Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jot, jota, n.

jot, jota, n.
1)
jot, auch jod ist name des halbvoeals j, seit dem 17. jahrh. aufgekommen, vgl. oben sp. 2185.
2)
jot und jota als bild für eine äuszerste kleinigkeit nach dem griech. texte Matth. 5, 18 (ἰῶτα ἕν ἢ μία κεραία οὐ μὴ παρέλθη ἀπὸ τοῦ νόμου, wo Luther noch gibt der kleinest buchstab noch ein tütel), ist wol schon im 16. jahrh. aufgekommen, da es bei Opitz wie etwas bekanntes erscheint:
das gänzliche gebot
belangend brach er nicht allhier das minste jodt.
Opitz Grotius' wahrh. 379;
beste freundin, versetzte Wilhelm, ich kann auch hier nicht ein jota nachgeben. Göthe 19, 92; die redensart, dasz auch bei der vorstellung von Shakspeare kein jota zurückbleiben dürfe. 45, 56; 'nichts mehr als das?' kein jota! Wieland 13, 22;
entfiel euch, dasz ich Karln mein ehrenwort gegeben,
dem was er mir gebot, buchstäblich nachzuleben?
da geht kein jot davon, mein freund!
22, 182 (Ober. 4, 64);
von einem wort läszt sich kein jota rauben.
Göthe 12, 98;
wird keimendem ein jott nur abgethan,
so musz es kläglich schon als keim verderben.
Freiligrath dicht. 6, 205,
nach Shakespeare:
if springing things be any jot diminish'd,
they wither in their prime, prove nothing worth.
Venus u. Adonis (s. 13 Tauchnitz).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2337, Z. 63.

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Zitationshilfe
„jot“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jot>, abgerufen am 22.10.2021.

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