Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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jemalen, adv.

jemalen, adv.,
wie jemal, aber als dat. plur. gebildet (vgl. jeweilen); die form ist vorzugsweise dem 17. und der 1. hälfte des 18. jahrh. geläufig: dasz weder glick noch unglick meine lieb und trew jemahlen verhindern noch verringern könte. Weckherlin dedic. zu den weltl. gedichten; die allerweisesten und vernünftigsten die jemahlen gelebet. Schuppius 419; ich glaube nicht, dasz er jemahlen auf eine unbarmherzigere weise gemiszhandelt worden. Liscov 33; es verschworen haben, jemahlen die feder wieder anzusetzen. 81; ob sie jemahlen etwas gelesen. 150; habt ihr jemahlen mich eures vertrauens würdig geschätzet. 357; bist du wohl jemahlen mehr gelobet worden? 399; es hats noch keiner gethan, noch einer von uns jemalen thun sehen. Tieck 9, 44.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2300, Z. 43.

jemals, adv.

jemals, adv.,
wie jemal, aber als genitivbildung von mal; seit dem 16. jahrh. nicht unhäufig, heute allein noch üblich. es bezieht sich auf gegenwart und zukunft: welcher reiset jemals auf seinen eigen sold? 1 Cor. 9, 7; ich hoffe mehr als jemals auf eine ortsveränderung. Göthe an Schiller 1, 143; eine grosze reise und viele von allen seiten zudringende gegenstände wären mir nöthiger als jemals. 204;
liebchen, kommen diese lieder
jemals wieder dir zur hand.
werke 1, 115;
o, werden wir auch jemals glücklich werden?
Schiller Piccol. 3, 5;
hier und dort verfolge mich beschwerde,
wenn, einmal wittwe, jemals weib ich werde.
Shakesp. Hamlet 3, 2.
auf die vergangenheit: wer ist jemals auf dem meer so stille worden, wie du Tyrus? Hes. 27, 32; wer ist jemals zu schanden worden, der auf jn gehoffet hat? wer ist jemals verlassen, der in der furcht gottes blieben ist? oder wer ist jemals von jm verschmehet, der jn angerufen hat? Sir. 2, 11. 12; niemand hat gott jemals gesehen. 1 Joh. 4, 12; zu welchem engel hat er jemals gesagt, du bist mein son? Hebr. 1, 5; mich, den schicksalbezeichneten helden der abenteuerlichsten bildungsgeschichte, welche jemals die erde sah. Immermann Münchh. 2, 104;
erlaubte sie mir jemals ein geschenk
von höherm werth als eine frühe blume
im winter oder seltne frucht?
Schiller jungfr. 1, 4;
es ist die allerschnellste fähre,
die jemals einen wandrer trug.
parabeln u. rätsel 2.
auf ein bestimmtes vergangenes ereignis hindeutend, das nur der zeit nach nicht genau angegeben wird: um die lateinische sprache hat er sich wol verdienet gemacht, dererselben nettes gold von vielen barbarischen klumpen gesäubert .. jemahls hat er hievon eine schöne rede gethan in öffentlicher groszer versamlung. Brandt bericht v. leben Taubmanns 29.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2300, Z. 59.

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Zitationshilfe
„jemalen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jemalen>, abgerufen am 27.10.2021.

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