Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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irre, adj. und adv.

irre, adj. und adv.
errans, perturbatus, delirus. goth. aírzeis; alts. altnfr. irri; ags. eorre, yrre; fries. ire; ahd. irri, mhd. irre; dem altnordischen und seinen töchtersprachen fehlt das wort. dasz lat. errare urverwandt, ist allgemein erkannt; altindisch zeigt arś, arśati flieszen, gleiten, sich rasch bewegen (Böhtl.-Roth 1, 452), das namentlich auch von den bewegungen der falken, gazellen u. ähnl. gebraucht wird (Graszmann wörterb. z. Rig-Veda sp. 119), welche ursprüngliche bedeutung dem worte inne wohnt.
1)
dieselbe ist auch im deutschen noch nachzuweisen, wenn irre umherschweifend heiszt: ahd. hirrer vagus Graff 1, 450, vgl. vagari irre gaen Dief. 605ᵃ; mhd. und ist ain planêt als vil gesprochen in kriechischer sprâch als ain irrgênder stern oder als ain selbstwalzender stern. Megenberg 68, 15;
Trôiêri vûrin in der werilte
wîdin irri after sedele.
Anno 372;
nhd. wer bereit dem raben die speise, wenn seine jungen zu gott rufen, und fliegen irre, wenn sie nicht zu essen haben? Hiob 38, 41; es were nicht not, das man mein predigt und wort auf dem lande irre füret (im lande umher führte), es sind wol ander bücher vorhanden, die würdig und nütz weren, dem volk zu predigen. Luther 1, 67ᵃ; die (aufrührer) schleichen heimlich im lande irre, und kriechen zusamen an der Saal. 3, 46ᵇ; die landsknechte, so im lande irre laufen, und krieg suchen. 239ᵇ; als irgend ein guter .. genius der erde das irre auseinanderbilden der menschheit sah, die in einzelwesen zerlaufend, wie ein meer, nur wellen ohne richtung erhob. J. Paul Levana 2, 137;
und ob ir uns nicht tut zustoren,
so wert ir grosze wunder horen,
hab wir erfaren in fremden landen,
do wir gar lang sein irr gestanden (umher gewesen).
fastn. sp. 91, 16;
zuletzt entdeckt sich ihr (der Titania) im groszen ocean
diesz eiland. aufgethürmt aus schwarzen ungeheuern
ruinen, lockt es sie durch seine schwärze an
den irren flug dahin zu steuern.
Wieland 23, 106 (Ob. 8, 61);
und, da er nirgends sie gefunden,
führt ihn zuletzt sein irrer fusz hierher.
116 (8, 79);
es wiederholt die klage
des lebens labyrinthisch irren lauf.
Göthe 12, 5;
die irren lichter,
die sich mehren, die sich blähen.
205;
ich irrer wandrer
fühlt erst auf dir
besitzthumsfreuden
und heimathsglück.
3, 36 Hempel;
kann auch der sonne kraft ein irrer stern entwallen.
Rückert 35;
von umherschweifenden gedanken:
Judas Ischarioth blieb noch vertieft in irre gedanken
auf dem gebirge.
Klopstock 3, 150;
von dem ruhelosen nächtlichen umgehen der gespenster: von verstorbenen, so irr gegangen. Luther tischr. 212ᵇ; irrgehende verstorbene in kenntlicher gestalt. 213ᵃ;
im garten des pfarrers von Taubenhain
gehts irre bei nacht in der laube.
Bürger 60ᵇ.
2)
gewöhnlicher wird mit irre die vorstellung: abgewichen vom rechten wege, verirrt, verbunden;
a)
in eigentlichem sinne. hier verwendet namentlich die neuere poetische sprache irre gern attributiv:
den zerstreuten, irren heerden
im gebirge gleichen wir.
Göthe 10, 226;
in wundern ist der irre mensch verloren,
nach welcher dunkeln schwer entdeckten schwelle
durchtappen pfadlos ungewisse schritte?
22, 91;
verschlieszt der fürst mit seinen sklaven
sich nicht in jenes marmorhaus,
und brütet seinen irren schafen (den unterthanen)
die wölfe selbst im busen aus?
56, 26;
gieng die lieb auf irrer spur.
Rückert 207;
das neutrum substantivisch:
es treibt mich mein gemüth durch diese wälder
im irren auf und ab.
L. Tieck prinz Zerbino, 4. akt;
die ältere sprache und die neuere des gewöhnlichen lebens brauchen irre (wie in der bedeutung 1) prädicativ mit entsprechenden verben der bewegung:
wer sol uns durch diu lant
die rehten wege wîsen, daʒ wir niht irre varn?
