Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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jolen, v.

jolen, v.
in naturlauten schreien, lärmen, jauchzen, eigentlich frequentativbildung zu der interj. jo, bair. joeln (und jodeln, s. d.), schweiz. schwäb. jolen, und schon mhd. jôlen, verächtlich im munde eines juden bezüglich des sanges der apostel bei Marias tode:
er sprach: Mârîa die ist dôt,
und hânt mit sange dise nôt
die apostolen, die sint hie
und gênt dâ jôlende umbe sie.
Mariä himmelf. in Haupts zeitschr. 5, 548, 1224;
jolen, ovare Maaler 237ᵇ; ein hirtzen mit häftigem schreyen und jolen trengen, das er ins garn falt, premere clamore ad retia cervum. ebenda; dasz in dem geist und in der warheit gott anbeten jm das allergefälligest gsang ist, nit das mit jolen. Zwingli 1, 658; warum jolen, schreien und springen sie denn so ganz nichtsnutzig hier an dieser ernsten, melancholischen stelle? L. Tieck g. n. 10, 14; sie (die kühe) hören die alpenlieder und das juzen und jolen so gern. Felder Nümmamüllers 16;
lasz er doch sein nächtlich johlen,
poetaster Helikanus!
Uhland ged. 151;
hei, wie die buben johlen!
A. v. Droste-Hülshoff ged. (1873) 53;
transitiv, wie singen:
ich will vom schlafe die matrosen holen,
dasz sie noch einmal diese lieder johlen.
Lenau Faust 158;
mit sächlichem subject: die ganze stadt zog dem spektakel nach, reiter und fuszgänger durcheinander und wagen, der lärm und der galgenpsalm jolten weit. Schiller räuber 2, 3, wie schallen gebraucht; jolen von hunden, wie sonst jaueln, jaulen sp. 2271, das aus dem niederdeutschen in die schriftsprache übernommen ist, aber auch mundartlich in Kärnten und in der Schweiz vorkommt (jaulen, jauren wehklagen Stalder 2, 75):
da stürmt von allen seiten es heran,
die bracken brechen durch genist und tann;
durch das gelände sieht in wüsten reifen
man johlend sie um den hornisten schweifen.
A. v. Droste-Hülshoff 32.
nebenform jölen: als sein junker im schlaf zu schreien und jölen anfing. Simpl. 3, 301 Kurz; nun wirstu das stetige spielen und saufen in den würtshäusern, das nächtliche kälbergeschrei und jöhlen auf der gassen, dein gewönliches raufen und schlagen auf dem kegel- und tanzplatz einmahl underwegen lassen. 4, 329; und jelen: alles schreien, jauchzen, jelen. Straszb. pol-ordn. bei Frisch 1, 490ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2335, Z. 57.

jolle, jölle

jolle, jölle,
1)
in den nordischen gewässern und auf der Elbe und Spree gebrauchtes fahrzeug verschiedener grösze und einrichtung; bei Frisch 1, 490ᵇ jol und jelle. vgl. gölle.
2)
eine muschelart, arca pella. Nemnich 1, 419.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2336, Z. 25.

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Zitationshilfe
„jolle“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jolle>.

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