Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jammerig, adj. und adv.

jammerig, adj. und adv.
1)
voll elend oder herzeleid, mhd. jâmerc, jæmerc:
si wart sô jâmerc zehant
und so trûric gemuot,
daʒ ir von herzen daʒ bluot
dræte ûʒ ir munde.
klage 1379;
(gott) hilft den armen, verachten, elenden, jamerigen, verlassenen. Luther 1, 478ᵃ; (das herz) das da mat ist und jamerig. 28ᵃ; ich bin so betrübt und jamerig, das mir nichts schmeckt. 3, 18ᵃ; so ist er (Christus) je kein tyrann oder richter, der uns umb der sünde willen verdammen, und die, so vorhin elend und jamerig sind, mehr betrüben wolle. Luther 7, 27ᵃ; ich will den Ariel engsten, das er traurig und jamerig sei. Jes. 29, 2; eine seele die seer betrübt ist, und gebücket und jamerig hergehet. Bar. 2, 18. von einem ereignis, elend oder leidvoll verlaufend:
es begann (das jagen) am montag morgen,
auf Chiviats hügeln hoch:
das kind wehklagts, noch ungeborn!
es ward sehr jammrig noch.
Herder z. litt. 8, 40.
2)
elend, betrauernswert: alle deine liebhaber sind jamerig umbbracht. Jer. 22, 20 in den ausg. bis 1541 (von da ab durch jamerlich ersetzt, vgl. Bindseils bibel 4, 148).
3)
mitleidig, erbarmend (vgl. jammer 8): nicht allein gedültig, sondern auch barmherzig und jamerig mus er (der christ) sein uber seinen feind, und sagen, ah du armer mensch, was machstu doch? Luther 4, 251ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2255, Z. 5.

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Zitationshilfe
„jammerig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jammerig>, abgerufen am 27.10.2021.

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