Nib. 1526, 3;
nhd. vorzüglich in den verbindungen irre führen, gehen, leiten, machen, sein, werden: sie sind müde in angst, und gehen irre im finstern. Jes. 8, 22; wo ist jemand, so er irre gehet, der nicht gerne wider zu recht keme? Jer. 8, 4; das sie die finsternis tappen on liecht, und macht sie irre, wie die trunkene. Hiob 12, 25; der vil fragt gehet vil irr. Frank parad. 129; wir gingen mit einem irreführenden wegweiser durch eine thalschlucht. Bettine briefe 1, 330;
also angesehen dasz wir
darin (in der wüste) so lang sint gangen irr.
Schade sat. u. pasqu. 1, 20, 6;
weit wallst du
irre; verlierst du dich da, wende!
Klopstock 2, 78;
der edle hirsch hat über berg und thal
so weit uns irr geführt, dasz ich mich selbst,
obgleich so landeskundig, hier nicht finde.
Göthe 9, 249;
wir sind irre, dieser weg führt nicht nach der stadt; ein fuszweg hat uns irre geleitet. in der sprache der bergleute heiszt irre fahren von der zum auffahren oder absinken angewiesenen stunde oder linie weichen, dasz, wenn die gehörige weite aufgefahren oder abgesunken ist, der durchschlag nicht erfolgt. Jacobsson 2, 319ᵇ.
b)
übertragen, in bezug auf zustände, handlungen, gefühle:
also lehren sie diese der weisheit würdigen schüler,
jener erhabneren weisheit, nach deren flüchtigem schatten,
durch ihr glänzen geblendet, die irren sterblichen eilen.
Klopstock 3, 46;
so kenn ich gott durch euch, ihr Israeis verwirrer,
und eure weisheit macht den irren geist noch irrer.
Lessing 1, 190;
n der verbindung irre gehen: noch wil ja das volk zu Jerusalem irre gehen fur und fur. Jer. 8, 5; denn die, so die weisheit nicht achten, haben nicht allein den schaden, das sie das gute nicht kennen, sondern lassen auch ein gedechtnis hinder sich den lebendigen, das sie nicht mügen verborgen bleiben, in dem, darin sie irre gegangen sind. weish. Sal. 10, 8; sind vom glauben irre gegangen. 1 Tim. 6, 10; jeder christliche verständige leser wölle, wo ich irrgangen, mir zu gut halten. Kirchhof milit. disc. 266; er ging irr, und verliesz Wodan. Klopstock 10, 191; eines dinges, einer person irre gehen, es oder sie vermissen, entbehren: bin ich nun nüz und gehet man mein irr, warum wird mir nichts mehr wie vor befohlen. Willib. Pirkhaimer, vgl. zum andenken W. Pirkhaimers (1828) s. 119; heute irr gehn ein ding, es vermissen. Schm. 1, 131 Fromm.;
dann wann solches (eines halsgehänges) irr gieng ir mann,
es ihr derhalb gar übel gieng.
Ayrer 461ᵈ (2320, 18 Keller);
wie mhd.: als liebet (so gefällt) daʒ, daʒ êre hât
und sînes lobes niht irre gât.
Tristan 2, 8;
einen irre leiten, führen, vom rechten ableiten, verführen; die irre geleitete menge;
mein freies urtheil habt ihr irr geleitet,
mein redlich herz verführt.
Schiller Tell 3, 3;
sich irre erkennen, erkennen, dasz man sich geirrt hat: wer diese schmeichelei nicht versteht, bei dem erkenne ich mich gar bald irre. Lessing 7, 113; irre schlieszen, fehl schlieszen: fand ich zuletzt eine thüre verriegelt, die ihrer stellung nach in einen garten gehen muste. durch ein kleines fenster an der seite konnt ich bemerken, dasz ich nicht irre geschlossen hatte. Göthe 30, 118.
3)
irre, an diese bedeutung (2, b) zunächst angeschlossen, heiszt im rechten schwankend, unschlüssig, ratlos; in der verbindung irre sein, werden: da nu das kriegsvolk höret, das Holoferni der kopf abwar, erschraken sie, und wurden irr, und kundten nicht rathalten. Judith 15, 1; etliche schrien sonst, etliche ein anders, und war die gemeine irr. ap. gesch. 19, 32;
Tabitha sah zur prophetin hinauf, und verstummte zu fragen.
irr und wundernd hielt sie sich an den rahmen des teppichs!
Klopstock 5, 341;
ich such, und bin wie blind und irre geworden.
Göthe 10, 232;
ich bin ganz irr, mein fürst.
