Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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jeuchen, verb.

jeuchen, verb.
jagen, hetzen, ein altes oberdeutsches wort: jeuchen, vulg. jagen, fugare, insequi, venari. voc. inc. theut. k 6ᵃ; fugare youchen Dief. nov. gloss. 184ᵃ; jeichen fugare Dasyp.; darumb so laufen si gen Rom als jeucht si der tüfel. Schade sat. u. pasqu. 3, 60, 31; uff das erst wan ein hund gensz jeuchet. Pauli in Zarnckes Brant s. 322ᵃ (weitere belege ebenda);
an mynem seyl ich drafter (hin und her) yeich
vil narren, affen, esel, geüch.
Brant narrensch. 13 überschr.;
thuͦt mich bald uff die gouchmat jeichen.
Murner gouchm. 727;
dann sie eilent kam dar gerent,
und jeucht die flöh ausz jhrem hembt.
Fischart dicht. 2, 400, 492 Kurz.
Wie sich das wort schon mhd. als jöuchen, jouchen und mit kurzem vocal auch als jochen findet (nachweise bei Lexer handwb. 1, 1483 und unten s. v.), so lebt es noch schweiz. als jäuchen, jäucken, jeucken vorwärts treiben, vom vieh; jemand barsch fortschicken, intrans. ausgelassen lustig sein, lärmend springen, mit jäucker hurenjäger und andern ableitungen Stalder 2, 71. 72; bairisch jaucken, jeicken, jucken jagen Schm. 1, 1200 Fromm., jaugken, jäucken, jeicken jagen transitiv und intransitiv 1205; kärntnisch jaucken davon rennen, eilen, schnell fahren, jäucken und jäuckern, machen dasz jemand eilt, flieht, antreiben, und im weitern sinne quälen, züchtigen Lexer 151. dem sinne nach ist jeuchen eins mit jächen, jechen fugare oben sp. 2199. 2284, der etymologie nach ist es ganz verschieden, wie auch beide wörter in ganz verschiedenen gegenden gebräuchlich sind: jeuchen stellt sich zu goth. jiuka streit, zorn, jiukan kämpfen, siegen und der dazu gehörigen wortreihe, worüber weiteres unter jucken.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2325, Z. 64.

juchen, verb.

juchen, verb.
juch schreien; theils mit kurzem vocal gesprochen (so in Düringen), theils mit langem (jûchen), in Niederdeutschland (Fromm. 5, 149) und dem entsprechend gereimt:
mit gekreisch und juchen
schwärmt des dorfs gewühl
dann um nüss und kuchen.
Voss 4, 178;
wenn weib und kindlein roth und frisch
sizen um den vollen tisch,
und, die hände klatschend, juchen
um den ungeheuren kuchen.
6, 200;
karossen rasseln, der trinker jucht
und mädchen schrein im gedränge,
drehorgeln pfeifen, der kärrner flucht,
o Babels würdige klänge!
A. v. Droste-Hülshoff ged. (1873) s. 240.
vom geschrei der eule:
wann die eul jucht,
man sie verflucht.
Eyring 2, 131,
wofür aber Schottel 1341 den inf. juchten ansetzt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2345, Z. 15.

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Zitationshilfe
„jeuchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jeuchen>, abgerufen am 23.10.2021.

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