Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jederzeit, adv.

jederzeit, adv.
omni tempore, semper: es ist mir doch lieb, dasz ich ihm nie einen redlichen tropfen bluts zugetrauet, und seine reden jederzeit für das gehalten habe, was sie sind. Lessing 1, 422;
solch edle freiheit haben auch
die Züricher nach altem brauch
jederzeit stattlich handgehabt.
Fischart lobspruch auf Zürich, bei Scheible 16, 1067;
so leb ich iederzeit,
und habe stets mit furcht und hoffnung einen streit.
Opitz 2, 160;
sein herz ist gegen mir mit vater-treu entbrand,
er ists, der iederzeit vor mich, sein kind musz sorgen.
A. Gryphius 1698 2, 341;
ein könig, dem an macht und weisheit keiner glich,
erwies sich jederzeit im herrschen väterlich.
Hagedorn 2, 6.
gleich jedesmal, mit verben, die eine widerkehrende handlung ausdrücken (vergl. bei immer 10 sp. 2070 und je sp. 2276): auf befragung seiner herrschaft jederzeit richtig zu antworten. Hohberg 1, 583ᵃ; jederzeit, wenn er kommt, bringt er eine neuigkeit mit; den eindruck davon vertilgt er durch gegenwart, leben und wirken jederzeit wieder. Göthe an Schiller 1, 254; sie hatte dem ganzen verhältnisse eine so tiefe beseelung gegeben, dasz sie jederzeit des abends, wenn sie sich zum schlafengehen entkleiden wollte, schamhaft zuvor ihrem freunde auf dem kamin (einem nuszknacker) das haupt mit einem tuche verhüllte. Immermann Münchh. 1, 56.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2293, Z. 31.

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Zitationshilfe
„jederzeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jederzeit>, abgerufen am 25.10.2021.

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