Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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juchen, verb.

juchen, verb.
juch schreien; theils mit kurzem vocal gesprochen (so in Düringen), theils mit langem (jûchen), in Niederdeutschland (Fromm. 5, 149) und dem entsprechend gereimt:
mit gekreisch und juchen
schwärmt des dorfs gewühl
dann um nüss und kuchen.
Voss 4, 178;
wenn weib und kindlein roth und frisch
sizen um den vollen tisch,
und, die hände klatschend, juchen
um den ungeheuren kuchen.
6, 200;
karossen rasseln, der trinker jucht
und mädchen schrein im gedränge,
drehorgeln pfeifen, der kärrner flucht,
o Babels würdige klänge!
A. v. Droste-Hülshoff ged. (1873) s. 240.
vom geschrei der eule:
wann die eul jucht,
man sie verflucht.
Eyring 2, 131,
wofür aber Schottel 1341 den inf. juchten ansetzt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2345, Z. 15.

juchart, juchert, m.

juchart, juchert, m.
morgen landes; nebenform zu jauchert sp. 2269, mit verkürzung des ursprünglich langen û, in alemannischen gegenden noch heute: ein walfisch der verschlecht vier juchart ackers, als Plinius schreibt. Keisersberg sünd. d. m. 14ᵈ; 400 ruthen ins gevierte sind ein morgen oder juchert; denn der juchert hat 4 viertel. Hebel 2, 218. bei Maaler fem.: die jucharten, was bei uns eins tags ein zug eeren mag, was bei den Römern in die lenge 240 werkschuͦch, in die breite hundert und 20. 238ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2345, Z. 6.

juchten, m. und n.

juchten, m. und n.
eigenthümlich gegerbtes russisches kalb- oder rindsleder von meist roter farbe; der name ist aus dem russ. juft' (eig. paar, weil die häute paarweise gegerbt werden) übernommen (vgl. unten juften), aber durch niederdeutschen mund in juchten verändert, auch niederl. jucht, jugt: die jochten sive juchten, corium bovinum colore rubro infectum, sic dictum, quod semper bina conjungantur convolvendo Stieler 892; der juchten Frisch 1, 492ᵇ; Spanien hat seine weine, Italien den gesang, England die constitution, Ruszland den festesten juchten. Immermann Münchh. 1, 14; in der form jucht:
sasz der redliche Tamm in dem lehnstuhl, welcher mit schnitzwerk
und braunnarbigem jucht voll schwellender haare, geziert war.
Voss 2, 267.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2346, Z. 18.

juchten, adj.

juchten, adj.
aus juchtenleder bestehend oder gemacht: männer und frauen tragen grosze juchtene kothstiefel. Grube characterbild. 1, 82.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2346, Z. 32.

juchtern, verb.

juchtern, verb.
ausgelassen scherzen, lärmend spaszen: Hans juchtert mit der Grete, das ist, sprech ich, nicht recht. J. A. Kanne comoedia humana (1810) s. 8. es steht am nächsten zu jachtern sp. 2199; osterländisch heiszt rumjuchtern herumlaufen, herumschwärmen; auch ostfries. juchtern un jachtern (ablautende formel) einander mutwillig neckend verfolgen Fromm. 4, 358, 18.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2346, Z. 40.

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Zitationshilfe
„juchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/juchen>, abgerufen am 20.10.2021.

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