Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

joch, conj.

joch, conj.
auch, und auch, ahd. jauh, jouh aus ja auh, mhd. jouh und joch; es setzt sich nur bis ins 16. jh. im oberdeutschen, vornehmlich alemannischen fort, und steht, wie einfaches auch,
1)
zusetzend: etiam joch Dief. 211ᵇ; wenn sich ainer zuͦ ainem groszen herren oder junkherren oder joch sunst zuͦ ainem andern verdingt. Keisersberg has im pf. B 6ᵃ.
2)
eine frage einleitend oder begleitend: joch, num, adverb. interrogandi, gedenkt er joch (druckfehler doch) was er sagt, num cogitat quid dicat? Maaler 237ᵃ.
3)
hervorhebend, bekräftigend: besser (bessere) joch jetz din leben. Keisersb. bilg. 12ᵃ; als nun die pilgre so vil guͦts der liebe Marie veryehen, redt er auch das sein darzuͦ, sprechende: wie wirdig schetzen jr sy joch, sy ist mein schwester. Wickram rollw. 18, 16 Kurz;
er sprach: ich sicz so sanft und wol
daʒ mich joch nieman retten schol.
ring 8ᶜ, 33.
4)
häufig verallgemeinernd und steigernd (wie auch, immer, selbst) in den verbindungen was joch, wie joch, wo joch, ob joch: was bösz sy mir (druckfehler nur) joch bewysen habe, utut erga me merita. Maaler 237ᵃ; was joch darausz werde, es gange wie es wölle, utcunque erit. ebenda; wir verlassen euch umb todt und leben nit, oder was uns joch begegnen mag. Aimon bog. C ij; was mir joch darausz volg. S iiij; aber ich will dar reiten, was mir joch darumb geschehe. m;
und wils ouch herr vor eüch bestan
recht als ein frommer christen man,
was mir darumb joch sol geschähen.
P. Gengenbach fünf juden 329;
wie es joch seye, so gon ich nochten nit, utut est, non ibo tamen. Maaler 237ᵃ; wie es joch mir geliebe, utcunque collubitum animo est meo. 237ᵇ; wie jm joch sei. Aimon bog. K iiij;
ich btracht allein nach guͦt und eer,
frag nit wie es joch kumme här.
P. Gengenbach X alter 490;
wo joch etwas not was, so warden sie gefordert, fürsichtiglichen zu helfen. d. städtechr. 3, 44, 22; donoch frogete er, ob 30 und ob 20, hyndennoch ob joch 10 gerehte menschen do werent? do wart ime allewegent 'jo' geentwürtet. 8, 252, 16; (sie beschlossen) welre under in zuͦ bobeste wurde erwelet, das der solte schaffen noch allem sime vermügende, das einhellikeit wurde in der cristenheit in eime jore, ob er joch solte das bobestum ufgeben und dervon gon. 9, 605, 25; er überstreit (überwindet) sich selber, das er seinen nächsten nit betruͤbt; ob er joch schaden von jm entpfangen hat, so leidet er es doch gedultiglichen. Keisersb. pred. teutsch (1510) 115ᵈ; umb des gelts willen sind si all tag geschickt mesz zuͦ lesen und das sacrament zuͦ nieszen, ob si joch des nachts hetten ein kuͦw geschunden. Schade sat. u. pasqu. 3, 63, 1; ob es joch die herren nit wol verdienten. L. Jud Titus BB 2ᵃ;
sie müssen hören worheit all,
ob es jnn joch nit wol gefall.
Brant narrensch. vorrede 72;
wer herren ubel redet üt,
das blibt verschwygen nit lang zit,
ob es joch ver geschäh von jm,
die vogel tragen usz din stim.
19, 73.
