Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jammervoll, adj.

jammervoll, adj.
voll elends, in bezug auf zustände: die jammervolle lage der von krieg heimgesuchten länder;
des abgrunds schlosz, die jammervolle pest
entleere sich!
A. Gryphius 1663 198;
so jammervoll, durch glaubenszwang entstellt,
gehüllt in öde finsternisse,
lag Deutschland einst.
Gotter 1, 426;
nicht immer war es mit uns so
jammervoll, als ihr uns heut auf diesen wegen erblicktet.
Göthe 40, 245;
voll herzeleids, in bezug auf personen und deren äuszerungen: welch eine litanei von jammervollen betrachtungen läszt sich nicht bei diesen blättern recitiren. Göthe an Schiller 1, 404;
den augenblick befürcht ich, der ihn weckt;
euch wird ein jammervoller mann erscheinen.
Göthe 9, 303;
o jammervolle mutter! welcher streich des todes
erwartet dich! sie wirds nicht überleben.
Schiller Wallensteins tod 3, 2;
nehmt nicht den letzten schmuck
aus unserm leben weg! die jammervolle
erfreut der anblick alter herrlichkeit.
Maria Stuart 1, 1;
wenn noch mitleid in dir glimmt,
so zeig es meinem jammervollen vater.
Turandot 5, 2;
ihr elenden, die nicht fühlen, wie jammervoll dem unglücklichen ist. Fr. Müller 3, 419.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2261, Z. 76.

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Zitationshilfe
„jammervoll“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jammervoll>, abgerufen am 28.10.2021.

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