Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

jäckel, jäkel

jäckel, jäkel,
eine der koseformen des eigennamens Jacob, wie Hans in allgemeinere verwendung gekommen, vgl. Wackernagel kl. schr. 3, 162 f. es bezeichnet
1)
einen beliebigen, irgend jemand, mit niedrigem nebenbegriff; in sprichwörtlichen wendungen: aber wan wir nun das vatterland bedienen und berathen sollen, da stehen wir an: da sehen wir allererst, wo Jäckel in den bohnen gesessen, wann sie nun sind auszgelochen. Philander 2, 13; das heiszet dann, wie in nechster vorrede geandet, Hans hienuber, gans heruber. Jäckel hienausz, Jockel herein; gans ubers meer und wider heruber. s. 180, in zusammensetzungen: hurenjäckel, schmirjäckel, taubenjäckel (Schm. 1, 1204 Fromm.), wo es einen auf etwas närrisch erpichten ausdrückt.
2)
einen bauren, bauerburschen: (Grandgosier, bei jahrmärkten) fochtelt mit den bauren herumb, stach inen die kannen, häfen und krüg zum kopf, jagt den Jäkel mit dem karrenmesser vom kegelblatz, trug im die Kett (Käthe) von der seiten. Garg. 51ᵇ; auch einen verächtlich dummen menschen: ein armer Jeckel und ascherprödel oder abersel. Mathesius Sar. 53ᵇ. so braucht Luther Jäckel verächtlich in bezug auf einen unfähigen prediger, der Jacob heiszt: immer weg mit diesem Jäckel. 5, 174; ich bin meins theils aus dem bericht uber die masze auf den Jäckel unlustig worden, das er so mit faulen zoten umgehet. ebenda;
sie (die frau) sol den man für keinen lapen
Jäckel halten oder tiltapen.
meisterges. vom j. 1608, Berliner handschr.
einen narren: bist du auch ein Jekel, so thue es auch. Luther 4, 165ᵃ; einen sticht der Jeckel: in Reinbeck stach die nonnen der Jeckel, dasz priörin, subpriörin und der ganze convent 1528 ihr kloster .. verkauften. Biernatzki schleswig-holstein. volksbuch 1846 s. 159.
3)
eine ausgestopfte, an stricken gezogene menschenfigur hiesz Jäckel, Jackel. Schm. 1, 1204 Fromm.
4)
gerätname: eines groszen schmiedehammers und eines groszbauchigen kruges. Schm. a. a. o. vgl. auch Jäcklein, Jockel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2201, Z. 61.

jäckel, jäkel

jäckel, jäkel,
eine der koseformen des eigennamens Jacob, wie Hans in allgemeinere verwendung gekommen, vgl. Wackernagel kl. schr. 3, 162 f. es bezeichnet
1)
einen beliebigen, irgend jemand, mit niedrigem nebenbegriff; in sprichwörtlichen wendungen: aber wan wir nun das vatterland bedienen und berathen sollen, da stehen wir an: da sehen wir allererst, wo Jäckel in den bohnen gesessen, wann sie nun sind auszgelochen. Philander 2, 13; das heiszet dann, wie in nechster vorrede geandet, Hans hienuber, gans heruber. Jäckel hienausz, Jockel herein; gans ubers meer und wider heruber. s. 180, in zusammensetzungen: hurenjäckel, schmirjäckel, taubenjäckel (Schm. 1, 1204 Fromm.), wo es einen auf etwas närrisch erpichten ausdrückt.
2)
einen bauren, bauerburschen: (Grandgosier, bei jahrmärkten) fochtelt mit den bauren herumb, stach inen die kannen, häfen und krüg zum kopf, jagt den Jäkel mit dem karrenmesser vom kegelblatz, trug im die Kett (Käthe) von der seiten. Garg. 51ᵇ; auch einen verächtlich dummen menschen: ein armer Jeckel und ascherprödel oder abersel. Mathesius Sar. 53ᵇ. so braucht Luther Jäckel verächtlich in bezug auf einen unfähigen prediger, der Jacob heiszt: immer weg mit diesem Jäckel. 5, 174; ich bin meins theils aus dem bericht uber die masze auf den Jäckel unlustig worden, das er so mit faulen zoten umgehet. ebenda;
sie (die frau) sol den man für keinen lapen
Jäckel halten oder tiltapen.
meisterges. vom j. 1608, Berliner handschr.
einen narren: bist du auch ein Jekel, so thue es auch. Luther 4, 165ᵃ; einen sticht der Jeckel: in Reinbeck stach die nonnen der Jeckel, dasz priörin, subpriörin und der ganze convent 1528 ihr kloster .. verkauften. Biernatzki schleswig-holstein. volksbuch 1846 s. 159.
3)
eine ausgestopfte, an stricken gezogene menschenfigur hiesz Jäckel, Jackel. Schm. 1, 1204 Fromm.
4)
gerätname: eines groszen schmiedehammers und eines groszbauchigen kruges. Schm. a. a. o. vgl. auch Jäcklein, Jockel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2201, Z. 61.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
judengott
Zitationshilfe
„jäkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/j%C3%A4kel>, abgerufen am 27.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)