5)
in bedingungssätzen: welre aber an in gloubete, der würde behalten in wie vil sünden er joch stürbe. deutsche städtechr. 9, 534, 1; got nimpt nit me für guͦt, gebest du im joch tusent pfunt für ein örtly. Keisersberg bilg. 2ᶜ; du sigest (seist) joch in geistlichem oder in weltlichem stat, was unflotz (unflates) ist in disem kropf? nyd und hasz. 10ᵇ; wa dir nur ain wenig von der welt werden mag, es sey joch nur ain unnütz geschwatz, .. da streckest du die oren hin. has im pf. Aa 4ᵇ; gang jm zuhanden was es wöll, so laszt er es got walten er geb jm joch die hell oder das hymelreich. Bb 5ᵇ; es sei joch zu recht oder unrecht. Aimon bog. V; mir gesche joch drumb was gott will. p 1; es were joch Martin und Giszharten lieb oder leidt. q 1;
so wär es doch nit mein gelimph,
gen sölhen herren zuo reiten, ...
waren der joch nür einr alläin,
ich getörst in nit bestân.
ring 4ᵃ, 17;
und redt keim menschen üt guͦts noch,
er sy joch nyder oder hoch.
Brant narrensch. 19, 52;
vil ringer wer eins beren zorn
der joch syn jungen hett verlorn
dann tulden das ein narr dir duͦt.
35, 31;
(dasz er) blyben möcht ein guͦt gesell,
er far joch dann, war gott hin well.
43, 6;
und (ich) lasz es sein da mit ein ding
got geb joch wems uffs lest geling.
P. Gengenbach Nollhart 1241;
dann got sie nit ungestrafft lot,
got geb joch wie der hymel stot,
er sei im wider oder schoff.
practica 224;
wo zuo uns kumpt ein guoter gsell,
der gelt hat, sy joch wer er well,
der darf jnn unseren hüseren tryben
vas jn nun glust.
trag. Joh. C ij;
wo aber jemants nit wurd beschnitten
nach disem meinem geheisz und sitten,
sey joch erkauft, knecht, frömbder part,
oder deins hauszgesinds borner art,
desz seel sol auszgerütet werden
ausz seinem volk.
Haberer Abraham 1592 C iijᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2327, Z. 15.

joch, adj.

joch, adj.
schnell, eilig, für jach sp. 2198 fg.; in der formel mir ist joch:
nach seinem seckel war jm joch.
B. Waldis Esop 4, 21, 75;
was? ich bin ein junger mann noch,
mir ist in himmel noch nicht joch,
musz mich basz genieten der welt.
Frisch 2, 19ᵇ (von 1545).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2328, Z. 33.

joch, n.

joch, n.
jugum. goth. juk; alts. altndfr. juc, niederl. juk, jok, nd. jok, jog; ags. geoc, gioc, engl. yoke; altnord. schwed. ok, dän. aag; ahd. mhd. joh, joch, mit einer nebenform jiuch, die in jeuch (sp. 2325) fortlebt. urverwandt ist sanskr. yuga-s und juga-m, griech. ζυγός und ζυγόν, lat. jugum, kslav. igo, litt. jungas überall in gleicher bedeutung (Fick s. 161 fg.), von der wurzel yug′ schirren, verbinden. joch heiszt
1)
das gestell, welches, auf hals oder kopf der zugthiere gelegt, dieselben mit dem pfluge oder wagen verbindet:
der ander (stier) hieʒ Ræme:
nie rint sô genæme
wart geweten under joch.
Helmbrecht 825;
das sie zu dir füren eine rötliche kue on wandel, an der kein feil sei, und auf die noch nie kein joch komen ist. 4 Mos. 19, 2; sollen eine junge kue von den rindern nemen, da mit man nicht geerleitet hat, noch am joch gezogen hat. 5 Mos. 21, 2; kanstu jm (dem einhorn) dein joch anknüpfen die furchen zu machen? Hiob 39, 10; (er herscht) gleichwie ein bawr uber sein thier, das er ins joch knüpfet, und last aufledet, als ein herr des thiers, das im joch gefangen und gebunden ist. Luther 3, 178ᵃ; wie eine kuhe die am joch ziehet. Philander (1650) 1, 423;
der pflugstier selbst, der sanfte hausgenosz
der menschen, der die ungeheure kraft
des halses duldsam unters joch gebogen.
Schiller Wilh. Tell 1, 4;
sprachs, dann trieb er die ross und geiszelte; aber in eile
stürmeten jen' ins gefilde, die stadt mit begierde durchrennend.
ganz den tag ward ihnen das joch um den nacken erschüttert.
Odyssee 15, 183.