Shakesp. Hamlet 4, 7;
irre sein, werden an jemand, nicht wissen, was von einem zu halten: ich wolt aber, das ich jtzt bei euch were, und meine stimme wandeln kündte, denn ich bin irre an euch. Gal. 4, 20; so liebte ich Marianen und ward so schrecklich an ihr irre. Göthe 20, 242; viele sind auch an ihren unterhaltungen irre, weil sie, wie sie sich ausdrücken, noch nicht absehen können, was damit werden soll. Schiller an Göthe 1, 63; damit das zum dritten theil verödete, an sich selber irre gewordene Dänemark sich wieder anzugehören lerne. Dahlmann dän. gesch. 1, 281;
die freunde zweifeln, werden irr an dir.
Schiller Piccol. 2, 5;
irre machen: dieweil wir gehöret haben, das etliche von den unsern sind ausgegangen, und haben euch mit leren irre gemacht. ap. gesch. 15, 24; diese menschen machen unser stad irre. 16, 20; die meisten sind irre an mir gemacht, sie wissen nicht, was sie denken sollen. Wieland 8, 301 (302); wir wurden bald von den andern darüber geneckt, ohne dasz wir uns dadurch irre machen lieszen. Göthe 19, 277; wie steht es? sie haben sich doch nicht irre machen lassen? 20, 204;
die menge macht den künstler irr und scheu
9, 119;
in bezug auf einen vortrag: nun stille! und macht mich nicht mehr irre. A. Gryphius 1698 1, 732; — sich irre schreien lassen, durch schreien wankend machen lassen:
ich lasse mich nicht irre schrein,
nicht durch kritik noch zweifel.
Göthe 12, 229.
4)
irre erzürnt, hochdeutsch selten, während es im ältern niederdeutsch die einzige bedeutung des wortes ist; vgl. niederd. erre werden, zornig werden Frisch 1, 491ᵇ, und erre iratus oben theil 3, sp. 942:
da ir von gotes gewalt redet, wart er gar irr,
kunde euch gar nicht zuhören mer,
es roch im saur in die nase die evangelische ler.
Schade sat. u. pasqu. 1, 65.
5)
irre, geistig gestört, milderer ausdruck für wahnsinnig (vgl. dazu irrgang 1 am ende), hat seinen ausgang vom mhd. irre thöricht, närrisch, dumm:
wê mir sîn, vil irrer krage!
Neidhart 90, 11 (vgl. anmerk. dazu s. 222);
das auch später noch erscheint:
die klag und antwort ist gar irr.
fastn. sp. 157, 15;
und steht heute entweder substantivisch: ein irrer; die irren dieses landes haben noch keine heilanstalt; vgl. irrenanstalt, irrenarzt, irrenhaus; oder als prädicatives adjectiv: den von Langenau harte krank und irre gefunden. Schweinichen 2, 203; ich müszte sie für irre im kopfe gehalten haben. Lessing 1, 261; gern auch von zuständen, reden und thaten, die gestörten verstand anzeigen: etwas irres in seinem blicke konnte einen schwärmer vermuthen lassen. Schiller 746; inzwischen hätte ein fremder .. nichts am sprechenden grafen merken können, als ein irres glühen im gesicht und schnelle worte. J. Paul Tit. 1, 182; oben musterte er irren blickes die abgelegte garderobe seiner gemahlin. Immermann Münchh. 3, 156; seine augen nahmen allgemach einen seltsam-irren ausdruck an. 171;
du weiszt zu wohl, ich war nicht ich
in jener unglückselgen stunde;
gram und verzweiflung sprach aus meinem irren munde.
Wieland 9, 94 (83);
adverbial: irre reden, ex morbo delirare Stieler 893; bist du krank, dasz du irre sprichst? Klinger 1, 17.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10,11 (1876,1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2159, Z. 51.

irre, f.

irre, f.,
mhd. irre, goth. aírzei, nach dem adj. irre in mehrfachem sinne.
1)
das umherschweifen und der ort da das geschieht: ich wil meinem volk Israel einen ort setzen, und wil es pflanzen, das es daselbs wone, und es nicht mehr in die irre gehe. 2 Sam. 7, 10; das sie hinauf zum Assur laufen, wie ein wild in der irre. Hos. 8, 9; welches zuvor viel jahre in der irre gegangen, und weit in feld gestanden. Schweinichen 3, 13; noch acht tage bleibe ich, und dann ziehe ich wieder in der irre herum. Göthe 16, 113; jetzt endlich war nach einer vierzehnjährigen irre .. der anstifter des böhmischen aufruhrs .. in der gewalt seiner feinde. Schiller 976;
treibt den mann und das weib vom raume der traulichen wohnung,
schleppt in die irre sie fort, durch ängstliche tage und nächte.
Göthe 40, 287;
ja ihr erscheint mir heut als einer der ältesten führer,
die durch wüsten und irren vertriebene völker geleitet.
ebenda;
warum soll ich in der irre schweifen?
Rückert 230.
plural irren, gewundene, verschlungene wege:
die seele schwand in wehmut,
wann sanft dem allmachtvollen hauch
ihr (der schalmei) süszer ton
in leisem schmachten sich verlor;
dann rasch, durch tausend irren,
hinauf zum hellsten gipfel stieg.
