Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jochem, jochim

jochem, jochim,
1)
verkürzung des eigennamens Joachim: nicht dasz alle .. Märker Jochen, oder Ochen, oder Chim (dann nach dem einer reich ist gibt man im silben zu) heiszen. Garg. 110ᵃ;
indesz nimmt einer meiner söhne, mein Jochim Wilhelm, ungefehr
ein ihm geschenktes perspectiv.
Brockes 6, 440;
auch weiter zu Joch, Jochele verkürzt, in Kärnten, Tirol. Fromm. 3, 155. 6, 159. niederd. Jochen hat den nebenbegriff der einfältigkeit (vgl. Hans 1, b sp. 457); in zusammensetzungen bollerjochen, demeljochen, schüddejochen, stolperjochen. Schambach 94ᵇ. grôte Jochen heiszt auch der zaunkönig. Nemnich 3, 623.
2)
anlehnend an den eigennamen, mit umdeutung aus dem hebräischen, steht jochem für wein, vgl. finkeljochem th. 3, 1664, fünkeljochem 4¹, 602: sie thät zwar einen starken zug vom besten jochem. Simpl. 3, 299 Kurz; zwei zechbrüder besuchten oft eine stunde weit einen freund aufs mittagessen, weil er guten jochem hatte, und ihm der wein nicht überzwerch im fasz lag. Hebel 2, 226.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2331, Z. 45.

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Zitationshilfe
„jochem“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jochem>, abgerufen am 17.10.2021.

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