2)
verwendet in einer groszen reihe von bildern, die eng an die vorige bedeutung anknüpfen.
a)
ein schweres, leichtes, hartes, sanftes, eisernes joch: dein vater hat unser joch zu hart gemacht, so mache du nu den harten dienst und das schwere joch leichter, das er uns aufgeleget hat. 1 kön. 12, 4; gehe hin und sage Hanania, so spricht der herr, du hast das hülzene joch zubrochen, so mache nu ein eisern joch an jenes stat. denn so spricht der herr Zebaoth, der gott Israel, ein eisern joch hab ich allen diesen völkern an hals gehenkt. Jer. 28, 13. 14; mein joch ist sanft, und meine last ist leicht. Matth. 11, 30; gotte fleisziclichen dienen .. ist werlich ein süszes joch und ein leichte bürde. Suso briefe 26 Preger; belad mich nicht mit mehr kummer, dann ich mit schwerem joch beladen bin. Galmy 21; das eiserne joch der nothwendigkeit. Klinger 3, 286;
sie war so alt doch nicht, und reizte manchen noch
durch willigkeit und scherz in ihr gemächlich joch.
Lessing 1, 24
(durch scherz und willigkeit in das verliebte joch. variante);
ihm, sag ich, war zuletzt der einfall aufgestiegen,
den steifen hals, noch an des lebens rand,
ins sanfte joch der heilgen eh' zu schmiegen.
Wieland 22, 268 (Oberon 6, 37);
so zweifle nicht, dasz sie dort drüben auch
in Unterwalden und im Urner land
des dranges müd sind und des harten jochs.
Schiller Wilhelm Tell 1, 2.
b)
einem ein joch auflegen, anlegen, aufladen, an den hals hängen: und wird ein eisern joch auf deinen hals legen. 5 Mos. 28, 48; mache dir ein joch, und heng es an deinen hals. Jer. 27, 2; was versucht jr denn nu gott, mit auflegen des jochs auf der jünger helse, welches weder unser veter, noch wir haben mügen tragen? ap. gesch. 15, 10;
die schmeichelei legt ihre sanften bande,
ihr glattes joch nur eiteln seelen an.
Hagedorn 1, 13;
mögen sich die sein joch aufladen,
die mitessen von seinen gnaden,
die mit ihm tafeln im goldenen zimmer.
Schiller Wallenst. lager 11;
ein joch schnitzen:
o wer weisz was sonst für joch
uns der unfall unversehens sonsten wo kan schnitzen noch?
Logau 2, 47;
einen ins joch spannen, schmieden, unters joch bringen, beugen, schwatzen: wenn eltern so nach ihrer laune die kinder in ein unbekanntes joch schmieden (verheiraten). Kotzebue dram. sp. 3, 218; und daran seid ihr alle schuld, die ihr mich in das joch geschwatzt .. habt. Göthe 16, 95;
man spannet uns ins joch, doch bauen wir das land (worte eines mädchens).
v. Abschatz verm. ged. 133;
sich unters joch beugen, geben, unterm joch sein, ein joch auf sich nehmen, tragen: wer seinen hals nicht wird unter das joch des königs zu Babel geben. Jer. 27, 8; ergebt ewren hals unter jr joch, und laszt euch zihen. Sir. 51, 34; nemet auf euch mein joch. Matth. 11, 29; lasset euch nicht widerumb in das knechtische joch fangen. Gal. 5, 1; die knechte, so unter dem joch sind. 1 Tim. 6, 1; es ist köstlich ding einem mann, das er das joch in seiner jugent trage. klagel. Jer. 3, 27; müssen denn aber meine entwürfe sich unter das eiserne joch des mechanismus beugen? Schiller räub. 2, 1;
wir tragen joch in diser gfengnusz.
J. Ayrer 237ᵇ (1180, 26 Keller);
mein sohn, fängst jetzt an zu verzagen?
trägt ja ein jeder mensch sein joch.
Göthe 13, 132.
im joch ziehen, keuchen, seufzen, das joch drückt: ich lies sie ein menschlich joch zihen, und in seelen der liebe gehen, und half jnen das joch an jrem hals tragen. Hos. 11, 4; ziehet nicht am frembden joch mit den ungleubigen. 2 Cor. 6, 14; nicht an einem joch ziehen. Schottel 1124ᵇ;
herr, du weists besser noch
als ich dirs klagen kann, was mich drückt für ein joch.
