Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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kost

kost,
pflanzenname, und queste, s.koste.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1857, Z. 70.

köst, f.

köst, f.
kastanie, s.kästen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1857, Z. 71.

kost, f., (auch m.

kost, f. (auch m.,
s. 3), speise, speisung, lebensunterhalt, stets als collectivwort, daher ohne pl., mhd. koste, kost wb. 1, 865ᵃ, wie auch nhd. anfangs noch koste; s. auch köste gleich kost sp. 1853, vom ursprung unter 4. auch nd. nl. kost, fries. dän. schwed. kost, schon altn. kostr (Egilsson 475ᵇ); entlehnt auch sloven. kóšta f., wend. khóst m. eigen ist 'koost' Fleming (1642) 92, s. dazu unter kosten constare I, d.
1)
Eigentlich.
a)
der genaue begriff ist speisung, aber nicht speisung überhaupt, sondern solche, deren genusz einer irgendwo hat, besonders wenn das regelmäszig ist, also was unter umständen schärfer durch beköstigung ausgedrückt wird (den grund s. u. 4).
α)
so heutzutage und schon mhd.:
die kost enzugen si im (dem löwen) dâ von,
der er was von in gewon.
Mones anz. 8, 344,
wie noch jetzt einem die kost entziehen, die gewohnte beköstigung; von der zeit an, da mir befolhen ward ein landpfleger zu sein im lande Juda ... neret ich mich und meine brüder nicht von der landpfleger kost. Nehem. 5, 14. 18 (LXX ἄρτος, vulg. annona);
Bachus zwar, der fürst der kost
auf berühmten gastereien.
Fleming 217 (391 Lapp.);
die kost war fremd, das bett war schlecht.
Göthe 1, 146;
meine kost erfordert des jahrs so viel, il me faut tant par an pour ma bouche. Rädlein 559ᵃ; er (Lykurg) verordnete, dasz alle bürger an einem öffentlichen orte in gemeinschaft zusammen speisen und alle dieselbe vorgeschriebene kost mit einander theilen sollten. Schiller 1021ᵃ. Es gibt nahrhafte, gesunde, schmackhafte, kräftige, gute kost u. dgl., aber auch schmale, schlechte kost, und da kann freilich immer schon die speise selbst (s. c) gedacht sein, aber eig. ist es die beköstigung. gesinde erhält kost und lohn, kost und kleidung, es hat einer freie kost, dient um die kost, klagt er verdiene kaum die kost, verdingt sich in die kost u. a.
β)
diesz in ist die praep., die die meisten wendungen besorgt, man geht bei einem in die kost (daher kostgänger), ist bei einem in der kost, nimmt einen in die kost, ein meister hat so und so viel leute in der kost oder in kost, schüler sind bei einer familie in der kost, in kost (kost und wohnung), und so von jeher (den grund s. unter 4): wöllen wir, dʒ hinfuro weder unser camerrichter noch ainicher der assessores .. ainichen procuratorem .. bei im ime haus wesenlich (wohnhaft) oder in der cost haben noch halten (soll). reichstagsabschied Augsb. 1500 C ijᵇ; nahm er mich gutwillig an und dingte mich auch in die kost. Simpl. 1, 344, 31 Kz.; er geht mit ihm in die kost, ist sein tischgenosz. Steinbach 1, 918; man rechnet dasz tausend millionen zu gleicher zeit auf der erde leben und bei dem lieben gott in die kost gehen, ohne das gethier. Hebel schatzk. 5.
γ)
doch auch mit an (vgl.an den tisch nehmen u. ä.):
(Christus) der ward der krippen last. der must in kält' und frost
geworfen werden hin, und sein an schlechter kost.
Fleming 4 (17 Lapp.);
einen an die kost nehmen. Stieler 1017; wo geht ihr an die kost? Ludwig 1059; Sulzer hatte das glück, in Johann Gesners hause an die kost zu kommen. Hirzel leben Sulzers 23, vgl. unter δ aus Heynatz. bei Stieler auch mit zu (wie zu tische): er geht da zur kost, mensa ejus utitur.
δ)
in höhnischem witze von übler behandlung: abgepeitschet wie hunde, einen tritt zur thür hinaus, das ist die kost für so kerls! Lenz 1, 196, wie einen so und so tractieren sowol beköstigen als mishandeln bedeutet. ähnlich nordd. volksm. an die kost kommen, schläge oder schelte bekommen Heynatz antib. 1, 91, du warst an de kost kamen! die strafe wartet auf dich Dähnert 251ᵇ (vgl. aber sp. 1852 mitte). Furchtbar bitter aber einen von der kost thun, höhnisch verhüllend für tödten: gleichfalls braucht Joab keinen puffer (pistole), als er Abnerum und Amasam schelmischer weis von der kost thät. Simpl. (1713) 3, 64; lag sie dem könig Sigismundo .. an, bis er ihr verwilligt, dasz sie ihn heimlich von der kost thun möchte. 3, 400 (1684), eigentlich einen kostgänger beseitigen, um zu sparen?
b)
im genauesten sinne aber (s. 4) ist in kost der ganze täglich unterhalt überhaupt inbegriffen, unter umständen auch die wohnung.
α)
so bei kindern, schülern, die in kost sind, die man in die kost thut bei einer familie: meine tochter ist noch auf dem lande, ich bin also nur blosz in gesellschaft meines Fritzen, denn dasz Engelbert in der kost ist wissen sie wie ich glaube. mad. König an Lessing 13, 560, d. h. die kost drückt da aus was man jetzt meist deutsch-französisch pension nennt ('pangsjohn'!), im vorigen jahrh. scheint dafür noch kost vorgeherscht zu haben, wie wol noch am Oberrhein, in der Schweiz. 'eine kost', eine pension: den auftrag, für ein junges frauenzimmer .. in einem ehrbaren bürgerlichen hause .. eine kost zu suchen. Pfeffel pros. versuche 2, 9 (aber kost und wohnung s. 41). dazu kostgeld, für pensionat kosthaus, kostschule, für pensionär kostschüler, kostkind, vgl.kostjungfer, s. auch kosthalter, kostherr, kostfrau.
β)
auch das ist alt. in einem schweiz. weisthum des 15. jh. z. b. heiszt es von brüdern nach des vaters tode: die wil und (d. i. solange) si teil und gemein mit ein andern habent und in éiner cost sind. w. 4, 348, deutlich 'éinen haushalt zusammen haben'. freilich heiszt das ebend. 345 die in éiner spis sind (vgl. unter a, β die wohnung von der kost getrennt), aber der sinn ist auch da kein anderer, die speisung ist nur als das hauptstück des ganzen unterhalts angesehen. gilt doch brot (2. 4) ebenso. daher werden auch speise und kost verbunden: wer einen man umb sîne bekante (eingestandene) schult .. in gefengnisse brenget, der sal in mit spîse unde mit koste halden glîch sîme gesinde. Magdeburger fragen s. 167 (vorher zerunge genannt, ebend. bekostigen), koste wird hinzugesetzt sein, um das blosze denken an die speisung zu verhüten;
vergisz auch nit der cost und speis.
Heros ird. pilg. 1562 26ᵃ.
γ)
sogar für lebensunterhalt überhaupt: es ist gar ain arme kost, da man den kram also fail tregt. Keisersberg geistl. spinn. (granatapf.) L iijᵇ, d. h. als wandernder krämer.
c)
aber auch die speise, das gegessene selbst.
α)
das was die speise hergibt, 'nahrungsmittel': ir weine, getreide, vihe und andere koste und habe ires closters. mon. boica 25, 248, lebensunterhalt, 'victualien'. besonders aber kleinere nahrungsmittel, genauer als kleine kost bezeichnet, mhd.: obeʒ und knoflach .. und eier und smer .. und nuʒʒen und kesten (kastanien) und swaʒ sô getân klein kost daʒ ist (zum verkauf). Meraner stadtrecht Haupt 6, 413. so erklärt Maaler kost f., muͦs, allerlei speis, one wein und brot, opsonium, epulae 249ᶜ, womit der sprachgebrauch in schweiz. weisth. übereinstimmt: und sol man im gen win und brot und allerhand kost genuog. w. 4, 342;
(die göttin) die statt eicheln zur kost goldenen weizen verlieh.
