Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jacobsstrasze, f.

jacobsstrasze, f.
1)
strasze nach st. Jacob von Compostell: dasz auf sämbler und jacobsbrüder, die lange, scharpfe und ungebürliche eisen an iren pilgramstäben tragen und das almuesen nit auf st. Jacobs-straszen sunder vom weg suechen, fleiszig gesehen werde. tirol. landesordn. von 1603 bei Fromm. 6, 158; in weiterem sinne eine in die ferne führende strasze:
sie konten wol hofieren alle beid,
Lumpus auf der sackpfeifen west bescheid,
so kont wol schlagen Leckus die quinteren.
darmit zogen sie auf sant Jacobs strasz (in der welt herum).
Gödeke u. Tittmann liederb. 383, 28.
2)
die milchstrasze: s. Jacobs straasz lacteus circulus Maaler 233ᵈ; jacobsstrasze am himmel, via lactea, lacteus circulus Steinbach 2, 736.
3)
von einem langen fleck auf dem tischtuche: es sein etliche die fressen gleich wie die säw, und nemmen mehr in löffel oder auf den schnitten, weder darauf mag, machen also ein jacobsstraszen auf dem tischtuch, welches dann ganz unhöfflich und unfletig stehet. Keisersberg narrensch. 59ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2204, Z. 1.

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Zitationshilfe
„jacobsstrasze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jacobsstrasze>, abgerufen am 16.10.2021.

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