P. Fleming 19;
barbaren gleich, die fern im südost
keuchen am joch und das joch beklatschen.
Platen 115;
das joch zerbrechen, abschütteln, abwerfen: so wil ich zubrechen das joch NebucadNezar des königs zu Babel. Jer. 28, 11; das knechtische joch ab werfen, jugum servile abjicere. Steinbach 1, 813: die philosophie hat das joch der autorität völlig abgeworfen und die gröszten philosophen überreden uns nur noch durch ihre gründe. Göthe 53, 249;
den stolzen mann als siegerin zu fesseln,
der nicht begreift, wie ihm geschieht, umsonst
sich einem joch entwindet, das er liebt,
das lockt mich an und reizt mich.
Schiller Phädra 2, 1.
c)
joch der dienstbarkeit, der fremdherrschaft, des amtes, geschäftes u. ähnl.: also gehn vil in nidern stenden under dem yoch der dienstbarkeit oder niderkeit demütig daher .. so sie aber zur herrschaft und ämptern kommen, und vom yoch abkoppelt .. werden, so erfind sichs wer sie sind. Frank parad. (1558) 197ᵇ; so trutzig und unüberwindlich, das sy noch niemandt under die gehorsame und joch der christen hat mögen bezwingen. weltb. 212ᵃ; unter des Türken gewalt und joch kommen. Becherer newe thür. chron. (1601) 458; Teutschland vom französischen joch erretten helfen. Leibnitz in Wackernagels leseb. 3¹, 1003; möge sie ihrer Laura .. das joch der koketten erziehung lüften. J. Paul uns. loge 1, 120;
so bleib ich doch
versichert meins lebens
und des tods joch
ist bei mir ganz vergebens.
Weckherlin 100;
der tyrannen joch.
255;
höflichs Frankreich schweige doch,
Teutschland hat dich schon besieget,
deiner sprachen fremdes joch
ist durch unsre zunft (die fruchtbringende gesellschaft) bekrieget.
Rist Parn. 464;
wolan! ich wil das joch der plagen
dasz du auf meinen hals gelegt,
mit unverzagtem mut ertragen.
A. Gryphius 1698 1, 108;
was wartet unser? ach! ein unbelohnter schweisz
im joch des amts bei reifen jahren.
Lessing 1, 95;
es mögen andre höher trachten:
sie mögen, hungrig nach gewinn,
im joche der geschäfte schmachten,
da ich der knechtschaft müde bin.
Uz 1 (Leipzig 1768) s. 54;
joch der ehe, des ehestands, vgl. ehejoch:
je dennoch ist euch blieben
der ehe süszes joch.
Opitz 2, 133;
doch wenn das ehstandsjoch
zu schwer mir wird.
Kotzebue dram. sp. 2, 175.
d)
dann auch allein joch von etwas zwingendem, einer zwingburg:
R. und wir im lande Uri dulden noch
auf unserm boden das tyrannenschlosz?
sind wir die letzten, die sich frei erklären?
St. das joch soll stehen, das uns zwingen wollte?
auf, reiszt es nieder!
Schiller Tell 5, 1.
3)
joch, ein paar in pflug oder wagen einzuspannende zugthiere, gespann: und fand Elisa den son Saphat, das er pflüget mit zwelf jochen fur sich hin. 1 kön. 19, 19; nam ein joch rinder und opfert es. 21; seines viehs war sieben tausent schaf, drei tausent kamel, fünf hundert joch rinder. Hiob 1, 3; ich hab fünf joch ochsen gekauft. Luc. 14, 19;
man schenkt doch eines zum abschied:
sei es ein ehrnes geschirr, ein dreifusz oder ein becken,
sei es ein joch maulthier, und seis ein goldener becher.
Odyssee 15, 84;
und danach: es traten wohl so etliche vorlaute bursch vor die front heraus und fragten den obersten, wie theuer der fürst das joch menschen verkaufe? Schiller kab. u. liebe 2, 2.
