Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jägerrecht, n.

jägerrecht, n.
recht eines jägers.
1)
der dem jäger von einem erlegten hirsch oder thier als zerwirkerlohn zukommende antheil: (er) greifet hernachmals inwendig mit der hand hinein (in das aufgebrochene wild), und zehlet die, dem jäger zu seinem jägerrecht nach dem halse zugeordnete drei rippen ab. Göchhausen not. ven. 262; leget also den hals samt den dreien rippen als jägerrecht a parte. ebenda; unterschieden wird das grosze jägerrecht, kopf und hals bis an die dritte rippe von einem hirsch oder thier, und das kleine jägerrecht, der aufbruch, nämlich das geschlinge nebst dem übrigen eingeweide. Jacobsson 2, 303ᵇ.
2)
das schieszgeld eines jägers. Adelung.
3)
der dem leithund gebührende theil eines erlegten wildes. Frisch 1, 482ᶜ; hundsteil, alias jägerrecht, polluctum canarium Stieler 2268.
4)
jägerrecht die strafe die einem gegeben wird, der sich gegen weidmannsgebrauch und weidmannssprache verfehlt, und die in drei schlägen mit dem weidmesser besteht: bei dem dritten (schlage wird) wieder geschryen: das ist das edle jägerrecht. Göchhausen not. ven. 259; hei hei, das sind kropfstösz: das ist jägerrecht: die füchs nur dapfer gestreift. Garg. 99ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2223, Z. 18.

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Zitationshilfe
„jägerrecht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/j%C3%A4gerrecht>, abgerufen am 22.10.2021.

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