Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

koppel, f., einzeln m. und n.

koppel, f., einzeln m. und n.,
band, verbindung, gemacht aus kuppel (s. d.) wie doppel aus duppel, frz. double; übrigens ist hier das o das urspr. in lat. copula, altit. cobbola, neuit. coppia, span. cobla, und schon mhd. kopel Ludw. kreuzf. 5753, kopelen Trist. 88, 3 var., Schwabensp. 197, 4; ebenso mnl. cople, mnd. cople (s. 2, c), im Teuthon. u. a. coppel, nnl. nnd. koppel, dän. kobbel, schwed. koppel, altfries. keppel (zaum).
1,
a)
zuerst wol nach dem frz. couple f., mlat. copula, cupla hundekoppel übernommen (vgl.koppeln 1), zwei mit einer kette zusammenhangende halsbänder von jagdhunden, deren so je zwei zusammen gehn, bei leithunden hängeseil, bei schweiszhunden seil, fangestrick, bei windhunden strick, hetzriemen genannt: copula, coppil. Dief. gl. 149ᶜ 15. jh., das. hundebant, windstrick, hetzstrick, 150ᵃ rüdenbant; numella, lorum quo canes copulantur aut retinentur, kopple. Junius 190ᵇ, zugleich zur führung; numellae, de koppel edder stricke daran men de jachthunde föret. Chytr. c. 49, also als plur. (bei Golius c. 48 die kuppeln);
laut klifft und klafft es, frei vom koppel,
durch korn und dorn, durch haid und stoppel.
Bürger 69ᵇ, wilder jäger,
entweder als m., das Adelung als nd. angibt, oder als n. wie im niederl. und mnd. (s. b), vgl. unter d Luther;
die hunde, los der koppel,
revieren überall.
Matthissons anthol. 9, 86;
die hunde zur koppel zusammen rufen, zur koppelung, durch das horn. Adelung.
b)
ähnlich dann am geschirr für zusammengehende pferde, halskoppel, vgl. 2, b, brustkoppel für kutschpferde, sie gleichweit von der deichsel zu halten. auch das schon mnd., collipendium (sonst kummet), ein coppel dat de dîslen holt (hält). Dief. nov. gl. 101ᵃ, vgl.jugum, ↗ein jok, ein coppel 223ᵇ. luxemb. koppel m. (pl. köppel), das ortscheit am wagen. Gangler 250.
c)
degenkoppel, degengehenk. koppel, wehrgehäng Rädlein 557ᵇ: die scheide ... hängt in einer am koppel (τελαμών) befestigten schwerttasche. Rüstow und Köchly griech. kriegswesen s. 20.
d)
übertragen, z. b. ehkoppel, eheband. Garg. 64ᵇ;
da soll und musz ich dran, mich mit dem feinde schlagen.
und wolte wolte gott, es were nur der feind ....
ich selbst, und durch mich selbst, musz mich an eisen zwingen
und mir an meinen hals die koppeln legen an.
Fleming 117 (106 Lapp.),
klage Germaniens über den bürgerkrieg;
genug, die damen und die herrn ...
.. hatten, paar und paar an Amors seidner koppel,
sich in geheim hierher bestellt.
Wieland (1857) 12, 51.
eigen in folg.: der art ist auch die unio, das ist vereinigung, das er (der pabst) solcher lehen viel zusamen koppelt, als ein bund holz, umb welchs koppels willen sie alle für éin lehen gehalten werden. Luther 1, 296ᵇ, an den adel D 4ᵇ, wol in geringschätziger absicht, vgl. unter koppeln 2, a.
2)
von dem durch die koppel verbundnen, wie franz. couple (das dann von lebenden wesen als masc. gilt). auch das schon mnd. und mhd. (s. c).
a)
im genauen sinne von zwei so verbundenen thieren, hauptsächlich weidmännisch eine koppel hunde, zwei zusammengekoppelte jagd- oder rüdenhunde, mlat. cupla schon 9. jh.:
in silberhellem grün, mit reger hunde koppeln,
trabst du zur martinsjagd.
Voss junker Kord v. 97;
nachher auch ungenau für meute: und eine koppel von mehr denn zwölf hunden fällt über mich her. H. v. Kleist (1859) 3, 20, vgl. c. luxemb. auch für ein joch ochsen (s. unter 4), und bei Rädlein 573ᵃ, Aler 1225ᵇ auch koppel, kuppel für paar überhaupt, wie nl. koppel, engl. couple.