Göthe 1, 275.
β)
dann aber auch das bereitete gericht:
wiltu die kost salzen iht,
sô lege si in daʒ salz niht.
Zarnckes deutscher Cato s. 138;
díe koste gît man (trägt sie auf) kalt oder warm. buch von guter speise 21;
zu dem moste   koste,
die uns der wirt beraitet hat.
Hätzl. 70ᵇ, vgl.'kost und most':
und werde ích hier knecht, so hab ich einen andern .. von kost und most verdrängt. Felder reich u. arm 295;
wer .. gute kost salzt mit eschen ...
der dunkt mich nit wol witzig sein.
Keller schwänke s. 22;
der magen leichtlich nimpt ein scheü (nach dem bade)
ob grober kost und harbem trank.
Folz in den fastnachtsp. 1265;
genieszt ... der einfachen kost, am ländlichen herde zubereitet. Göthe 11, 283. eigen mit gen. bei Logau:
viel obst ist ungesund; wir keuen alle dran,
was eines apfels kost für leid uns angethan.
3, 7, 75.
γ)
eigen auch kost mus, puls, pulmentum, gerstenkost offa hordeacea Aler 1228ᵃ, wie koch (n.) 1 mus, brei, eig. warme speise.
δ)
was ein mann für sich braucht zum unterhalt: ir hond (habt) wol dreier man kost gessen. Eulensp. hist. 23 s. 47 Lapp., von einem gesellen beim meister.
ε)
dazu hauskost, hausmannskost, bauernkost, kinderkost, frühkost, abendkost, nachtkost, zukost, nachkost, vorkost, himmelskost u. a.
d)
auch von thierfutter (wie mhd. unter 1, a, α), dichterisch:
wenn man vogel fangen wil, streut man auf die beste kost.
Logau 2, 10, 39;
ein sperling half den frommen tauben
oft ihre kost vom schlage rauben.
Gellert 1784 1, 335.
vergl. im 15. jh.: bei welchem er dan benachtet, der soll im und seinem pferd geben kost die (eine) nacht. weisth. 1, 305; so sal man die koste gelden, die daʒ (gepfändete) vih vertan had. Ortloff rechtsquellen 1, 127.
e)
einzeln auch vom trank, wie der ja im vorigen der sache nach oft mit eingeschlossen ist (vgl.lebenskost vom wein b. Göthe):
so ist der winzer gleich erstickt,
der seiner (des schlechten weins) beeren kost zum erstenmal genossen.
Hagedorn 3, 46.
sonst wird doch der trank auch besonders genannt:
schont auf heute (zum hochzeitmahle)
keiner kost und keines weins.
Fleming 383 (311 L.).
f)
der begriff speisung brachte aber auch den von schmaus, gasterei hervor:
sus rîcher koste krangel
ist mînem hûs untiure (rar).
Reinfrit v. Br., Göd. s. 9,
bemerkung des dichters zu einer reichen gasterei; ein rhein. beispiel s. unter 3. mnd.: ok schal he (der neu in die innung aufgenommene) den broderen und susteren eine kost doen also wonlick is in der brodersop und ampte (innung). innung (scra) der maler, goldschmiede u. s. w. zu Flensburg v. j. 1497 § 3, im archiv der schlesw.-holst.-lauenb. ges. für vaterl. gesch. 18, 328, auch eine halve kost 329, de koste 333. 331. so noch in Norddeutschland. nd. kost galt besonders vom hochzeitschmaus (schon mnd., z. b. in den Göttinger statuten), und dann für die hochzeit selbst. brem. wb. 2, 856, koste f. Neocorus 1, 110. 115, noch nordfr. kôst, kâst f., helgol. kost. auch dänisch früher kost schmaus, dazu bryllupskost hochzeitschmaus u. a., s. Molbech dansk gl. 1, 452. s. weiter köste, köstchen.
2)
Bildlich: die kost der hailigen geschrift (in sich aufnehmen). Megenberg 119, 6, von schuolern;
Christus wil die koste sein
und speisen die seel allein.
Luthers lied 'Christ lag in todes banden' str. 7,
dan arbeit, mühde, schweisz und frost
sind des rums und der tugend kost.
Fischart gl. schiff 620,
wenn nicht kost aufwand, gleichsam auslage gemeint ist;
bezaubrend unding (ehre), kost der ohren,
des wahnes tochter, wunsch der thoren.
Haller 1777 s. 8 (über die ehre str. 1),
in der 1. 2. aufl. speis der ohren (vgl. 'ohrenschmaus');
die freundschaft stammt von ihr, der herzen süsze kost,
die gott in so viel noht uns gab zum letzten trost.
179;
Genueser, der wurf ist geworfen! hier liegt der wurm meiner seele, die gräszliche kost meines hasses. Schiller 177ᵃ; (jedes buch) war mir eine angenehme kost. Immermann memor. 1, 170.
3)
Früher aber auch als masc. koste, kost, schwach und stark: und wan das geding gehalten (zu ende), gehen sie ... in des burgermeisters haus, der ist ihnen essen und trinken, nemblich einen ziemblichen kosten zu geben schuldig (das nämlich führt den herkömmlichen 'namen' des essens ein). weisth. 2, 209, vom Hundsrück 16. jahrh., eine gehörige bewirtung, ein schmäuschen; wan alsdan die früchten ausgeliefert seint (als zinse), so ist der junker den scheffen ein zimblichen kosten schuldig zu geben. rhein. weisth. bei P. Wigand denkw. aus d. arch. d. reichsk. 198 (in der überschr. imbisz); darvon gebürt ihnen auch der kosten. 200, beköstigung; von dem ordentlichen kosten oder diät, welche Grandgoschier mit essen und trinken halten thät. Fischart Garg. c. 3 überschr.; aber die zame hummeln. die fliegen nicht so von haus zu haus bettlen, sonder bleiben in ihrem bienkorb, und da kriegen sie den kosten ohn arbeit. bienk. 238ᵇ (1588 264ᵃ); darnach möchten sie uns das triburinisch concili für die nasen stellen, welches verbiet, das man kein geld für die begräbnussen nemmen solle. was guter jar! wer solt von diesem kosten essen können? 44ᵇ, bei Marnix 35ᵇ wat goedjaer, wie soude van dien cost (m.) willen eten? also starkf., wie rhein. im folg.: und wan der (als frohnfuhre hinzuschaffende) wein ufm schlosz fur dem backhaus licht, ist i. ch. g. den furleuten den kost schuldig. weisth. bei Wigand a. a. o. 196.
4)
Ursprung.
a)
man suchte den ursprung gern in kosten gustare, mit verweisung auf ähnliche anwendung des lat. worts; aber kosten und gustare heiszen nicht essen, sondern nur von etwas essen, naschen, gustus nur ein vorgericht, blosz zum kosten, im gegensatz zum eig. essen, gustulus ein leckerer imbisz.
b)
es ist aber nichts als das folg. kost, koste, aufwand, in einer besonderen anwendung, durch deren häufigkeit sich diesz kost speisung im sprachbewusztsein von jenem abgelöst hat als ein wort für sich. die formen treffen bei beiden urspr. genau zusammen, fem. und masc. und collectivischer singular; die trennung beider geschah wol völlig erst als sich bei dem mutterworte der pl. festsetzte. kost war urspr. aufwand oder ausgabe für bewirtung und pflege und wurde dann die bewirtung, verpflegung, speisung selber; anlasz dazu gab die gastfreundschaft des mittelalters; s. besonders kostfrei, auch kösten und köste sp. 1853.
c)
man kann die neue bedeutung gleichsam entstehen sehen aus der ersten, z. b.:
diu hôchzît diu werte den vierzehenden tac ....
dâ wart des küneges koste vil harte hôhe gewegen.
