Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

janhagel, m.

janhagel, m.
pöbel, hergelaufenes volk, aus dem ersonnenen eigennamen Johannes Hagel (vgl. hagel sp. 144, Hans sp. 460) entstanden, den Bürger noch ausschreibt: βοῶπις, die farrenäugige, wird wahrscheinlich ein brocken für den ästhetisch kritischen Johann Hagel sein. 193ᵃ; sonst gekürzt, aber noch wie ein eigenname gebraucht:
da gafft auf beiden seiten
Janhagel aus der see.
23ᵃ.
als appellativum: janhagel, plebs infima Steinbach 1, 667, der das wort als vox cavillationis praesertim Hamburgi aufführt, vgl. bei Schütze 2, 185 Jann Hagel un sîn mât, pöbel und pöbelsgenossen, in der Mark heiszt es Jan Rapp un sîn mât Fromm. 6, 143; das lächerliche schauspiel hat den janhagel des städtchens schaarenweise um ihn her versammelt. Schiller 7, 59 Kurz (verbrecher aus verlor. ehre).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2263, Z. 5.

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Zitationshilfe
„janhagel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/janhagel>, abgerufen am 15.10.2021.

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