Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jaufkind, m.

jaufkind, m.
landstreicher, der sich vom possenreiszen nährt, vgl. gaufkind theil 4¹, 1547, gaufmann ebenda: histrio gauffkind, jauffkind, juffkind Dief. 279ᵃ; da fiel der geist der geitigkeit durch die augen ein in das herz der weinbuben, tabernierer, füller, spiler, gassentreter, freiheiter, jaufkinder, galgenschwenkel, luderer, und was solcher hefen was. d. städtechr. 3, 142, 20; darnach (bei einer hochzeit) verbringt man die malzeit .. mit spilleuthen, hofieren, schalksnarren, schwenken und jaufkind oder freihart sprüchen. S. Frank weltb. 129ᵇ; lotter, jaufskinder, träumendeuter. Fischart groszm. 89;
Sylenus der verlag sich nit
im narrenschiff fuͦr er ouch mit
und sonst juffkynd und metzen vil
mit groszer freüd und seitenspyl.
Brant narrensch. 66, 85;
sag mir, jaufkind, wa kumst du her?
du reitest weder esel oder pfert (frage an einen freiheit).
fastn. sp. 553, 13;
jaufkint, noch eins du mich bescheit!
wo ist der himel dreier spannen weit?
560, 25 (unter andern spitzfindigen rätselfragen);
er hielt in (einen alchimisten) für ein jaufkint
und stiesz in von der tür geschwind.
H. Sachs 2, 250, 37 Tittmann;
bei Maaler in schon verblaszter bedeutung, als masc.: der jufkind, böser, muͦtwilliger und verwägner oder fräffner läcker, adolescens perditus ac dissolutus, ungezämpt, unzüchtig, unverschampt, unmäszig, verthuͤyg. 238ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2272, Z. 17.

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Zitationshilfe
„jaufkind“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jaufkind>, abgerufen am 27.10.2021.

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