b)
eine koppel pferde, in unbestimmter zahl reihenweis aneinander gekoppelt. Frisch 1, 537ᶜ: er (Kohlhas) ritt einst mit einer koppel junger pferde .. ins ausland. H. v. Kleist 3, 7; da sie die glänzende koppel sahen. 9; setzte seine reise mit dem rest der koppel .. fort. 11; pferd muszte hinter pferd gehen ... man kann also denken wie lang die koppel wurde. Immermann memorab. 1, 69, von ungekoppelten packpferden; hierdurch (durch das gastspielen) muszte .. das repertoir zu einer bloszen koppel von paradepferden für die gastspieler werden, die keineswegs zur förderung des guten geschmackes gleichen strang zogen. Ed. Devrient gesch. d. d. schausp. 3, 421.
c)
auch für haufe, menge überhaupt. schon mnd. cople von der vereinigung der Venetianer und Franzosen vor Constantinopel 1204, s. Frisch 1, 538ᵃ, mhd. kopel von einer gedrängten kriegerschar Ludwigs kreuzf. 5753:
denn komen ganze koppeln gangen
von himmelgrawen münch und kappen.
Fischart Domin. D 4ᵇ (1, 155 Kurz),
am rande münchskoppeln; ein koppel oder eine rotte losen gesindleins. Ludwig 1090. ein heide schilt die christen
du seuche deiner zeit! du koppel wilder thiere.
A. Gryphius 1, 482 (1663 s. 191).
so besonders noch nd., z. b. ên ganzen koppel lüde. brem. wb. 2, 847. auch von thieren:
un wat vörn gröten, wat vörn pappeln,
as hör man 'n koppel anten snappeln.
Groth quickb. 70 (melkdiern),
weidm. von rebhühnern, sonst 'volk'. Laube jagdbrev. 298.
3)
revier, an dem mehrere gleiches recht haben, besonders für weide, fischerei, jagd, s. die zusammensetzungen: esch ist ein gemeines feld, das mehrere zusammen bauen (s. 3, 1140) ... koppel kann eben das bedeuten, weil es jede gemeinschaft anzeigt, wird aber eher für eine gemeinschaftliche weide genommen. Möser osn. gesch. 1, 20 (17). in Thüringen von grenzrainen, die von beiden angrenzenden gemeinden beweidet werden. Adelung. auch das schon in mhd. zeit: jus dictum coppele. urk. v. j. 1303 bei Lacomblet urkundenb. f. d. gesch. des Niederrheins 3, 20, mrh. cuppelle v. j. 1222 bei Beyer urk. zur gesch. der ... mrh. territ. 1, 154. vgl.koppelgras, ↗koppelweide.
4)
nordd. eingezäuntes feld, wiese oder stück überhaupt das nicht als garten dient, dän. kobbel:
des verwalters Georg, der die pferde bewacht in der koppel.
Voss Luise 2, 125,
in der anm.: koppel, durch zäune oder buschwälle eingefriedigtes feld, für kornbau, weide oder gehölz, vgl. die anm. zu 1, 807;
hui! ich über den zaun, und im flug durch dornen und disteln
renn' ich die koppel entlang.
die freigel. v. 30;
vom buschigen walle der koppel.
die heumad v. 15;
wie ich denn auch immer alert sein muszte, wenn wir durch koppeln und dörfer kamen, die schlagbäume zu öffnen. Arndt leben 13; Fichte zieht einen graben und führt eine koppel um das feld der philosophie auf. Niebuhr leben 1, 66, hier sogar statt des koppelzauns und walls, was sich aus dem vorigen leicht begreift. als feldmasz: in der holsteinischen geest rechnet man das ackerland nach koppeln, in der marsch nach morgen. Schütze holst. id. 2, 325; diesz wird die urspr. bed. sein, denn franz. couple bedeutet auch jugerum, eig. so viel land als ein 'paar' ochsen in einem tage pflügen können, und luxemb. bedeutet koppel f. noch ein paar ochsen Gangler 250, vgl.joch in beiden bedeutungen.
5)
im orgelbau, mehrfaches orgelregister, vgl.koppeln 3.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1785, Z. 20.