Nib. 633, 4,
sehr hoch angeschlagen, taxiert ward (von den gästen) der aufwand den der könig dabei machte, oder die auserlesene verpflegung die er aufwandte, beides liegt drin noch ungeschieden;
dô si (die Burgunden) über die Trûne kômen bî Ense ûf daʒ velt ...
diu kost diu was den recken dâ von Rüedegêre getân.
1244, 4.
noch im 16. jh. musz beides im bewusztsein nicht ganz geschieden gewesen sein: also wenn ein fürst geböte, wir wollen der wochen eines oder zween tage gefastet haben, auf das die knechte und megde deste basz gezüchtiget (zu enthalsamkeit gewöhnt) und die hauswirte der koste deste basz zukomen mügen ... Luther 3, 525ᵃ (var. köste), d. i. den aufwand für die kost, oder die beköstigung bestreiten.
d)
eben so gut von aufwand für sich selbst, 'selbstbeköstigung':
daʒ Baier in ein stat wâren komen
und lâgen in grôʒer koste
bî eim starken süeʒen moste.
Renner 10210,
'verthaten viel geld' und 'zechten tüchtig'; unser junkern vom adel haben bisher gnug gebrasset, geschlemmet, gerennet, gestolzirt, gebranget mit allzu uberflüssiger kost und kleidung, dadurch sie alles gelt aus deudschem lande geschutt. Luther 4, 496ᵃ (1556), hier noch mehr aufwand für schmauserei, als diese selbst. Hugo klagt im Renner 16735 über die spielsucht der schüler, wie einer mit bretspiel und würfeln verzert des jârs die koste sîn, das geld für seinen unterhalt, das kostgeld.
e)
bei beiden bedeutungen war haupts. in gebräuchlich (s. schon aus dem Renner unter d), in eines kost (oder kosten sg.) ist der, der 'auf seine kosten' lebt (s. Maaler 250ᵃ sp. 1851 γ): des vogtes reht ist, swenne er durch gerihtes willen uffen den meierhof kumt .., das in der meier sol haben in sîner koste. Habsb. urb. 79, 14; da soll er nachfolgen (heeresfolge thun) und soll den ersten tag und nacht in seiner kost liegen. weisth. 1, 799, sich selbst beköstigen, für anderes aber soll ihm der pfalzgraf seine kost abthun das. (erstatten), man sieht noch das schwanken beider bed. in eins; denselben man (einen flüchtigen todtschläger) sall der scholteisz offnemen drie dagh und sesse woichen langh in siner kost. 2, 464, 16. jahrh. von der Mosel. Frisius 219ᵇ erklärt servire cibo suo (Plaut.), sich im dienst selbst beköstigen, 'dienen in seinem kosten', aber trotz cibus war ihm kosten noch mehr der aufwand, das zeigt 'alienus cibus, speis in eines anderen kosten' 219ᵃ. noch heute fällt im häuslichen gebrauch von kost vielfach das hauptgewicht auf das erhalten der speise vom kostgeber, besonders gegen bezahlung, oder auf das selbstverdienen, sodasz der begriff des aufwands dafür noch uns darin spielt.
f)
erwähnenswert ist, dasz der gleiche gang der entwickelung sich in speise zeigt, das auf mlat. spensa, d. i. expensa aufwand zurückgeht. und ebenso wird sich der zusammenhang von lat. daps mahl (gr. δεῖπνον) mit δαπάνη aufwand erklären. aber cost selbst zeigt auch keltisch neben der bed. aufwand die bed. speise, kost (Diefenb. goth. wb. 2, 459), findet sie sich schon altfranz.?
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1846, Z. 49.

kost, koste, f. und m.

kost, koste, f. und m.,
aufwand, ausgabe, kosten, ahd. chosta f. Diut. 2, 343ᵃ, mhd. koste, kost m. und f., mnl. cost, nd. nl. kost, dän. schwed. kost; auch im osten: poln. koszt m., russ. košt'', litt. kasztas m.; und keltisch, wie gael. ir. cost m., costas, cosdas m., kymr. cost m., wie engl. cost, bret. koust m., wie altfrz. coust. Es hat lat. quelle, constare kosten (s.kosten), aus dem das bedürfnis des lebens ein subst. entwickelte, mlat. costus und costa, ital. costo m., span. costa f., frz. coût m., altfrz. couste, coste. so ist das roman.-lat. wort eigentlich ein europäisches geworden. Das subst. hat sich bei uns früh manigfach gestaltet, es ist sowol m. als f. (wie mlat. vorhin auch) und bildete eine form mit umlaut (s. II); auch in andern beziehungen sieht es uns jetzt recht fremd an.
I.
Die umlautlose form.
1)
masc., und diesz wieder doppelt, schwach und stark.
a)
das starke m. zwar ist selten, mhd. kost, gen. kostes:
(reines gold) ist des hôsten kostes (: rostes)
under allem gesmîde hie.
Martina 213, 60,
hat den höchsten preis, wert (s. III, 2, a), ebenso des besten kostes (: rostes) das. 106, 66 von reinem golde. ob sô getân klein kost im Meraner stadtr. (in geänderter bed., sp. 1847 unten) masc. sein kann? Nhd. ist ein nom. kost m. immer unsicher, ob nicht aus dem schwachen koste gekürzt. doch Maaler 249ᵈ gibt unter dem nom. groszer, kleiner kost auch im acc. 'kost und arbeit verlieren' (diesz auch bei Dasyp. 366ᵈ, der sonst nur kosten sg. hat), während er nachher das schwache m. als kosten besonders ansetzt (s. b); freilich in solchen formelhaften bindungen wie kost und arbeit (s. sp. 1857) trat schon damals gern flexionslosigkeit ein; deshalb ist auch folg. m. kost und pracht im dat. (auch pracht war damals m., s. 2, 283) als starkf. nicht ganz sicher, obwol wahrscheinlich:
viel leut ir gelt unnütz verschieszen (verschleudern) ...
sein wert, das sie der esel blacht
mit irm unnützen kost und pracht.
Waldis Es. 2, 82, 22.
aber das starke m. scheint schweiz. nachzuleben z. b. in die kostesnoten, advocatenrechnung, nota Gotthelf 19, 217 (schuldenb. 234), falls nicht kostes- aus kostens- gekürzt ist; mit dem pl. ungsinnete köste das. 151 (160), unerwartete kosten, ist sicher nur kürzung aus kösten nach der mundart gemeint (s. II, 1, b). Trotz dieser unsicherheit ist ein starkes m. neben dem starken fem. auch nhd. an sich wahrscheinlich (während freilich ein schwaches fem. neben dem schwachen m. nicht bezeugt ist) und in der vorigen bed. als rheinisch bezeugt mit 'den kost' sp. 1849 (3 a. e.). auch das nl. zeigt deutlich starkes m., z. b. ten mijnen koste (sg.), auf meine kosten, te koste leggen anwenden Weiland (nom. kost m., pl. aber schwach kosten).
b)
herschend aber war früher schwaches m., das auch schon mhd. sich findet (ein beleg unter γ).
α)
haupts. alem. und überhaupt oberd., auch rheinisch (während dem nd. das ganze m. fremd scheint?): der kosten, so .. geschicht (aufwand, der gemacht wird). reichstagsabsch. 1512 § 10; den kosten abzulegen (zu erstatten). erklärung des landfr. von 1522 § 11;
das man leit (legte) ein so mächtig gelt
an gräber (wie die pyramiden) ....
und gab so groszen kosten us,
das man den würmen macht ein hus.
