Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

jungferlich, jüngferlich, adj. und adv.

jungferlich, jüngferlich, adj. und adv.
einer jungfer gemäsz: aus jungferlicher züchtigkeit. Schuppius 472;
die alte ordnung wollte,
dasz Dafne jüngferlich mit kurzen schritten fliehn,
Apollo keuchend folgen sollte.
Wieland 9, 15;
die schlaue nacht zieht jüngferlich bescheiden
ein wölklein, wie vom dünnsten silberflor,
dem seitenblick der spröden Luna vor.
335;
wie? welch ein zwang?
rief sie im jüngferlichen grimme.
21, 19;
ging sie, nach jüngferlicher sitte,
die augen stets auf ihren rosenkranz
herab gesenkt, mit leichtem kurzem schritte (vorbei).
276;
da sie glühend bald, bald blasz wie eine büste,
sich zwischen lieb und jungferlichem gram
in seinen armen wand.
22, 213 (Oberon 5, 40);
Minerva, die bescheidne,
jüngferlich und blau von augen.
Göthe 47, 99
zu jüngferlich nippt die vestale!
Voss 6, 27.
nach jungfer 6 von keuschen männern:
ich bin ein freund der klosterländer,
und gönn und wünsch insonderheit
den rechten kern der segenspfänder
der jüngferlichen geistlichkeit.
Hagedorn 3, 116.
vgl. dazu jungfräulich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2384, Z. 52.

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Zitationshilfe
„jungferlich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jungferlich>, abgerufen am 19.10.2021.

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