köppel, m.

köppel, m.
schlemmer? von koppen 4, rülpsen? s. dort aus trag. Joh. und unter kopper 1 (doch vgl. köppelsknabe):
mein wirt ist trauriger dann ich,
es hat der köppel gar auf geszn.
Schmelzl Saul 24ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1786, Z. 68.

köppel, m.

köppel, m.
kegelartige erderhöhung, s. sp. 1768 mitte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1786, Z. 72.

koppeln

koppeln,
copulare, in gewissen verwendungen, vgl.kuppeln. doch nicht auf lat. copulare geht unser wort zunächst zurück, sondern theils auf das subst. koppel, theils auf frz. coupler, wie engl. couple, nl. koppelen, dän. koble, altfr. kepla.
1)
a)
jagdhunde koppeln, zusammenkoppeln, schon mhd. kopelen (s. unter koppel), mnd. koppelen Ssp. 2, 61, 3: swer durch den banforst rîtet ... sîne winde und sîne braken suln ûfgevangen sîn und sîne jagehunde suln gekopelt sîn. Schwabensp. 197, 4, an die koppel gelegt, ebenso franz. u. s. w. dazu ankoppeln, einkoppeln, verkoppeln, aber auch abkoppeln, aufkoppeln (Steinbach 1, 951), entkoppeln, loskoppeln.
b)
gekoppelte pferde, equi bijuges. Stieler 1000; sie ... koppelten ihre pferde zusammen. Arnim 2, 302; eine gekoppelte sippschaft von pferden. J. Paul Tit. 2, 76, bes. reihenweis hintereinander, dasz der halfter des folgenden mit dem schweif des vorigen verkoppelt ist.
c)
rinder koppeln, wol zwei mit èinem doppeljoch anschirren: ein junger und alter ochs, zusamen koppelt. Agricola sprichw. 102ᵃ; er sattelt den ochsen und koppelt die pferde. Simrock spr. 7646, macht verkehrte welt. aufkoppeln, loskoppeln: ein Landenberger zuͦ Sarnen vernam, dʒ ain bawer im Melchtal gar ein schön jung ochsen het, schickt den knecht die zuͦ holen aus dem pfluͦg .... als der knecht an den ochsen aufkoppelt, schluͦg des bawren sun dar. S. Frank Germ. chron. 1538 208ᵃ, am loskoppeln arbeitete (bei Tschudi nur als er die ufband).
d)
von menschen: wir wurden überwunden ... und mit stricken zusammen gekoppelt. Plesse 3, 353, wie vieh;
die auf galeeren euch, mit mördern
eng an einander gekoppelt, fluchen.
Platen 116ᵇ;
(so will ich) mit ihr gekoppelt gehen
und ihr nur traun wenn ich sie seh und fühle.
Shaksp. winterm. 2, 1
d. i. unzertrennlich, 'wie gekoppelt'. nd. aber sik koppeln, sich in einem haufen sammeln, zu koppel 2, c.
e)
im eisenbahnwesen, wagen (zusammen) koppeln oder kuppeln, auch abkoppeln; die wagen sind ja gleichsam 'gekoppelt' wie die pferde unter b. ähnlich auch sonst im technischen, vgl. 3.
2)
bildlich, verbinden überhaupt.
a)
lehen u. dgl. koppeln, mehrere in einer hand vereinigen: brauchen sie .. solch heilige behendigkeit, das sie zehen oder zwenzig prelaturn zusamen koppeln. Luther 1, 294ᵃ, an den adel C 4ᵃ, s. unter koppel 1, d. man hört von verkoppelung der grundstücke.
b)
geistig, fest verbinden, schon mhd.:
ich wil topeln
und mich alsô kopeln
zur vrîheit nâch gewinne.
pass. K. 407, 40;
in liebe gecoppelt Cersne 3418 nach Bech Germ. 7, 491; vgl.koppelt in den lesarten zu Wolframs Tit. 116, 4; leimet und coplet narrenwerk die freundschaft zuͦsamen? S. Frank ... 15.
3)
technisch mehrfach. im orgelbau, die claviaturen koppeln, so in verbindung setzen (durch den koppelzug), dasz das auf der einen gespielte auf der andern mitgespielt wird, vgl.koppel 5. in der kunst, zwei säulen koppeln, so nah verbinden dasz die kapitelle sich berühren, von figuren, sie auf eine basis bringen. im weinbau, den weinstock doppelt anbinden.
4)
kuppeln: wann solche (vetteln) not leiden, so legen sie sich auf das coppeln, werden (mit züchten zu reden) hurnwirtin und zauberin. Barth weiberspiegel Lpz. 1565 M 7ᵃ; es begab sich, das Klodius eine derselben frauen, als sie alleine in der kirchen war, geschändet, darauf er, in geklagter blutschande, di richter bestochen, ihnen andere weiber noch gekoppelt. Butschky kanzl. 331; die, so lose leute heusen, hegen, aufhalten oder koppeln, sollen .. 10 pfd. verbrochen haben. Walter ditm. chron. (1683) 186. vgl. koppler.
5)
zu koppel 4, nordd., ein stück land zur koppel machen (einkoppeln), auch behufs der koppelwirtschaft in koppeln oder schläge eintheilen.
6)
koppelgerechtigkeit ausüben, z. b. von koppelhut: es wird (auf den weiden des fleckens) mit den beiden häusern Hardenberg gekoppelt. Rüling beschr. v. Nordh. 247.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1787, Z. 46.