Brant narr. 85, 123;
muͦszten si den kosten selbs zalen. Wickram rollw. 33, 19, gerichtskosten; auf solliche spectakeln ist ein unsäglicher kosten gewendt worden. Seuter 6; von dem kosten und gebrenge auf der hochzeit. Alberus ehbüchlin A 1ᵇ. F 2ᵇ; er bawet die schul uf seinen kosten. ders. dict. BB 4ᵃ; damit er den kosten überschlage und ausrechne. Kirchhof disc. mil. 7; järlicher kosten, annuus sumptus, eim den kosten gäben dare sumptum Maaler 249ᵈ, groszen kosten an ein ding wenden 250ᵃ; befahl auch den proviandmeistern, allen auf seinen kosten vollauf zugeben. Garg. 267ᵃ; dieweil solcher kosten der stadt säckel zu überlästig sein wollt. Stumpf 404ᵃ; den gerichtskosten erlegen. Frischlin nom. 1594 451;
das jagen ein unnötigs ding,
welches den kosten nicht ausdrag.
J. Ayrer 326ᵃ.
So noch im 17. jh. und länger oberd.: es tregt den kosten nicht aus, auf meinn kosten. Schönsleder f 8ᵃ; als churf. Fridrich der vierdte den hofstaaden einziehen und den kosten ringeren wolte. Zinkgref 1653 1, 236; so den kosten dran gewendet. 263; mit ungläublichem kosten. Philander 1650 1, 590; dasz sie hierin keinen kosten gesparet. 629; damit ich nicht umsonst den reis- und zehrungskosten anwende. Abele unordn. 2, 87. Der nom. hiesz auch kost (vgl. unter 1, a): der grosze kost, den ich tragen must. Zwingli 2, 1, 2; groszer kost, da man reichlich auszgibt und sich nichts rüwen laszt. Maaler 249ᵈ; unnützer kost. das. noch bei Aler dict. lat.-germ. Cöln 1727 es ist ein schlechter kost darbei, pertenui impenso opus est (wird wenig k. machen), im acc. den kosten überschlagen 1228ᵇ.
β)
aber auch mitteld. früher, z. b. bei Luther neben dem f., das doch häufiger ist: da er aber sahe, das er nicht gelds gnug hatte ... besorget er, er vermöchte den groszen kosten lenger nicht zu tragen. 1 Macc. 3, 30; die stad Ptolemais .. gebe ich dem tempel zu Jerusalem, zum kosten der auf das opfer gehet. 10, 39; zum gebew und besserung des tempels .. wil der könig den kosten auch legen von seinem eigen einkomen. 10, 45; das Seleucus .. aus seinen emptern verordnen liesz allen kosten, so man zum opfer bedurft. 3, 3. ist das alt? oder oberd., rhein. einflusz? die heutigen ostmd. mundarten wissen nichts davon, ob die oberdeutschen? in Sachsen doch noch im 18. jh. bei schriftstellern: ihr achtet viel auf schöne kupferstiche .. lieber! wendet den kosten daran und laszt euch die Jesabel .. abmahlen! Chr. Gerber unerk. sünden der welt Dresden 1701 979.
γ)
danach wird auch folg. kosten nicht als plur. anzusehen sein, sondern als sing. m. schwacher form: unde die amptliute ûʒ des bischoves costen suln ime rât tuon (seine bedürfnisse liefern) .. der trusseʒʒe daʒ eʒʒen .. der schenke den wîn. Baseler bischofs- u. dienstm. recht 12, 7 s. 19 Wack. (weisth. 4, 477), also schon mhd. auch schw. m.;
und so vil kosten dran geleit.
Brant 85, 103
(er hat freilich einen gen. kostens, s. III, 2, b, γ);
dann wenig kosten man dran leit.
48, 27;
das er ouch kosten leg dar an.
59, 7;
(wer an die fähre kommt) der sol dristunt (dreimal) ruͤfen. komt der fer (ferge) nit, so mag er in das wirtshus gan und uf des fern costen ain masz win trinken u. s. w. Mones zeitschr. 5, 380, vom j. 1497; in eins anderen kosten läben, aliena vivere quadra. Maaler 250ᵃ (zugleich das vorige 'kost', unterhalt); das niemand gröszer gebreng halten oder kosten machen darf dann sein stand ist. Alberus ehbüchlin F 2ᵇ. setzt er doch im dict. dicht neben den lat. pl. expensa deutsch den sing.: ad assem reddidit mihi expensa, er hat mir den kosten bei eim heller bezalt. BB 4ᵃ.
2)
fem., aber lange auch nur im sing.; mhd. bestanden auch hier zwei formen, kost und koste (beide starkf.), die nhd. meist nicht mehr zu unterscheiden sind (s. unter c); auch mnd. kost f., z. b.: (Karl d. gr.) minnede sêre ellende lûde unde hadde sô grôte kost mit armen luden, dat he is (gen., davon) itteswenne vil sere bekumberet wart. Eike v. Repg. zeitb. 262ᵃ; öfter auch im Sp.
a)
erkennbares fem.:
der ander kost ich schwigen will.
Brant 85, 114,
um von dem übrigen aufwand nicht zu reden; und die kost (des baus) sol vom hause des königes gegeben werden. Esra 6, 4; wer ist aber unter euch, der einen thurn bawen wil und sitzt nicht zuvor und uberschleget die kost, ob ers habe hinaus zu füren? Luc. 14, 28; wage die kost an sie. apost. 21, 24; mit groszer kost .. erkauft aus Rom. Luther 1, 191ᵇ; seines lieben sons blut, das ist die kost die daran gewand und dadurch uns solchs erworben ist. 6, 287ᵃ; mit schwerer kost. Ringwald tr. E. L 1ᵃ, wie jetzt mit schweren kosten.
b)
auch folg. kost ist danach als f. anzusehen: wo die herzen unterricht sind, das .. durch bilde im (gott) kein gefallen geschicht, sondern (das) ein verlorner dienst und kost ist, fallen die leute selbs williglich davon. Luther 3, 38ᵃ; wer aber auf menschen trawet (statt auf gott), uber das (auszerdem) das er nichts findet, verleuret er auch das das er drauf gewand hat, und wird also seine hoffnung und kost auch zu nicht. 3, 300ᵃ.
c)
einzeln im 16. jh. doch auch noch das volle koste f.: mit aller solcher groszen koste und schwerer rüstung, da viel aufgehet und viel dazu gehört, mögen sie (Attila u. a.) nicht so viel, das sie irs lebens ein augenblick sicher weren. Luther 4, 247ᵇ (263ᵃ), kriegsaufwand; freilich könnte das -e durch den dat. herbeigeführt sein.
d)
auch diesz fem. im sing. lebte noch im 17. jh.:
was wolt ihr menschen bauen
bisz nach den wolken zu? was laszt ihr marmor hauen
mit solcher theurer kost?
Opitz 1, 60;
wann auch gewesen wer' in Jesus zeit zu finden
ein mittel und arznei für krüpel und für blinden,
die keiser hetten sie gefunden, die mit lust
zu aller frembdigkeit anlegten zeit und kost.
4, 376;
und der auch, welcher hat die kost an dich gewand,
dasz du ein edler schmuck der arme soltest heiszen.
Fleming 626 (508 L.), anrede an ein armband.
noch bei Claudius: er überschlug die kost, ob ers habe hinauszuführen. 8, 140, doch ist das nur aus Luc. 14, 28 entnommen. aber es gilt auch noch nd., z. b. in Pommern Dähnert 251ᵇ, und md., z. b. bei sächsischen bauern, uf meine kust, auf m. kosten. vielleicht auch schweiz. in folg. redensart: du wirst sauber an die kost kommen! Gotthelf 19, 156 (es ist von bezahlen die rede, doch vgl. sp. 1847 unter δ).
