Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

küchenzettel, m.

küchenzettel, m.
1)
zettel mit dem inventarium der küche, s. Krünitz 54, 516.
2)
speisezettel für die küche oder aus der küche: den küchenzettel machen Lessing 1, 539, z. b. für ein gastmahl, für die bevorstehende woche, die zu kochenden speisen bestimmen; sollen .. hinfüro bei hochzeiten 8 tage vor der trauung die speise- und küchenzettel in die rathstube zur durchsehung und censur eingegeben werden. Leipz. stadtordn. 1701 s. 488;
da schreiben sie uns in der Wiener kanzlei
den quartier- und den küchenzettel.
Schiller 327ᵃ;
ein titel (eines schauspiels) musz kein küchenzettel sein. Lessing 7, 93; wenn einerlei speise dem leibe gut wäre, hätte gott in der natur keinen so groszen küchenzettel aufgezeichnet. Weise kl. leute 34.
3)
denkzettel aus der küche, ein ruszfleck o. ä. im gesichte, am kleide heiszt scherzhaft ein küchenzettel, z. b. in Leipzig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2511, Z. 50.

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Zitationshilfe
„küchenzettel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCchenzettel>, abgerufen am 10.05.2021.

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