Voss 3, 39.
2)
irre, zustand der zerstreuung, verzettelung: sie (meine poetischen versuche) würden noch lange zerstreut und verstümmelt in der irre und im vergessen geblieben sein. Lessing 3, 269.
3)
das abweichen vom rechten wege, und der irrweg selbst, eigentlich und bildlich: mein volk ist wie ein verloren herd, ire hirten haben sie verfüret, und auf den bergen in der irre gehen lassen. Jer. 50, 6; (der offizier) begehrte gleichsam bittend, ich wolte ihm und den seinigen den weg wieder aus dem wald weisen, in welchem sie schon lange in der irre herum gangen wären. Simpl. 1, 49 Kurz; der trojanische krieg, und die irren der helden im weiten unendlichen meere. Herder zur litt. 10, 257;
das webt keiner der denker auf,
was vor irren sie (die seele) damals ging!
Klopstock 1, 104;
wenn sie nicht hören die stimme der huld, die sanfte des vaters:
herr! so ruf sie durch leiden zurück aus der furchtbaren irre.
4, 244;
ich,
der aus solchen irren herauf zu der rettung geführt ward!
5, 63;
er zeigte mir dasz grübelnde vernunft
den menschen ewig in der irre leitet.
Schiller M. Stuart 1, 6;
drum muszt ich taumelnd in dem tollen tanze,
der leben heiszt, durch böse irren schweifen.
Arndt ged. (1840) 426;
wenn ich hier im dunkeln thal
in der irre traurig gehe.
543.
4)
irre, verdeutschung von λαβύρινθος:
o du der irre
faden, wo liegst du?
Klopstock 2, 49;
du, der des herrschers weg zur unsterblichkeit
mit scharfem blick sah; aber der weg auch viel
nicht sah, die führen durch die grosze,
oft von getäuschten verwünschte irre.
28;
bald hätt er sich in dem finstern gebäu des träumenden Saddok
kläglich verloren; allein des Messias gewaltige wunder
retteten ihn, er verliesz die labyrintbischen irren,
kam zu Jesus.
3, 124.
5)
irre (nach dem adj. irre 3) zustand der verwirrung, des schwankens, der ratlosigkeit:
(der staub) schûf ouch sulche irre,
ob jenre oder dirre
dâ vîent wêre oder vrûnt,
daʒ was manchim gar unkunt.
Jeroschin 15519;
er hatte gelegenheit genug gehabt zu bemerken, dasz es ihm an erfahrung fehle, und er legte daher auf die erfahrung anderer und auf die resultate, die sie daraus mit überzeugung ableiteten, einen übermäszigen werth, und kam dadurch nur immer mehr in die irre. Göthe 19, 141; hierher oder zu 3 gehörig:
er leidet, dasz friede
über uns komme, dasz heil mit seinem flügel uns decke!
denn wir wandelten alle den weg der irre.
Klopstock 3, 224.
6)
irre (nach dem adj. irre 5) irrsein, geistige störung: die irre seines geistes zeigt sich in seinem starren blick; er ist ganz im zustande der irre.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2162, Z. 20.

irren, verb.

irren, verb.
turbare; errare. es sind zwei ursprünglich auch formell ganz verschiedene verben zusammengeflossen, das transitive ahd. irran, goth. airzjan, sollicitare, impedire, confundere, und das intransitive irrôn, irreôn errare, apostatare, vacare (Graff 1, 452. 456); bereits im mhd. irren zeigt sich die eine form für die zwei bedeutungen.
I.
irren, transitiv, irre machen.
1)
nach dem adj. irre 2, vom rechten wege abbringen, irre leiten, falsch leiten, gewöhnlich bildlich: mein vater hat das land geirret. 1 Sam. 14, 29; wo jemand geirret oder verfüret ist, das ir das haus entsündigt. Hes. 45, 20; was hat sie nu geirret? eben das, das sie den text nicht recht angesehen. Luther 4, 156ᵇ; lasz du dich kein regulbuch irren, wie dick es auch sei. Klopstock 12, 145; befriedigung oder verletzung des eigenen selbstgefühls irrt uns allen das urtheil. Freytag handschrift 3, 211;
got hat uns lassen irren
biszher vil hundert jar,
menschen gesatz und lehr verwirren,
und uns verblenden gar.
Soltau volksl. 277 (16. jh.);
sonst schlug die lieb aus mir so helle,
wie eine nachtigall am quelle.
nun hat sie meine kunst geirrt,
dasz jeder laut zum seufzer wird.
Bürger 67ᵇ;
ihr werdet
gerecht sein. leidenschaft wird euren blick
nicht irren.
Schiller Carlos 3, 10.