3)
mitteld. eine nebenform kust, wie noch jetzt mundartlich (vgl. Opitz 4, 376 vorhin lust : kost), so schon im 15. jh.: expensa, kust Dief. 218ᵃ; werden denne di scheppin .. des rechtis gefroget, wissen si denne des rechten nicht und nemen der sachwalden gelt zu der kust, das rechtis (was 'rechtens' ist) zu holen .. Magdeb. fragen s. 24, zu den kosten für einholung des rechtsbescheids aus einer andern stadt. vielleicht schon aus dem 14. jh. bei Ortloff 1, 329 (s. unter III, 1, a, β). auch in der bed. speise:
daʒ sie mit flî̀ʒe nême war,
was kuste (gen.) unrechte quême dar ...
daʒ sie des nit enêʒe.
heil. Elis. 1736 in a.
diesz kust stimmt aber zu altfranz. coust. daher auch kuspar für kostbar, und kustelich, küstelich für köstlich, s. dort.
II.
Daneben eine umlautsform.
1)
in der gewöhnlichen bedeutung.
a)
im sing., köst und köste fem. (ahd. chostia?): das heiszt der welt verkerte weisheit, die mit gülden netzen fischet, da die köst gröszer ist denn der gewin. Luther 1, 190ᵃ (ausg. v. 1564); wo er (der teufel) .. die liebe jugent verlöre und leiden müste, das sie mit seiner köste und güter ('auf seine kosten') erhalten würden zu gottesdienst. 2, 471ᵇ (1555 460ᵇ), die ausg. der luth. schriften schwanken oft zwischen koste und köste. auch oberd.: so werden sust etlich die unsern auf ir selbs köste auch komen (in den Hussitenkrieg). Nürnb. chron. 2, 50, v. j. 1427 (sonst das. kost f.), wenn das nicht pl. zu kost m. ist (I, 1, a). köst, cöste impensa in einem md. und einem rhein. voc. des 15. jh. Dief. 288ᵇ, auch in einem oberd. (tirol., vgl. u. 2) impensa köst (impensare verchösten) nov. gl. 211ᵃ.
b)
rhein. und oberd., besonders alem. ist ein plur. kösten (unkösten) bis in neueste zeit gültig: mit den geringsten kösten. weisth. 5, 338, aus der Bonner gegend; dasz ein abt vom Laach den thurn .. lasse bewachen auf seine des abts unkösten. 3, 812 (16. jh., aber nach einer abschrift des 18. jh.); eine weite reis ... ohne sonderbare unkösten zu vollbringen. Simpl. 4, 326, 24 Kz.; sechstens haben vermög altes landsbrauchs die herren im Bregenzerwald (wenn sie dahin zu gericht kommen) .. ihr speis und trank .. bei den geistlichen ohne des lands kösten zu suechen. landsbrauch d. inn. Bregenzerw. 121 (s. unter kirchen); er macht sich .. lustig auf unkösten der mönche. Spreng bei Drollinger 228; mit groszen unkösten, ohne die geringsten unkösten. Zimmermann leben Hallers Zürich 1755 s. 162. 163; die gerichtskösten. wirtemb. briefe (o. o. 1786) 115; einen in kösten bringen. Gotthelf 13, 49 u. ö.;
der spruch hiesz endlich 'theilet euch
in recht und kösten (des processes), sie sind gleich'.
Frölich, rechtshandel (Wack. leseb. 2, 1754).
Aler kennt blosz diesen pl., neben nom. kost m., acc. den kosten gibt er nur auf meine kösten, es trägt die kösten nicht aus, kösten sparen u. dgl.; Schmeller gibt auch als bair., Schöpf als tirol. pl. kösten, unkösten (umkösten).
c)
doch hat das mit dem köste unter a wahrscheinlich nichts zu thun, es wird nur ein falscher pl. von der kosten sein, wie z. b. kästen, gärten von kasten, garten. denn beides erscheint auch beisammen: wan er gericht ist .. soll man rechnen die unkösten. hait der misthädiger nit so viel hindergelassen, dasz man die kösten erlegen kan, so soll u. s. w., hat der kläger auch nit so viel, dasz man den unkosten von ime kregen könte .. weisth. 2, 318, v. j. 1508 von der Mosel. und schon in einem oberrh. weisth. des 15. jh.: so mag er daʒ pfant .. verkaufen für sine schulde (sg., was man ihm schuldet) und küntlichen kösten. 1, 436, nachher ebenso für küntlichen kosten, vorher mit dem kosten.
2)
das fem. köste aber auch in der bed. speise (s. sp. 1849):
du thust recht sam ein sau in einer pfützen,
die sich unsauber köste fleiszt.
fastn. sp. 658, 2;
si sullen in und den, die bei in und mit in sind, wein und ander chöst geben. weisth. 3, 724, tirol. (vgl. 1, a zuletzt); in Luthers liede Christ lag in todesbanden str. 7:
Christus wil die köste sein
und speisen die seel allein.
werke 8, 359ᵇ (koste bei Mützell s. 9).
bei Stieler die köste, id. quod kost, alimonia, cibus, potus et omnia ad victum necessaria, vulgo victualia, auch bei Steinbach 1, 919 victus; nach Stürenb. 118ᵇ noch ostfries. köst kost, nach Richey 136 auch in Hamburg nicht unbekannt.
3)
daher auch in der bed. imbisz, schmaus.
a)
heimisch ist das namentlich im nd. (wechselnd mit kost), mnd. aventköste abendschmaus, amtköste amtsausrichtung (d. i. wahlschmaus, den der gewählte amtmann gibt), pl. kösten, s. Regel bei Haupt 3, 90 aus Pommern 16. jh., noch bei Fr. Reuter köst schmaus, austköst erndefest. in Siebenbürgen heiszt der richtschmaus (beim 'richten' eines hauses) die köst, d. h. vom Rhein eingeführt (s. b). s. auch köstchen. ein aus Weimar stammendes geburtstagscarmen 'am 5. april 1810' beginnt:
frisch hinaus, wo grosze köste
heut an seinem wiegenfeste
unser herr, der ehrenveste
von Ziegesar hält!
b)
dasz diesz dasselbe wort ist wie unter 1. 2, wird hier besonders klar an einem rheinischen belege (s. schon sp. 1849 4, c); in demselben Bonner weisthum, wo kösten pl. für kosten steht (1, b), wird dieser pl. auch von der unter a erwähnten amtsköste gebraucht: wann nun die mahlzeit geschehen .. dann haben die fahrmeister macht und sollen aufstehen und sich berathschlagen, ob die kösten auch geschehen wären, wie sie von alters bräuchlich seind (kurz vorher die genaue beschreibung des mahles), der neugewählte bürgermeister ist nämlich schuldig den ehrsamen fahrmeisteren zu Bonn und Beuel in (ein?) frei kösten zu halten und zu thuen. weisth. 5, 336, zuletzt scheint der pl. (eig. aufwand) sogar in einen neuen sing. übergetreten.
c)
das nd. köste unter a gilt vorzugsweis vom hochzeitschmause (als dem wichtigsten der einem im leben vorkommt), dann kurz von der hochzeit selbst, 'köst un kindelbêr' hochzeit und taufe Stürenburg 118ᵇ (vgl. kindelbier); so im 16. jahrh. kösten pl. Haupt 3, 90, im 17. bei Lauremberg, wo im anhang eine beschriving wo it mit dem honnichsöten frien vör un bi der köst togeit, dazu köstenlüe hochzeitsleute, köstedach hochzeitstag, köstebreef hochzeitsgedicht u. a. (s. Lappenbergs ausg. 287ᵃ); s.koste so sp. 1848 (f). daher bei nordd. schriftstellern, wie baurenköste bauernhochzeit Canitz 262. aber auch, im edelsten stil, bei Opitz, der Antigone klagen läszt, οὔθ' ὑμεναίων ἔγκληρον übersetzend:
man hat mir nur, als wie ich zwar gedacht,
mein ehrenfest und köste nie gemacht.
1, 187;
eins ist es, das mir hier an kösten misgefället,
dasz solche süsze zeit zu bald wird abgestellet.
Fleming 169 (99, 201 L.).
III.
Gebrauch und bedeutung.
