Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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jucks, jux, m.

jucks, jux, m.
schmutz, dreck, nichts wertes: so haben sie meinen herrn einstmals aus verschiedenem jux und siebensachen, gassen, kochsalz, salpeter und was weisz ich sonst noch alles vom teufelskram zusammengebraten, geschmort. gekocht, geschmolzen, geröstet, abfiltrirt. Immermann Münchh, 3, 169;
liebe mutter, die gespielen
sagen mir schon manche zeit
dasz ich besser sollte fühlen
was natur im freien beut.
bin ich hinter diesen mauern,
diesen hecken, diesem bux,
wollen sie mich nur bedauern,
neben diesem alten jux.
Göthe 3, 59.
das wort ist in Niederdeutschland und im östlichen Mitteldeutschland heimisch; düringisch jucks an den händen, klebender schmutz; durch den jux gehen müssen, wenn die straszen kotig sind; und hat jedenfalls seinen allgemeineren begriff ausgebildet auf grund eines jucks, räude, krätze, klebender ausschlag, das seine nächsten verwandten hat in ahd. jukido prurigo, impetigo, scabies, ags. gyccæ prorigo, urido cutis (Haupts zeitschr. 5, 196ᵃ), gicđa pruritus, gicenes prurigo (Leo ags. gloss. 558, 38. 39), mhd. jucke, juck pruritus (Dief. nov. gloss. 307ᵇ. Schm. 1, 1201 Fromm., cutella der juck Dief. 165ᵃ), zu welchem letzeren es sich nicht anders verhält als klaps zu klapp, taps zu tapp, knicks, knix zu knick u. a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2350, Z. 33.

jucks, jux, m.

jucks, jux, m.
spasz, scherz, lustbarkeit, völlig verschieden vom vorigen, und lehnwort aus lat. jocus, aber gewiss schon lange (vielleicht aus der sprache der fahrenden cleriker) aufgenommen, da es sich weit in den dialecten eingebürgert findet: schweiz. jugs lustiger auftritt, gelage, als 'dorfwort' Tobler 287ᵇ; elsäsz. jux lust Arnold pfingstmont. 23; bair. jucks lustiger auftritt, gelage Schm. 1, 1201 Fromm.; kärntn. jucks, jux, freude, unterhaltung, lustiger streich Lexer 152; rhein. wetterauisch jucks, jux, gemein lustiger spasz, gemein lustiger auftritt Kehrein 212; rheinfr. jux scherz Fromm. 5, 520, 18; im Koburgischen jux, jucks, freude, vergnügen, scherz, lustiger auftritt, gelage 2, 192, 19; ebenso hess. jux scherz Vilmar 187, wie düringisch, meisznisch, schlesisch; niederd. jux, joks (Schütze 2, 195. Schambach 95ᵇ u. a.); mit mancherlei ableitungen, namentlich juxen lustig, munter sein, verjuxen (sein geld) verjubeln, juxig lustig; es heiszt in der sprache des gewöhnlichen lebens etwas aus jux thun; einen jux machen; herr feldwebel, es musz sich, derweil wir schliefen, ein dummer junge in die wacht geschlichen und einen jux mit uns verübt haben. Immermann Münchh. 1, 33; einen jux will er sich machen. titel einer posse von Nestroy. Neben dieser form ist das fremdwort auch als jôk aufgenommen, so düringisch, osterländisch: das war ein rechter jok (spasz); mit dem dimin. jökel, rheinfränkisch (Fromm. 5, 520, 18), göttingisch (Schamb. 95ᵇ), vgl. engl. joke, holländ. jok; und endlich findet sich die lat. form bewahrt: sollten sie nicht, wenn wir diesen jocus unwillig aufnähmen, sich mit einer stillen schadenfreude kitzeln. Göthe 31, 236. Das niederd. jux: einen jux, juxen machen, jemanden auf eine listige art und weise übervortheilen, prellen, schwänzelpfennige machen (Brem. wörterb.) ist wol aus jux = spasz erwachsen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2350, Z. 59.

jux

jux,
s.jucks.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1877), Bd. IV,II (1877), Sp. 2408, Z. 59.

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Zitationshilfe
„jux“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/jux>, abgerufen am 27.11.2020.

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