren gieng, allerlei kurzweil mit ihm triebe. Zinkgref apophth. 1, 330.
3)
irgends, bei ungefähren zahlbestimmungen (vgl. irgend 4):
acht tage waren schon und irgends mehr fürüber.
D. v. d. Werder Ariost 5, 57, 1.
4)
irgends, etwa, vielleicht (vgl. irgend 5): ire beste speisen wäre irgends zu mittag ein paar rettige und auf den abend eine hand voll salat. Simpl. 1, 349 Kurz.
5)
irgends, verallgemeinernd zu pronominibus tretend (vgl. irgend 6): ein edelmann der yergens einem fürsten vigent ist, der thuͦt im schaden. Keisersberg bilg. 60ᶜ; wenn doctor Martinus Luther iergendts zu einem kranken kam, .. so redete er ganz freundlich mit ime. Luther tischr. 457ᵇ;
ich habe keinen friede,
ich wohl-geplagter mensch, in irgends einem gliede.
P. Fleming 18.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2158, Z. 55.

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Zitationshilfe
„irgends“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/irgends>, abgerufen am 11.08.2020.

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