2)
namentlich auch als milderer ausdruck für täuschen:
ach aus dem grabe kehr ich zurück, und mit goldschrift
schreib ich ans mal der erhabnen ... die entzückung
irrt mich, sie haben kein maal!
Klopstock 2, 76;
wenn er euch nur nicht irret.
5, 244;
ist sie denn eben die noch, die auch sie
sahen? und irrt
ihn und sie kein phantom?
7, 10;
wenn ich den könig irrte? wenn es mir
gelänge, selbst der schuldige zu scheinen?
Schiller Carlos 5, 3.
3)
in der ältern sprache aber gewöhnlich vom vorwärtsschreiten abhalten, hindern, hemmen: irren oder hindern, impedire. voc. inc. theut. k 7ᵃ; eigentlich:
nû kom her Îwein balde
dort ûʒ jenem walde
ze velde gewalopieret ..
in enirte ros noch der muot:
wan diu wâren beide guot.
Iwein 2555;
er sprach: wer irret uns den wec?
Parz. 121, 28;
oder bildlich: ih ne irta doh ten meldare nieht. ih tâte uuola ube ih in irti. doh ne irta ih in is nieht. Notker bei Hattemer 3, 31ᵃ;
er sprach: owê, wer irte dich,
daʒ du nu sô lange mich
der guoten rede hâst verholn?
Barlaam 143, 7;
nhd. mich irt alles nit das ich sach und hort. Keisersberg baum d. sel. 8ᵃ; keiner wird den andern irren, sondern ein jglicher wird in seiner ordnung daher faren. Joel 2, 8; wo die heilige schrift deinen dünkel irret oder hindert, da thu sie aus den augen, und folge zuerst deinem dünkel, so triffestu den rechten weg gewis. Luther 3, 483ᵇ; gott im beruf dienen und anderer beruf neben sich nicht irren. Melanchthon im corp. doctr. christ. (1560) 540; was den pflug irr, das soll er daraus prechen. Schm. 1, 131 Fromm.;
got (acc.) irt nit, was der mensch erdenkt.
Schwarzenberg 104ᵇ;
aber doch achtung haben will,
wie sie (die kaiserin) sich hinfort halten wer.
desz kaisers son irrt sie nicht mehr.
Ayrer 372ᵇ (1866, 6 Keller);
gern in der verbindung sich irren lassen: das lasz dich nicht irren noch betrüben. Keisersb. baum d. sel. 11ᵇ; wil .. keine mühe, ruhe noch schlaf mich irren laszen. Galmy 248; also müssen wir uns das nicht irren lassen, das unser papisten auch eiserne helse und eherne köpfe kriegt haben, .. sondern müssen auch auf die dresschen und schmeiszen. Luther 6, 111ᵇ; für viel klüger würd er gehalten werden, wann er sich solches (dasz ihm die heuschrecken die ohren voll singen) nicht irren läszt, sondern seines weges fortreiset. Schuppius 569;
lant euch nit irren der pfaffen sperren
die recht zuͦ thon sich wöllen weren.
Schade sat. u. pasqu. 1, 12;
laszt euch nicht irren des pöbels geschrei,
nicht den miszbrauch rasender thoren.
Schiller die worte des glaubens;
früher hiesz es einen eines dinges irren: die mih tagelîches kerno dînes rehtes irrent. Notker bei Hattemer 2, 35ᵇ;
dô er si slâfes irte,   minne si ime verbôt.
Nib. 588, 3;
oder, wie später immer, an, in etwas irren:
daʒ mich, frouwe, an fröiden irret,
daʒ ist iuwer lîp.
Walther 52, 7;
ich wolt iuch gerne wiʒʒen lân
waʒ uns an fröuden irret.
frauend. 596, 21;
da wolten in die von Venedig nicht durchlauszen (lassen) und irten in daran. d. städtechron. 4, 116, 16; daʒ uns ieman daran irren oder bekrenken wolte. 138, 16; sie sollen geben 1 [[undefined:poundsign]] flesch um 5 hl., ... und sollen in die metzger das nit weren und sie nichts daran irren noch engen in kain weis noch weg. 5, 169, 1; er wolt den jungen bruͦder geirt haben in seinen guͦten werken. Keisersberg baum d. sel. 11ᵇ; unnütze wort machen das sie dich irrent an dem zuͦnemen (vervollkommnung). sünd. d. m. 50ᵃ; der erst schad der da erwachszet ausz unnützen worten ist, es irret dich an dinem zuͦnemen und fürfaren, du wirst nit besser, du bleibst hüer als vern. ebenda; wie sy so gar nicht (nichts) an diser reisz irrt oder engt, weder ungewitter, kelt, hitz .. Frank weltb. 101ᵃ; so man sy an der frucht irren oder aufhalten wölt. 102ᵇ.