köppeln

köppeln,
verkleinertes koppen.
1)
zu koppen rülpsen, aufstoszen, im 15. jahrh. Mones anz. 8, 495ᵇ, 100, im 14. jh. bei Megenberg:
so du dich fülst an unterlosz ....
dir unwült (wird übel), köpelst, farzst und scheist.
Folz in Kellers fastn. 1210;
das eilft zeichen (der schwangerschaft), dasz etlichen frawen köpplet und das oft köppen essigt in der kelen. Röszlin hebammenbüchlin 11ᵇ, ebenso bei Dryander arznei Frankf. a. M. 1542 3ᵇ, es ist aber wörtlich aus Megenberg 39, 7, nur bei diesem persönlich (wie bei Folz): daʒ etleich frawen köppelnt. auch der rettich köppelt über sich (d. i. nach oben). Frisch 1, 537ᶜ, 'stöszt einem auf', macht aufstoszen. dazu schwäb. köbeln ekeln (s. köbisch am ende)? s. auch koppezen.
2)
anders schles. köppeln kippen, umwenden, intr. wackeln, s. Weinhold 46ᵃ, auch erzgeb. und wol weiter md.: ein klein wankendes stöckgen ist umgeköppelt, da er auf dasselbe tratt, dasz er rückling gefallen. Wilisch freiberg. kirchenchron. 2, 499 (Frisch 1, 537ᶜ). s. dazu koppen 2. 7, a, aber auch kœpeln (schles., md.) unter käupeln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1788, Z. 40.

koppen, köppeln

koppen, köppeln,
vom hahn, die henne treten, nürnb., s. unterkoppe kapaun 2 sp. 1783.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1789, Z. 53.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
kuttelhaus körperreiz
Zitationshilfe
„köppeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%B6ppeln>, abgerufen am 23.09.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)