Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jasmin, m.

jasmin, m.
jasminum, zierstrauch mit wolriechenden blumen in mehreren arten, seit dem 16. jh. lat. jasminum, jeseminum, gesminum, gelseminum, josma, josmenum, josme, der deutsche name ist veiolräben Dief. 283ᵇ; jasmin, apiaria Schottel 1340; gelseminum, veilreben, jesmin Kirsch cornuc.; span. jasmin, ital. gelsimo, franz. jasmin, älter josmin, josimin (Littré 2, 175ᵇ); niederl. jasmijn, vom arab. jâsemûn, in statu obliquo jâsemîn, wo es aber auch fremdwort ist, vgl. Dozy Oosterlingen (1867) s. 44; griech. ἰάσμη, ἰασμέλαιον bezeichnete ein wolriechendes persisches öl. die pflanze ist über Spanien und Italien zu uns gekommen, seit dem 16. jahrh. wird sie wegen ihres wolgeruchs und ihrer heilenden kraft sehr cultiviert: der jaszmin oder veielreibe .. wird innsonderheit zum laubwerk und die gänge in wurzgärtlin damit zuziren hoch gelobt und gehalten. man kan ausz den weiszen und holdseligen blümlin ein öl machen ... Sebiz feldb. 248; im 18. jahrhundert erscheint der name als jasmin, jesmin, und, nach französischer aussprache, schasmin:
wo, von jasmin umgittert,
die laube traulich winkt.
Matthisson ged. (Zürich 1794) 17;
ich will ein dach von rebenlaube wölben,
dich zu erfreun,
und deinen weg mit rothen und mit gelben
jesmin bestreun.
Hölty 166 Halm;
er thut so zahm, den blühenden schasmin
aus seiner hand mit losem pick zu naschen.
Wieland 17, 84 (Idris 2, 25);
kaum trat ich aufs gestad, als eine andre schaar
von nymfen hinter den schasminen
hervor geschlichen kam.
s. 187 (3, 103);
bei Brockes aber, nach der italiänischen form, als jelsomin:
die halb entzückte zunge schmecket (bei der erdbeere)
zugleich ein liebliches gemisch von jelsomin,
ziebeht und ambra.
1, 97.
jasminähnliche sträucher heiszen gleichfalls jasmin: so lycium, wolfsdorn, kreuzdorn, stachlichter oder dornichter jasmin; philadelphus coronarius, wilder jasmin, weiszer jasmin, auch nur jasmin; gardenia florida, capjasmin; bignonia radicans, virginischer jasmin; bignonia sempervirens, gelber jasmin; plumieria rubra, rother jasmin; nyctanthes sambac, arabischer jasmin; syringa persica, falscher blauer jasmin; syringa vulgaris, wilder jasmin. Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2265, Z. 28.

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Zitationshilfe
„jasmin“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jasmin>, abgerufen am 28.10.2021.

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