Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jesustänzlein, n.

jesustänzlein, n.
eine art tanz des 15. 16. jahrh., vielleicht aus einer nachbildung des einzugs Jesu in Jerusalem und der dabei jauchzenden und springenden menge (Matth. 21, 8. 9) erwachsen, jedenfalls etwas wilder natur: es ist nit ein gackel oder ein narrenfröd damit die welt umbgat, als da man ein Jesustenzlin thuͦt, ir freud ist in widerwertigkeit zuͦ leiden, und künnen sich in ir frewen. Keisersberg 15 staffeln 8ᶜ. dasselbe ist Jesusgänglein:
er hat ir klosterbrötlin geschickt,
mit süszen augen angeblickt,
ein klosterdentzlin hat er gethon,
mit ir ein reyen gefieret schon,
und ein Jhesusgenglin gemacht,
uber ein zan sie an gelacht.
Murner luth. narr 3701.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2314, Z. 29.

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Zitationshilfe
„jesustänzlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jesust%C3%A4nzlein>, abgerufen am 06.12.2021.

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