1)
Für den gebrauch des wortes ist zu bemerken
a)
vor allem der ausschlieszliche plural, dem das wort jetzt verfallen ist. es heiszt nur noch grosze kosten haben von etwas, die kosten eines baues berechnen, auf seine kosten etwas unternehmen u. dgl., nicht mehr groszen kosten oder grosze kost u. s. w.; wer etwa von einem fremden nach dem sing. oder nach dem geschlechte von 'kosten' gefragt wird, kommt in verlegenheit, denn auch das ist unserm sprachgefühl mit dem sing. verloren. wie alt ist und woher rührt dieser zustand?
α)
noch im anfang des 18. jh. gibt am Oberrhein Denzler den plur. gar nicht mit an (nur groszer unkosten u. dergl.), am Niederrhein aber Aler neben seinem pl. kösten auch noch einen sing. (s. II, 1, b). Sachsen dagegen geben da schon blosz kosten pl., wie Ludwig, Schmotther, beide auch schon ohne geschlecht, wie der Schlesier Steinbach auch, doch Rädlein 559ᵃ als 'm. plur.' (aber ohne sing.). so wird dieser pl. auch durch den sächs. einflusz jener jahre verbreitet worden sein (bei Brockes z. b. s. 2, c, α, heimisch war ihm kost f., das auch Schottel noch allein als hd. ansetzt). übrigens gibt ihn schon am ende des 17. jahrh. der Thüringer Stieler 1018, der den sing. der kosten zwar noch mit ansetzt, aber nur pl. zu brauchen scheint: die kosten (des processes) steigen höher als die schuld, kosten sparen, vorschieszen, die unkosten wol anlegen, dazu prozesskosten, einquartirungskosten, baukosten, begräbnüskosten u. s. w., ganz wie jetzt. so wenig wirkte mitten in lutherischen landen nur anderthalbhundert jahre später Luthers täglich gelesenes bibeldeutsch, der da nur der und die kost brauchte (s. u. I 1, b, β und 2, a) und einen pl. noch gar nicht kennt!
β)
und doch ist er weit älter als diese wörterbuchsangaben, eben auf md., thür.-meiszn. boden; denn in dem sog. Eisenacher rechtsbuche find ich 3, 106, wo von veränderung des ackergrundes durch wassergewalt die rede ist: weme daʒ (d. h. etwas der art) zûfloʒʒe, daʒ behûfelich (brauchbar) wêre, daʒ sal der zu lôsene gebe (kaufsweise wieder hergeben) nôch den kosten, die her darûf getân hât. Ortloff rechtsqu. 1, 742; dô sollen alle die darzû helfin (die burg niederzureiszen), die in dem gerichte sitzin, .. bî erin (ihren) selbist kosten. 745 (3, 109), in der entsprechenden stelle der distinct. das. s. 329 bî ores selbes kuste (s. I, 3), wie auch dort in glîcher koste 731, die kost gelden s. 719, die ausgelegten unkosten erstatten, also der sing. und plur. noch nebeneinander. der pl. erscheint auch in dem sog. rechtsbuch nach distinctionen, das meiszn. ist: ab he schaden nempt (nimmt) an sînen kosten. 3, 16, 10 (Ortl. 1, 167); mit gewonlîchen kosten, mit gewonlîcheme getrenke. 3, 16, 1, von beköstigung, s. III, 3, b; mit sînes selber kosten. 2, 2, 9 (111), also schon im 15. 14. jh. an der stelle, von wo er viel später sich verbreiten sollte. Aber auch in der reichscanzlei brauchte man den pl. schon 1500: nach dem sy .. die costen nit bezalen mügen (für berufung ans kammergericht). reichsabsch. Augsb. 1500 C 5ᵃ; so .. sy die costen nit zubezalen hetten. das.; die partei, so in die costen ertailt ist. 5ᵇ (C 3ᵃ noch zu merklichem costen, 3ᵇ iren costen acc.).
γ)
als urspr. sing. zum nhd. kosten ergibt sich danach die kost oder koste (I, 2); da diese aber stark sind, musz auch der pl. damals koste geheiszen haben (auszer im dat., der fürs md. unter β allein als nachweis diente), man könnte ihn in die koste gelden Ortloff 1, 697 suchen. der südd. acc. die costen in dem reichsabschied dagegen enthält den sg. der koste oder kosten (I, 1, b), wovon rheinisch und oberdeutsch auch kösten pl. ward (II, 1, b). Übrigens ist der pl. dem begriffe ganz angemessen, die menge fühlen zu lassen, während der alte sing. die menge collectivisch zusammenfaszte. dasz aber länger beides zugleich bestehn konnte (wie noch nl.), darf nicht wundern, es war ebenso bei lat. sumptus und ist noch bei franz. dépense und dépenses, auch coût und coûts, engl. cost und costs.
b)
bemerkenswert ist auch, wie sich der gebrauch mit der manigfaltigkeit der überlieferten formen in der nhd. zeit einrichtete. wie jetzt die kosten und die kost scharf getrennt sind (freilich so scharf dasz uns ihr zusammenhang verloren ist), so ist eine solche auseinandersetzung längst erstrebt worden. während noch Brant das f. auch für sumptus brauchte (I, 2, a), trennt Maaler durchaus die kost speise und der kost, der kosten ausgabe, d. h. wol, der oberd. gebrauch hatte sich inzwischen so entschieden (so schon in dem reichsabsch. 1500), und er wirkte damit bis ins mitteldeutsche herein, sodasz Luthers fem. für sumptus dann veraltet erscheinen mochte. Im nd. dagegen lebt diesz heute noch, sodasz da das fem. noch schwankt zwischen speise und ausgabe, wie mhd. und mnd.; aber man hat dort theilweis eine andere theilung getroffen, indem die umlautsform köste für schmaus, hochzeit besonders bestimmt ward, z. b. in Hamburg nach Richey 136 (brem. alles nur kost f. nach dem brem. wb.). Das schwanken zeigt sich am stärksten im nl., da geben neuere, wie Weiland, De Vries für beide hauptbed. kost m., ohne ein f. nur zu erwähnen; Halma aber (1729) gibt für speise kost f., für ausgabe als vorherschend kosten pl. (im sing. auch f.), also wie nhd.
c)
erwähnenswert ist endlich auch, wie es sich gegen die leidige beschränkung im gebrauch der possessivpronomina lange gewehrt hat, dasz sie immer zugleich den bestimmten artikel enthalten sollen: on alle deine kost und erbeit. Luther 4, 458ᵃ; es haben zwar meine lieben eltern .. mich .. zur schulen und lehr mit groszem irem kosten .. gehalten. Kirchhof disc. mil. vorr.; wilst du darvon ein comödi ohne deinen kosten sehen? Abele gerichtsh. 1684 1, 221 — alles heute nicht mehr sagbar, ohne kosten für dich oder deinerseits, mit groszen kosten ihrerseits musz es nun steif und schleppend heiszen; auf meine kosten ist noch deutsch, und ohne meine kosten nicht mehr!
2)
Auch die heutige bedeutung ist doch nur der rest eines gröszeren ganzen.
a)
wir haben nicht mehr die bed. wert, besonders kaufwert, kaufpreis, die doch noch in kostbar wertvoll uns nahe liegt und genau zu kosten wert sein stimmt; es ist wahrscheinlich die älteste bed., da sie sich unmittelbar ans kaufmannswesen anschlieszt, aus dem das ganze wort gekommen sein musz.
α)
mhd. schon oben I, 1, a ein beispiel, des hôhsten kostes, vom höchsten werte oder preise;
der (wer etwa) sîn hete gegert
ze koufen, an der koste was er (der schild) wol tûsent marke wert.
Nib. 1640, 4;
er (der pfelle) muoʒ grôʒe koste hân.
Parz. 629, 30;
diu (lieht) wârn von armer koste niht.
236, 2.
