Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

judengasse, jüdengasse, f.

judengasse, jüdengasse, f.
gasse in welcher im mittelalter die juden abgesondert wohnen musten: der zustand der judenstadt (zu Frankfurt a. M.), eigentlich die judengasse genannt, weil sie kaum aus etwas mehr als einer einzigen strasze besteht, welche in frühen zeiten zwischen stadtmauer und graben wie in einem zwinger mochte eingeklemmt sein. Göthe 24, 236;
ein abgetragnes kleid ziert nur die judengasse.
Günther 1003.
an vielen orten noch heute gassenname, obschon die juden längst daraus verschwunden sind.Bildlich, von etwas eng an einander geklebten: Fichte fiel nicht erst den kritischen Kant logisch an, sondern liesz ihn mit seinem lehrgebäude stehen, und stellte blos ein frisches daneben; so wie wieder Schelling seines neben dieses, und so entstehen am ende die ansehnlichsten judengassen von lehrgebäuden. J. Paul kleine bücherschau 1, 29.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2354, Z. 67.

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judengott
Zitationshilfe
„jüdengasse“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/j%C3%BCdengasse>, abgerufen am 16.10.2021.

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