Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jauf, n.

jauf, n.
scherz, namentlich grober, verächtlicher, wie er von gauklern und possenreiszern getreiben wird, neben gauf (theil 4¹, 1542), älter jûf. das wort ist seit dem 15. jahrh. bekannt und wol aus der gaunersprache eingedrungen, wo juffart (d. i. jûf-hart) einen freibettler bezeichnet (Phil. Ludg. 4, 169), d. h. also einen solchen, der den jûf, das freie umherschweifen auf dem bettel, das mit spruchsprechen verbunden war, als beruf treibt; vgl. auch unten jaufkind: da nu solche hohe treffliche ding mir so gar nerricht und lecherlich waren, ward der trefflich man zornig, und sprach, ich machte ein jauf draus, weil ichs mit gutem grund nicht widerlegen künde. als denn zwar auch nicht billich, viel weniger not war, das jemand solt aus solchs trefflichen mans subtilest tichten, ein jauf oder gauch machen. Luther 1, 394ᵇ, dieses gauch mag nur umdeutung von jauf sein, wie man den gauch treiben für narrenwerk treiben sagte (vgl. theil 4¹, 1529. 1531);
mir ist dein schnauf   ein jauf.   was geb ich uf dein keichen?
meisterges. in der Germ. 3, 311;
was nur der Luther sagt und schreibt,
sein gespött und juff darusz treibt.
Murner luth. narr 3325.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2271, Z. 55.

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Zitationshilfe
„jauf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jauf>, abgerufen am 24.10.2021.

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