Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

juwel, n.

juwel, n.
gemma, ein lehnwort aus dem altfranz. joel (heute joyau, auf lat. gaudiellum zurückgehend), mit einem aus dem vocal o entwickelten lippenlaut, der theils b, theils als v oder w geschrieben wird: clenodium ein jubel, juweel Dief. 126ᶜ (anf. des 16. jh.); allerhand beuten von silbergeschmeid und jubeln. Simpl. 3, 103 Kurz;
du prüfst den ächten schein
und den erhabnen schmuck und der jubelen güte,
womit Euterpe prahlt.
Günther 377;
juvelen, jubelen, franz. jouailles, man nennt nicht allein die edelgesteine und perlen überhaupt also, insbesondere die geschliffenen edelgesteine, sondern auch die damit versetzten kleinodien und geschmeide. Jacobsson 2, 325ᵇ; das juwehl, plur. juwehlen, gemmae, supellectilia pretiosa Stieler 902; die schreibung juwel ist der modernen sprache einzig geblieben: juwelen und kleinodien in goldenen schränken. Fr. Müller 2, 88; wer wollte ein juwel vernachlässigen, weil es schlecht gefaszt ist. Thümmel 6, 263; durch den sonderbarsten wechsel der dinge führte man diese schätze nur bis an die Tiber. in kurzer zeit gab man sie dem besitzer zurück, und der gröszte theil, bis auf wenige juwelen, befindet sich wieder an der alten stelle. Göthe 37, 46;
nehmt goldne spange für hals und ohr;
auch kamm und krönchen ohne fehl;
in ringen köstliches juwel.
41, 45;
stein ohne preis, unschätzbare juwelen.
Shakesp. Richard III 1, 4;
inestimable stones, unvalued jewels;
nahm ich vom hals ein köstliches juwel,
es war ein herz, gefaszt in diamanten.
Heinrich VI 2, 3, 2;
I took a costly jewel from my neck,
a heart it was, bound in with diamonds.
seltene nebenform ist der juwel, pl. die juwele:
keiner wird sich selbst erbeuten
seines wunsches kronjuwele:
dasz du keine hülfe brauchest,
ist ein wahn in deiner seele!
Platen 157
(das citat theil 5 sp. 2388 ist hiernach zu berichtigen), und das feminin die juwele, pl. juwelen:
das verdient wohl dieser busen,
dasz ihn die juwele schmückt.
Göthe 13, 291.
juwel in übertragener bedeutung, von etwas wertvollem oder besonders hochgehaltenem: sie (die ruinen von Persepolis) waren für ihn das juweel von allem, was er gesehn. Niebuhr kl. schr. 1, 31;
ich kenn ihn wohl, er ist auch in der that
das kleinod und juwel von seinem volk.
Shakesp. Hamlet 4, 7;
I know him well: he is the brooch, indeed,
and gem of all this nation.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2407, Z. 27.

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Zitationshilfe
„juwel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/juwel>, abgerufen am 19.10.2021.

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