jeck, jecke m
Fundstelle: Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2284, Z. 39
für geck, gecke, s. d.:
dasz sie, die höher so sich halten als sie gelten,
musz billich alle welt, er selbst, für jecken schelten.
Logau 3, 215;
der ist ein jeck, wer tugend hat.
Hoffmannswaldau getr. schäfer vorr. 3ᵃ,
übersetzung von Walther 24, 7:
swer zühte hât, der ist ir gouch;
treu und beständigkeit
sind eifriger jecken ertichtete grillen,
nur zum betrug der weiber ausgestreut.
getr. schäfer 20;
hättestu den alten jecken nur zu rechter zeit geglaubet.
136;
da man nichts groszes mehr an ihm zu sehen kriegt,
als dasz ein stolzer jeck in träger wollust liegt.
Caniz 133.
es heiszt einen zum jeck machen, wie zum narren machen:
ei echo, du wilst mich zum jäcken nur machen!
Logau 2, 126, 34;
einem einen jecken bohren: hat ihnen (dem Adam und der Eva) einen jecken gebohrt und sie mit seinen süszen glatten worten überredet, dasz sie von gott ihrem schöpfer abgefallen sind. Schuppius 652; den jecken rücken:
ir auch zu ehr ein liedlein singt,
und rückt den jecken, das es klingt.
B. Ringwald laut. warh. 77;
der jecke bleckt, der narr guckt hervor:
doch wenn sie nicht recht klug, wird doch der jecke blecken.
Wiedemann mai 59.
für die Armagnaken galt im 15. jh. eine umdeutung arme jecken:
so ziehen wir (Jacobsbrüder) durch der armen jecken lant.
Uhland volksl. 799.
Zitationshilfe
„jeck“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jeck>, abgerufen am 20.06.2019.

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