4)
diese bedeutung steigert sich zu der in schaden bringen: ob jemand der gemeine nutz und fromen wes entwendete, denselben irrete, schwechte, krenkete. Dreyding B ij; 'wodurch hab ich die republik geirrt?' dadurch hast du sie geirrt, dasz du aufschub der entschlieszung vorgeschlagen, und sie also veranlaszt hast, an sich selbst zu zweifeln. Klopstock 12, 442.
5)
andrerseits blaszt sie ab zu der verwirren (vergl. das adj. irre 3), stören, beschwerlich, lästig sein, ohne dasz die im folgenden hierher gezogenen beispiele immer scharf von den unter 3 gegebenen gesondert werden können: als der priester uff den cristabent das ampt an hube waren etlich frowen und manne, die machtent einen tanz uff dem kirchhof und irten den priester. altd. bl. 1, 54 (15. jh.); ein predicant der prediget nach mittag und nit weit davon tanzt man. er ward geirret von der trummen. Pauli schimpf 139ᵇ; irre die spieleute nicht, und wenn man lieder singet, so wassche nicht darein. Sir. 32, 5; las dich nicht irren, wie die gottlosen nach gut trachten. 11, 20; las dichs nicht irren, ob einer reich wird. ps. 49, 17; (ich) liesz mich nichts irren. Schweinichen 2, 137; schwager siehst du was? rief der zaghafte tropf vom hohen kutschbock herab mit berganstehendem haar. freilich seh ich was, antwortete dieser ganz kleinlaut; aber schweig nur, dasz wirs nicht irren. Musäus volksmährch. 231; laszt nur, mich irrts nicht wenn noch so viel um mich herum krabbeln, mir ists als wenns ratten und mäuse wären. Göthe 8, 61; meine gegner irren mich nicht, wer müszte dies nicht in der welt, besonders aber in Deutschland gewohnt werden! an Zelter 384;
wer neben dir zu tisch ist gsessen,
den irre nit mit den elbogen.
H. Sachs 1, 430ᵇ;
dasz ich grosz werd, ist mein beger (spricht der frosch),
ein schöne tapfer stimm hab ich,
und bin doch klein, das irret mich.
E. Alberus 150ᵇ;
sie läugnens zwar; allein das irrt mich wenig;
was herz und mund verhehlt, läszt oft ihr aug entrinnen.
Wieland 10, 232 (224);
euch nicht
zu stören: ihn mit meiner neugier nicht
zu irren.
Lessing 2, 307;
dadurch werd in unserm kreise
nie ein biedermann geirrt.
Gökingk 1, 54;
wenn ihr für die leiden der liebe was könnt,
vernünftler, so gönnen wirs euch.
wenn wir es nicht können, so irr es euch nicht!
Bürger 56ᵃ;
in der verbindung es irrt nichts, stört, hindert in keiner weise: ebensfalls kann man wider die vier rathsherren kein einrede haben, und irret nichts, wenn sie schon Jesum als ein ubelthäter verklagt. Ayrer proc. 2, 7; dies besagte der fürsten und stände resolution, daran nichts irrete, was etwan wegen deliberation eines defensivwerks prätendirt werden wollte. verhandl. der schles. fürsten u. stände von 1619 s. 212.
6)
mhd. hiesz mich irret ein dinc es fehlt, entgeht mir:
wie tuot ir sô
daʒ ir sît als ungemuot?
iuch irret weder lîp noch guot,
iuch irrent guotiu jâr noch jugent.
frauend. 595, 28;
auch später noch:
die glaten antlitz lieben den weiben,
darümb ich hinden nach musz treiben.
di krumen, gelben, krausen har
die irrn mich auch über jar.
fastn. sp. 703, 7.
7)
irren, böse, zornig machen (nach irre 4): irritare, irren, erren Dief. 310ᵃ; doch ich weisz, dasz den menschen von zitternder nerve eine mücke irren kann und dasz dagegen kein reden hilft. Göthe bei Schöll 171; dasz er es aber nun schuldig sei, zu bezahlen, um gott nicht zu irren. Tieck Sternb. 2, 182.
8)
der neuern sprache ausschlieszlich gehört an etwas irren, etwas irrig, unrecht thun: wir empfinden, was unsre väter irrten; was wir verschulden, wird der fluch unserer enkel. Dya Na Sore 3, 262;
was ich irrte, was ich strebte,
was ich litt und was ich lebte,
sind hier blumen nur im strausz.
Göthe 1, 12.