β)
aber auch noch im 16. jh.: kost, kosten, werd eines dings, valor. Maaler 249ᶜ, abgeredter kosten, pactum pretium (verabredeter preis). 249ᵈ; pretium, kost oder gält oder wärschaft die man umb kauft ding gibt. Frisius 1055ᵃ. ja noch bei Schönsleder 1618 f 8ᶜ kost, pretium (er benutzte Maaler). anders gewendet bei Aler 1228ᵇ das kosten, valor, pretium rei.
γ)
einen beleg volksmäsziger geltung gibt eine redensart: wenn du nur allain die priorin förchtest (und nicht aus tugend die sünde unterlässest), so ist es arme kost. Keisersb. has im pf. Aa 3ᵇ (a 3ᵃ), ist es wenig oder nichts wert, vgl. vorhin unter α mhd. arme kost, geringer wert.
b)
gleichfalls verloren ist die bed. geldmittel zu einem bestimmten zwecke, die sich aus folg. ergibt.
α)
mhd., von den armen heiszt es den reichen gegenüber, sie
gewinnent in die koste
in hitze und in froste.
Martina 129, 109, doch zugleich lebensmittel;
gar über sîne koste
wil si (die frau) haben cleider.
131, 64;
dicke ist ir mêre koste bî (wendet mehr auf),
dan des mannes koste sî.
131, 71. 72,
zugleich bitter wort- und sinnspielend mit der doppelten bed. (und mit reichem reime).
β)
auch nhd. noch, selbst im 18. jh.:
so hat er alles genuͦg da neben,
darvon der mensch uf erd sol leben,
kosten, speis und guͦten wein.
Murner luth. narr Z 2ᵃ;
witz, tugend und der gute name verreisten einst auf einge zeit,
und dis aus mangel derer kosten mit eigener gelegenheit.
D. Stoppe ged. 1728 1, 229;
die kosten können nicht besser angelegt werden, sumtus nunquam melius poni possunt. Steinbach 1, 919; er hat die kosten nicht dazu. Krünitz 46, 337.
γ)
unsicher in dieser bed. ist kosten haben:
wer buwen wil, der schlag vor an,
was kostens er dar zuͦ muͦsz han.
Brant narr. 15 überschr.;
denn Dasyp. 236ᶜ, Maaler 249ᵈ. 250ᵃ geben kosten haben aus drücklich als sumptum facere, s. oben I, 2 so mnd.; aber schwankend wie bei Brant auch schon mhd.:
niemen ist (dann) sô rîche,
der gein dir koste mege hân.
Parz. 254, 29,
der gegen dich auftreten könnte, es mit dir aufnehmen in pracht oder den mitteln dazu. altdän. war kost, pl. koster sogar habe überhaupt, hab und gut, s. Molbech dansk gloss. 1, 452.
c)
aber selbst die uns verbliebene bed. aufwand, ausgabe ist in einer eigenen beschränkung begriffen.
α)
es galt früher auch für aufwand überhaupt: unmäszigen kosten treiben, über die masz auszgäben und verthun. Maaler 250ᵃ. in gleichem sinne kosten machen, facere sumptus Alberus (I, 1, b, γ)), grosze kösten machen Aler 1228ᵇ. daher auch 'kosten (nom.) geschehen', werden gemacht (schon sp. 1850 unten):
was für unglaublich grosze kosten dem handel hier zum nutz geschehn.
Brockes 7, 283.
statt machen auch thun (wie aufwand thun Brockes 7, 283): de heft grote cost ghedan over dem arbeide. Dief. nov. gl. s. v. expensa, vgl. sp. 1849 (4, c) mhd. einem die kost tuon. es ist da wie ein verbalsubstantiv zum verbum kosten (das auch selbst aufwand machen hiesz), und wir fühlen es noch so.
β)
jetzt fast nur von bestimmten (bedeutenderen) ausgaben für einen bestimmten zweck, daher gern mit dem bestimmten artikel, z. b.: ich stehe für die kosten, übernehme die kosten (eines processes z. b.); er ist in die kosten (des processes) verurtheilt worden; die kosten (des heerwesens z. b.) sind unerschwinglich; es bringt die kosten nicht ein, von einem geschäftlichen unternehmen; er kommt nicht auf seine kosten (das sein enthält den bestimmten art. mit, s. unter 1, c). oder anders bestimmt, z. b.: das macht viel kosten oder grosze kosten (aber kleine kosten nicht mehr, nur geringe, unbedeutende o. ä.); mit schweren, bedeutenden kosten. eigen schweiz. einem in den kosten sein, ihm kosten machen Gotthelf 2, 328. 338.
γ)
unbestimmte verwendung dagegen fällt uns jetzt auf, z. b.: si würden .. costen darumb zu leiden gedrungen. reichsabsch. 1500 C 1ᵇ; kosten sparen, impendio parcere, sumptuum rationem habere. Maaler 249ᵈ; kosten dargeben suggerere sumptus, beschnitten kosten geben, maligne sumptus praebere Dasyp. 366ᵈ; wann sie (die ehefrau) merket, das ir .. lust habt, kosten auf silbere verguldte geschirr u. dgl. anzuwenden. Fischart ehz. 74 (467 Sch., alle diese kosten sind übrigens sing. m.). unsere neigung gienge da entschieden auf zuziehung des art., an den kosten sparen, die kosten vorstrecken o. ä., die kosten für silbergeschirr dranwenden; denn wir dächten da schon mit an die vorgelegte rechnung, dort ist aber zugleich an geldmittel überhaupt gedacht (nach b).
δ)
übrigens ist noch eine neigung des heutigen begriffs zu erkennen (die aber vielleicht von jeher mit darin liegt), dasz mit kosten besonders schwere ausgaben bezeichnet werden, z. b.: das wird kosten machen! wie das wird geld 'kosten'! d. h. viel geld; er hat dabei keine kosten gescheut, d. h. auch die gröszten nicht; er hat sich dabei in kosten gesteckt, in schwere kosten, beinahe gleich 'in schulden'.
d)
es dient jetzt vielfach in bildlicher bedeutung.
α)
hauptsächlich in der wendung 'auf kosten' (s. dazu 3, a): überall leben die colonisten (in Amerika), was weide, dünger und brandholz betrift, blosz auf kosten der natur. Möser phant. 1, 348, d. h. sie selbst thun nichts dazu, die natur musz gleichsam die kosten bestreiten, wie in der redensart auf regiments unkosten leben u. dgl., das ganze bild stammt aus dem rechnungswesen; ich habe nichts gewollt als das land sehen, auf welche kosten es sei. Göthe 27, 191, aus Italien 1786 brieflich, er setzt hinzu und wenn sie mich auf Ixions rad nach Rom schleppen, so will ich mich nicht beklagen.
β)
es wird nämlich damit meist ein schade für den bezeichnet, auf dessen kosten es geht: der jüngste sohn wird vom vater bevorzugt auf kosten der übrigen geschwister, zu deren nachtheil, die gleichsam die kosten davon tragen müssen; er arbeitet auf kosten seiner gesundheit; du sollst nicht mehr auf unsre kosten lachen. Göthe 11, 159; seinen witz auf kosten der religion spielen zu lassen. Schiller 102ᵃ, kr. ausg. 2, 10, 15; dasz wir kraft und freiheit lieber auf kosten der gesetzmäszigkeit geäuszert, als die gesetzmäszigkeit auf kosten der kraft und freiheit beobachtet sehen. 1133ᵃ; die geschichte ist im grunde unterhaltend, obwol auf meine kosten. J. Paul Qu. Fixl. (1796) 357, obwol sie mich lächerlich macht.
γ)
dasz aber das wort auch darin eigentlich schon erstarrt ist, kann folg. andere wendung Lessings zeigen, die wir uns jetzt übersetzen müssen um sie zu fassen: L. aber liebster herr Staleno — St. er bringt seine schmeichelei zu unnützen kosten. was ich gesagt habe, habe ich gesagt. lustspiele 1767 2, 170 (der schatz 1. auftr.), d.i. du verschwendest dein schmeicheln, eig. du setzest es in unkosten ohne gewinn.
