koppen, köppeln
Fundstelle: Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1789, Z. 53
vom hahn, die henne treten, nürnb., s. unterkoppe kapaun 2 sp. 1783.
koppeln
Fundstelle: Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1787, Z. 46
copulare, in gewissen verwendungen, vgl.kuppeln. doch nicht auf lat. copulare geht unser wort zunächst zurück, sondern theils auf das subst. koppel, theils auf frz. coupler, wie engl. couple, nl. koppelen, dän. koble, altfr. kepla.
1)
a)
jagdhunde koppeln, zusammenkoppeln, schon mhd. kopelen (s. unter koppel), mnd. koppelen Ssp. 2, 61, 3: swer durch den banforst rîtet ... sîne winde und sîne braken suln ûfgevangen sîn und sîne jagehunde suln gekopelt sîn. Schwabensp. 197, 4, an die koppel gelegt, ebenso franz. u. s. w. dazu ankoppeln, einkoppeln, verkoppeln, aber auch abkoppeln, aufkoppeln (Steinbach 1, 951), entkoppeln, loskoppeln.
b)
gekoppelte pferde, equi bijuges. Stieler 1000; sie ... koppelten ihre pferde zusammen. Arnim 2, 302; eine gekoppelte sippschaft von pferden. J. Paul Tit. 2, 76, bes. reihenweis hintereinander, dasz der halfter des folgenden mit dem schweif des vorigen verkoppelt ist.
c)
rinder koppeln, wol zwei mit èinem doppeljoch anschirren: ein junger und alter ochs, zusamen koppelt. Agricola sprichw. 102ᵃ; er sattelt den ochsen und koppelt die pferde. Simrock spr. 7646, macht verkehrte welt. aufkoppeln, loskoppeln: ein Landenberger zuͦ Sarnen vernam, dʒ ain bawer im Melchtal gar ein schön jung ochsen het, schickt den knecht die zuͦ holen aus dem pfluͦg .... als der knecht an den ochsen aufkoppelt, schluͦg des bawren sun dar. S. Frank Germ. chron. 1538 208ᵃ, am loskoppeln arbeitete (bei Tschudi nur als er die ufband).
d)
von menschen: wir wurden überwunden ... und mit stricken zusammen gekoppelt. Plesse 3, 353, wie vieh;
die auf galeeren euch, mit mördern
eng an einander gekoppelt, fluchen.
Platen 116ᵇ;
(so will ich) mit ihr gekoppelt gehen
und ihr nur traun wenn ich sie seh und fühle.
Shaksp. winterm. 2, 1
d. i. unzertrennlich, 'wie gekoppelt'. nd. aber sik koppeln, sich in einem haufen sammeln, zu koppel 2, c.
e)
im eisenbahnwesen, wagen (zusammen) koppeln oder kuppeln, auch abkoppeln; die wagen sind ja gleichsam 'gekoppelt' wie die pferde unter b. ähnlich auch sonst im technischen, vgl. 3.
2)
bildlich, verbinden überhaupt.
a)
lehen u. dgl. koppeln, mehrere in einer hand vereinigen: brauchen sie .. solch heilige behendigkeit, das sie zehen oder zwenzig prelaturn zusamen koppeln. Luther 1, 294ᵃ, an den adel C 4ᵃ, s. unter koppel 1, d. man hört von verkoppelung der grundstücke.
b)
geistig, fest verbinden, schon mhd.:
ich wil topeln
und mich alsô kopeln
zur vrîheit nâch gewinne.
pass. K. 407, 40;
in liebe gecoppelt Cersne 3418 nach Bech Germ. 7, 491; vgl.koppelt in den lesarten zu Wolframs Tit. 116, 4; leimet und coplet narrenwerk die freundschaft zuͦsamen? S. Frank ... 15.
3)
technisch mehrfach. im orgelbau, die claviaturen koppeln, so in verbindung setzen (durch den koppelzug), dasz das auf der einen gespielte auf der andern mitgespielt wird, vgl.koppel 5. in der kunst, zwei säulen koppeln, so nah verbinden dasz die kapitelle sich berühren, von figuren, sie auf eine basis bringen. im weinbau, den weinstock doppelt anbinden.
4)
kuppeln: wann solche (vetteln) not leiden, so legen sie sich auf das coppeln, werden (mit züchten zu reden) hurnwirtin und zauberin. Barth weiberspiegel Lpz. 1565 M 7ᵃ; es begab sich, das Klodius eine derselben frauen, als sie alleine in der kirchen war, geschändet, darauf er, in geklagter blutschande, di richter bestochen, ihnen andere weiber noch gekoppelt. Butschky kanzl. 331; die, so lose leute heusen, hegen, aufhalten oder koppeln, sollen .. 10 pfd. verbrochen haben. Walter ditm. chron. (1683) 186. vgl. koppler.
5)
zu koppel 4, nordd., ein stück land zur koppel machen (einkoppeln), auch behufs der koppelwirtschaft in koppeln oder schläge eintheilen.
6)
koppelgerechtigkeit ausüben, z. b. von koppelhut: es wird (auf den weiden des fleckens) mit den beiden häusern Hardenberg gekoppelt. Rüling beschr. v. Nordh. 247.
köppeln
Fundstelle: Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1788, Z. 40
verkleinertes koppen.
1)
zu koppen rülpsen, aufstoszen, im 15. jahrh. Mones anz. 8, 495ᵇ, 100, im 14. jh. bei Megenberg:
so du dich fülst an unterlosz ....
dir unwült (wird übel), köpelst, farzst und scheist.
Folz in Kellers fastn. 1210;
das eilft zeichen (der schwangerschaft), dasz etlichen frawen köpplet und das oft köppen essigt in der kelen. Röszlin hebammenbüchlin 11ᵇ, ebenso bei Dryander arznei Frankf. a. M. 1542 3ᵇ, es ist aber wörtlich aus Megenberg 39, 7, nur bei diesem persönlich (wie bei Folz): daʒ etleich frawen köppelnt. auch der rettich köppelt über sich (d. i. nach oben). Frisch 1, 537ᶜ, 'stöszt einem auf', macht aufstoszen. dazu schwäb. köbeln ekeln (s. köbisch am ende)? s. auch koppezen.
2)
anders schles. köppeln kippen, umwenden, intr. wackeln, s. Weinhold 46ᵃ, auch erzgeb. und wol weiter md.: ein klein wankendes stöckgen ist umgeköppelt, da er auf dasselbe tratt, dasz er rückling gefallen. Wilisch freiberg. kirchenchron. 2, 499 (Frisch 1, 537ᶜ). s. dazu koppen 2. 7, a, aber auch kœpeln (schles., md.) unter käupeln.
Zitationshilfe
„köppeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%B6ppeln>, abgerufen am 21.09.2019.

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