9)
reflexives sich irren schlieszt sich zunächst an die bedeutung 1 an, eigentlich sich vom rechten wege weg, sich in die irre bringen, daher in der ältern sprache sich irre machen lassen: irret euch nicht, gott leszt sich nicht spotten. Gal. 6, 7; weil sie wol gedachten die knechte würden sich nicht dran irren, ob man sie wolte abschrecken. Luther 8, 250ᵃ; e. g. lasz ihr gefallen und irr sich nit an denen, so ahn gottes wort dawider sagen ihr eigen tand. br. 2, 399; neuer in irrthum verfallen: der herr irrt sich, dominus fallitur, animo aberrat, in errore versatur. Stieler 893; ohne zweifel wird er sich im namen geirret haben, mein lieber mann. Lessing 2, 414; irrt sie sich an der ähnlichkeit der hände? Göthe 17, 147; ich müszte mich sehr irren, oder ich musz künftig diesen letzten band zu zwei bänden erweitern. an Schiller 1, 211;
L. du irrst dich über ihn, so ist er nicht.
T. und irr ich mich an ihm, so irr ich gern!
werke 9, 199.
II.
irren, intransitiv, irre sein.
1)
nach dem adj. irre 1, umher schweifen: item die hunde die doch aller gernest wonent bi den lüten, die liefent zuͦ walde, schrigende und hülende und irrende also die wölfe. d. städtechron. 8, 328, 19; weil ich sehe, das des rottens und irrens je lenger je mehr wird. Luther 3, 509ᵇ; aufgang und nidergang der geheften und irrenden stern. Frank weltb. 1ᵇ; von dem kreuzen eines schiffes: nachdem mich das glück durch ein irrendes schiff eines portugisischen kaufmannes von meinem jammer befreiet. polit. stockf. 327. der neueren sprache ist dieser ausdruck ein gewählter und poetischer: wenn meine seele, vom anblick der natur begeistert, in tiefsinnigen betrachtungen und süszen ahnungen, wie in den bezauberten gärten der Hesperiden, irrte. Wieland 1, 67 (57); ich will messen lesen lassen, den irrenden geist in seine heimat zu senden. Schiller räub. 4, 5; es ist wald auf wald, wo das auge im gewühle irrt. Dya Na Sore 1, 5; so überflosz ein irrendes feuer die grüne fläche. J. Paul uns. loge 3, 181; bei ihm irrten die träume — diese nachtschmetterlinge des geistes — wie andre über die nacht und den schlaf hinaus. Hesp. 2, 83; als er .. zum schwarzblauen himmel, in welchem irrende wolken um den mond wie schlacken umher geworfen waren, hinaufblickte. 104; sah .. in den grünen umher irrenden widerschein. Tit. 3, 109;
in den wäldern will ich irren.
Günther 276;
mein unmuthvolles haubt war von gedanken schwer,
es irrten, weisz nicht wo, die sinnen hin und her.
Abschatz verm. ged. 143;
(ich will) irren ans gestad des meers, und dich (gott)
in jeder woge sehn.
E. v. Kleist ged. (1765) 39;
es (das kind Amor) irrt in alle hecken,
und sah nach allen beeten,
und pflückte rosenknospen,
und haschte schmetterlinge.
66;
hurtiger treibt der schäfer über das steinigte brachfeld
seine heerde zur hürde, die ihre schranken verschlieszet.
an sein irrendes haus (die umher fahrende schäferhütte) angelehnet,
durchzehlt er die heerden.
Zachariä tagesz. (1757) s. 69;
war mit brennendem durste, gewisz zu werden, in Salem
lang geirrt, und hatte geforscht: ob Jesus erwacht sei?
Klopstock 5, 329;
von irrenden rittern und wandelnden schönen
sing, komische muse, in freier irrenden tönen!
Wieland 4, 3 (n. Amadis 1, 1);
doch, um den leser nicht
in dunkeln vermuthungen irren zu lassen,
erstatten wir ihm, ganz kurz, umständlichern bericht.
5, 86 (15, 5);
nur dasz ein käfer hier mit trägem fluge schwirrt,
und schläfrig um mein ohr ein fernes läuten irrt.
Gotter 1, 133;
indessen eure phantasie in rosenhainen irrt.
177;
jetzo von Troja vielleicht als irrender kommst du auch hieher.
Odyssee 11, 160;
und was sich sonst an meinem lied erfreuet,
wenn es noch lebt, irrt in der welt zerstreuet.
Göthe 12, 5;
nach einem selbstgesteckten ziel
mit holdem irren hinzuschweifen.
16.
von regellosen gartenanlagen: diese elysischen haine, diese irrenden rosengebüsche, worin die lauschende wollust sich so gerne verborgen hatte. Wieland 2, 180 (155).