3)
Noch ist einiges nachzutragen zu gebrauch und bed.
a)
bemerkenswert ist 'auf kosten ...', denn während das wort jetzt so stark zur bestimmtheit neigt (c, β), stellt es sich da eigner weise zu den wörtern, die den bestimmten artikel nicht brauchen um bestimmt zu sein (wie auf erden für auf der erde). denn es heiszt z. b. er reist auf fürstliche kosten oder auf kosten des fürsten, nicht auf die kosten des fürsten, was doch bestimmt gemeint ist (wie frz. aux dépens du prince): auf kosten des herzogs. Schiller 899ᵃ;
gehts auf kosten des bürgers und bauern.
329ᵃ.
die wendung musz formelhaft überliefert sein, wahrscheinlich im gerichtsgebrauch, aus dem z. b. auch auf antrag (des klägers), nach anhörung (der zeugen), mit hinweisung .., auf wunsch (des vaters, aber nach dem w. d. v.) u. a. sich erklären, wo überall der art. zu vermissen ist. doch find ich die wendung älter nur so: alsdann soll er ein botten nach Echternach schicken uf des hern kost (f.). weisth. 2, 384; uf der parthien kost. 2, 464; auf unser kost. Nürnb. chron. 3, 347, 11; auf der von Augsburg kost und sein (eignen) schaden. Augsb. chr. 2, 132 anm.
b)
früher galt aber statt auf da auch in oder mit oder aus u. a.: und sint die huber sollichs .. in iren costen zu thun schuldig .... (die parteien) sol der meiger uf iren costen inbieten, doch das sie den meiger vorhin (im voraus) sicher mechten umb den costen. weisth. 5, 485; in eins anderen kosten läben Maaler 250ᵃ;
doch gaben mir die buͤcher trost,
die ich han gezeugt (angeschafft) in miner kost.
Augsb. chr. 1, 343, 24,
schon mhd. z. b. in rîcher kost Martina 137, 95. mit seiner köste. Luther 2, 471ᵇ (s. II, 1, a); und sol uns min her sin versigelten brief (d. h. 'brief und siegel') darüber geben, aber mit unserm kosten. weisth. 4, 341; (alles) daʒ er iezund mit seiner kost und seinen leuten besetzet und inn het. Nürnb. chr. 2, 166, 9; und bot es in wol mit siner koste. Janssen Frankfurts reichscorr. 1, 31, übte gastfreundschaft an ihnen; schon mhd., z. b. mit ir kost (hatte sie das hospital gebaut) Elis. 9476. mhd. auch mit ûʒ, s. sp. 1851 (γ), mitsp. 1854 (β).
c)
das anwenden von kosten hiesz auch kosten anlegen, sumptus ponere (Cic.), facere Dasyp. 366ᵈ (vgl. bei Steinbach II, 2, b, β) und blosz legen: zum gebew und besserung des tempels ... wil der könig den kosten auch legen von seinem eigen einkomen. 1 Macc. 10, 45. auch von kosten, den man verliert, ist die rede: kost und arbeit verlieren, vergebens arbeiten, oleum et operam perdere. Dasyp. 366ᵈ; die zirlichen wat, messgewant u. s. w. sei unnutz und verlorn kost. Nürnb. chron. 3, 175.
d)
es findet sich früher oft mit gewissen andern wörtern wie formelhaft verbunden, wie eben vorhin 'kost und arbeit', schon mhd.: daʒ wer und daʒ obirval sullen si (die müller) mit einandir haldin in glîchir koste und erbeit. Ortloff rechtsqu. 1, 731. 286; nu .. man ohn meinen dank (willen) meine bücher wil durch den druck itzt samlen, musz ich sie die kost und arbeit lassen dran wagen. Luther 1, vorr. iijᵃ; mit groszer kost, müe und arbait. Augsb. chr. 2, 159, 25; vil und grosz müe, arbait und kost hat sich ergangen zwischen und in der sach. 102, 14. auch kost und schade (s. schon unter a a. e.): rechts kosten (sg.) und schaden eim auferkennen, litem aestimare. Dasyp. 366ᵈ; uf ihren costen und schaden. weisth. 1, 798. ebenso kost und verlust Janssen Frankf. reichsc. 1, 257. auch geld und kost: mit dem wern sie umb zwifach gelt und kost komen. Nürnb. chr. 2, 129, 15.
e)
bemerkenswert ist eine unterscheidung von kosten und unkosten: die gesandte waare beträgt sich an kosten und unkosten so viel, the cost and charges of the merchandise. Ludwig 1060 aus dem kaufmännischen deutsch; ich will die kosten bezahlen, ihr aber sollt die unkosten tragen. ders., ungefähr wie spesen. ebenso ungeld neben geld.
f)
endlich das, worin das fast erstarrte wort jetzt am lebendigsten ist, in der zusammensetzung mit unbeschränkter freiheit, wie baukosten, transportkosten, reisekosten, fahrkosten, druckkosten, gerichtskosten, processkosten, kriegskosten, anlagekosten, erhebungskosten (der steuern), ausbeutungskosten (bergmännisch), herstellungs- und erhaltungskosten, zehrungskosten u. s. w., s. auchunkosten, selbstkosten (weisth. 4, 556).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1850, Z. 28.

kost, f.

kost, f.
geschmack, subst. zu kosten, gustare (verschieden von dem folg. kost, speise).
1,
a)
nhd. nur in einem einzigen zeugnisse: dis wasser ist an seiner kost dem scharpfen essig gleich. Thurneisser von wassern 237. auszerdem gibt nur Stieler 1017 an er hat eine gute koste, einen feinen gaumen, jedenfalls aus seiner heimat Thüringen; dort und in Sachsen hat man oder macht man sich solche subst. fem. von allen ähnlichen verben, z. b. er hat eine feine rieche, schmecke. dennoch wird jenes kost alt sein, vielleicht älter als kosten selbst. merkwürdig auch böhmisch košt m. geschmack und 'das kosten, verkosten', zu dem von uns entlehnten koštovati kosten.
b)
als masc. auch schweiz., doch mit u (wie unter 2 und wie kusten, küsten für kosten, s. dort), der kust oder chust geschmack, dazu abkust beigeschmack, abgeschmack, kustig, küstig schmackhaft, unkustig geschmacklos. Stalder 2, 147, Frommann 2, 483ᵃ. das heiszt zwar auch gust, app. gusta m. Tobler 247ᵃ, mit anlehnung an ital. gusto wie es scheint (vgl. ebend. gû, d. i. frz. goût), wie auch bair. gust m. Schm. 2, 79; aber es ist darum kein fremdwort, die ähnlichkeit mit lat. gustus stammt von urverwandtschaft.
c)
schweiz. auch von geistigem geschmack, e gueti chust ha judicio pollere, kei chust ha prorsus insipidum esse (Schmidt id. bern. bei Fromm. 2, 483ᵃ), ganz wie in sapere u. a. die klugheit vom geschmackssinn benannt ward.
2)
bezeugt ist es übrigens aus alter zeit, aber nur in übertragener bed.: ahd. chost m. arbitrium Graff 4, 518, gewöhnlich mit u (wie unter 1, b), das. s. 514 chust f. aestimatio, existimatio, delectus, alts. kust f., ags. cyst m., altn. kostr wahl u. a., auch schon goth. kustus m. und gakusts f. für δοκιμή, prüfung, also schon mit beiden geschlechtern, wie nhd.; aber die älteste bed. ist da einmal nur nhd. bezeugt (natürlich durch zufall), denn das prüfen ist eig. ein kosten, s. darüber kosten 1 und kiesen, das stammwort dieser aller.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1846, Z. 15.

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Zitationshilfe
„köst“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%B6st>, abgerufen am 14.08.2020.

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