Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

küchenleben, n.

küchenleben, n.
unsicheres, gefährdetes leben:
er sicht sam sei er unbesinnt,
hangflüglet, einem karpfen eben,
gleich der nur hab ein kuchenleben.
H. Sachs 4, 3, 30ᵃ (1612 s. 65),
so sagt ein mädchen von ihrem abgedankten bulen; seit 6 wochen hab ich kaum gelebt, nehmlich kaum noch küchenleben gehabt, wie wir Schwaben sagen. Wieland in Mercks briefs. 2, 145, von einer geistigen schlaffheit. auch sächs. das küchenleben haben, rettungslos krank liegen. bair. das kuchelleben haben, von speisen, noch etwas wärme an sich haben Schm. 2, 279. das ist aber eine abschwächende verwendung, es musz urspr. von thieren in der küche gesagt sein, wie von dem karpfen bei Sachs, die dem tode entgegen nicht mehr genährt werden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2505, Z. 47.

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Zitationshilfe
„küchenleben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCchenleben>, abgerufen am 14.08.2020.

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