2)
nach irre 2, vom rechten wege abweichen, sich verlaufen, eigentlich und bildlich: aberrare irren, irre gân, erre gên Dief. 2ᵇ; irren des wegs, irren an der vernunft, errare. voc. inc. theut. k 7ᵃ; wenn du deines feindes ochsen oder esel begegnest, das er irret, so soltu im denselben wider zufüren. 2 Mos. 23, 2; verflucht sei, wer einen blinden irren macht auf dem wege. 5 Mos. 27, 8; die gottlosen legen mir stricke, ich aber irre nicht von deinem befelh. ps. 119, 110; ein mensch der vom wege der klugheit irret. spr. Sal. 21, 16; ir waret wie die irrende schafe, aber ir seid nu bekeret, zu dem hirten und bischove ewer seelen. 1 Petr. 2, 25; so jemand unter euch irren würde von der warheit, und jemand bekeret in. Jac. 5, 19; wer gegen die groszen männer den pfeil der verläumdung schieszt, der irret nie von dem ziele. Stolberg 14, 177; seine kugel irrte, meine traf. Göthe 8, 289; das nie irrende geschosz. Klinger 7, 157;
sie kommen grad herauf ... sie irren doch vielleicht;
es wäre hart sie nicht zurecht zu weisen.
Göthe 10, 319;
aber, aus dem gleise gedrängt, nach dem rande des hohlwegs
irrte das knarrende rad.
40, 240.
in der technischen sprache der meistersänger: irren, oder irr werden, ist ein grober fehler, und wird begangen, wann man, es sei im text, in der melodey, in reimen, stollen, abgesängen oder ganzen gesätzen, irr wird, und eines für das ander singet. Wagenseil 531.
3)
namentlich eine falsche meinung haben (vgl. irre 2, b); in der alten sprache in bezug auf den alleinigen wahren glauben: den irrenden könig Girsicken, der dan des ketzerlichen glaubens ein anhenger und vester handhaber was. Wilw. v. Schaumb. 12; so ich uberzeuget würde, das ich solt geirret haben, wolt ich alle irrthum widerrufen. Luther 1, 452ᵇ;
jeder der nit darzu kumpt (zur beschneidung)
der selbs ewigen lebens irt.
Haberer Abrah. (1592) C iiijᵇ;
aber auch, wie heute, allgemeiner: also loszt die sünden ab (vergibt) ein ieglicher priester, der do gewycht ist noch rechter ordnung christenlicher kirch, synen underthonen, irt er echter nit in der form, und in der meinung. Keisersberg bilg. 6ᵃ; was plaget ir doch meine seele? .. irre ich, so irre ich mir. Hiob 19, 4; das sie in gottes erkentnis irreten. weish. Sal. 14, 22; ir irret, und wisset die schrift nicht, noch die kraft gottes. Matth. 22, 29; meinen sie aber, dasz ich diesen verdienst auch in Göttingen beibehalten könnte, so irren sie unmaszgeblich. Lessing 12, 19; irren heiszt sich in einem zustande befinden, als wenn das wahre gar nicht wäre; denn irrthum sich und andern entdecken, heiszt rückwärts erfinden. Göthe 50, 125; da es immer schon tröstlich genug ist, mit einer anzahl geprüfter menschen eher zum nutzen als schaden seiner selbst und seiner zeitgenossen zu irren. an Schiller 1, 24; sprichwörtlich irren ist menschlich; kleinlauten tones versetzte hierauf der sammler nach einer pause, dasz irren menschlich wäre. Immermann Münchh. 1, 143;
des keisers schreiber soll des keisers tochter küssen,
wie, les ich? schlaf ich halb? wer irrt? ich oder du?
Hoffmannswaldau heldenbr. 9;
wo der hasz und der wahn die herzen verwirren,
wo die menschen wandeln im ewigen irren,
da wenden wir flüchtig den eilenden gang.
Schiller huldigung der künste v. 58;
und irr ich nicht, so zieht ein feuerstrudel
auf seinen pfaden hinterdrein.
Göthe 12, 62;
was kommt heran? was schleicht herbei?
irr ich nicht, es sind ihrer zwei.
192;
wer mir glaubt, der irret nicht,
ich bin wahrheit, ich bin licht.
Arndt ged. 544.
4)
in der ältern rechtssprache irren mit einem in etwas, uneins sein. Schm. 1, 131 Fromm. (aus bairischen landtagshandlungen des 15.-16. jahrh.). vgl. irre 4 und unten irrig 7.
5)
irren (nach irre 5), geistig gestört sein:
ich irre, rase schon.
Göthe 5, 17
(vorher ich werde rasend, toll).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2163, Z. 30.

irres, adverbiale genitivbildung

irres, adverbiale genitivbildung
vom adj. irre, in dessen bedeutung 2, sp. 2160: irrsz gon, errare, aberrare. Maaler 237ᶜ; vast irrsz gon und fälen, magnopere errare in re aliqua. ebenda; du gast ganz und gar irrsz, du bist gar nit rächt daran, tota erras via. ebenda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2167, Z. 49.

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Zitationshilfe
„irre“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/irre>, abgerufen am 22.10.2020.

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