Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

küchengeld, n.

küchengeld, n.
1)
ein 'trinkgeld', das von einem gaste nach einer gastung der köchin oder dem koche gegeben wird (Frisch 1, 337ᶜ. 552ᶜ, 'verehrung und trinkgeld in die küche'), kuchengelt coqui merces Schönsleder g 7ᵃ; z. b. der verlorene sohn heiszt seine geliebte eine mahl anrichten und sagt zur magd, der ers aufträgt:
doch allen unkost sampt dem mahl
ich ir allein zu dank bezahl,
dir auch ein ehrlich (ordentliches) kuchengelt.
H. Sachs 3, 1, 198ᵃ (1588 146ᵃ),
nachher ebenso schenk- und trinkgelt. schon in Baaders Nürnb. polizeiordn. 77 ist bei einem hochzeitschmause von trinkgelt und kuchengelt die rede, das die gäste den dienstleuten geben; das trinkgeld kam urspr. der kellerbedienung zu.
2)
geld zur unterhaltung der küche Frisch 1, 552ᶜ, s. z. b. aus Augsb. weberordnungen Birl. Augsb. wb. 295ᵃ, beitrag der weberknechte in die kuchen des meisters; geld womit man die magd zu markte schicket Ludwig 1080.
3)
was die magd heimlich davon bei sich stecket Ludwig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2502, Z. 63.

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Zitationshilfe
„küchengeld“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCchengeld>, abgerufen am 15.08.2020.

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