4)
joch, ein ackermasz, ursprünglich soviel, als ein joch ochsen in einem tage umpflügen können. in Oberdeutschland. Jacobsson 2, 317ᵃ; wenn man eʒ jagt (das thier bomachus) sô wirft eʒ seinen waichen mist auʒ dem leib nâch im ain joch ackers lenge. Megenberg 123, 32; die pflugarbeit hat die erste abmessung der felder anfangs gegeben, dasz man ein joch oder tagwerk acker genennet, so viel man mit dem pflug in einem tag umackern konnte. Hohberg 1, 84ᵃ; so viel platz .. als zu einem joch in Oesterreich gehöret, als nemlich 1600 gevierdte klaftern. 85ᵃ.
5)
joch, in der technischen sprache etwas dem joch (no. 1) in der form ähnliches.
a)
im brückenbau das gerüst, worauf der boden einer holzbrücke selbst zu liegen kommt. öcon. lex. 1132; eine brücke von einem joch, von drei jochen;
leicht wie der Iris sprung durch die luft, wie der pfeil von der senne,
hüpfet der brücke joch über den brausenden strom.
Schiller spaziergang v. 128.
niederd. jok: item xxj mark xj lot kostede de brucghe vor sancte Mychaelis dore to murende, to joken unde to dicken delen. d. städtechr. 6, 166, 14. dann auch bei steinernen brücken der pfeiler samt dem darüber gespannten bogen; bei rheinischen schiffbrücken wird das joch durch zwei verbundene schiffe gebildet. Kehrein 211.
b)
im bergbau heiszt jedes der beiden längeren hölzer ein joch, welche sich in einer vierung innerhalb des schachtes befinden, auch die hölzer, welche nach der länge des schachtes auf die tragstempel gelegt werden und die kasten unterstützen, heiszen jöcher. Jacobsson 2, 317ᵃ.
c)
beim zimmermann überhaupt ein horizontales holz, das auf senkrechten hölzern ruht oder darauf befestigt ist. das. 2, 316ᵇ.
d)
beim winzer zwei in die erde übers kreuz gesteckte stangen, reben im felde daran zu ziehen: man steckt zwei und zwei stangen kreuzweise über einander in die erde, bindet sie im creuz zusammen, und streckt obenher eine dritte stange von einem joch bis zum andern .. unter die kreuze pflanzt man die weinstöcke und breitet ihre reben an diesen jochen beiderseits hinaus, damit sie die queerstangen hinauf laufen. ebenda 6, 163ᵃ.
e)
joch oder trage, ein über die schultern zu legendes holzgestell mit herabreichenden riemen zu beiden seiten, um daran wassergefäsze zu tragen.
6)
joch oder tragband, ist eine bandage aus barchent oder anderem stoff gemacht, die von starken personen zur befestigung ihrer beinkleider gebraucht wird. ein solches, aber von leinwand gemacht, kann auch zu einer scapulierbandage dienen. ebenda 6, 162ᵇ.
7)
joch, bergrücken zwischen zwei höheren bergspitzen; bereits im 14. jahrh. als ortsname: des gotzhus zwing und ban vahet an Rotenhalden und denne die roten bachtalen uf unz an den grat, und den grat obnan hin ob Gruͦblen hin iemerme, unz an Joch. und ab Joch unz an Stoerben. weisth. 1, 4 (Zürich); bair. kärntn. joch, gebirgsrücken zwischen zwo höhern bergspitzen, über welchen gewöhnlich ein weg führt. Schm. 1, 1200 Fromm. Lexer 152; nach Stalder aber schweiz. gipfel eines hochgebirges, oder vielmehr hoher, frei emporragender fels desselben. 2, 76;
und seid ihr glücklich durch die schreckensstrasze,
sendet der berg nicht seine windeswehen
auf euch herab von dem beeisten joch,
so kommt ihr auf die brücke, welche stäubet.
Schiller Tell 5, 2.
8)
joch, eine schneckenart des mittelländischen und adriatischen meeres. Nemnich 1, 718.
9)
joch, in der botanik, an einem gefiederten blatt die blättchenpaare, welche an dem gemeinsamen hauptstile befestigt sind, das blatt heiszt nach deren zahl ein-, zwei-, dreijochig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2328, Z. 41.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
judengreuel
Zitationshilfe
„joch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/joch>, abgerufen am 19.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)