Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kühloch, kuhloch, n.

kühloch, kuhloch, n.
1)
gleich kühfenster: solch untüchtig (nichts nützende) arznei werden von mancherlei arzt gebrauchet. aber zum vollkommen ende kompt ihrer keiner. ja ob die zeit kompt des ends, so verschwinden sie zum kuͤloch ausz. Paracelsus chir. schr. 367ᵇ, wie die katze vom taubenschlage, wie ein ertappter dieb, s.kuhfenster 1;
oder im kuͤstall durchs kuloch.
H. Sachs 2, 4, 20ᶜ.
einem das kühloch weisen, wie das kühthor, kühfenster weisen, ihn fortjagen (s.kühfenster 2): dasz sie auch die ungehorsamen strafen, inen essen und trinken versagen, oder endlich gar das kuͤloch weisen wolten. (Schildo) spielteufel 1564 Fijᵇ.
2)
gleich gefängnis: bate hernach der pfaff den pfleger, das er still schwige, und in nicht in das kuͤhloch brächte, umb tausent gotteswillen, so doch hundert genuͦg gewesen wären. Katzip. B 7ᵃ. das stimmt zu kuh 7, d, gefängnis für geistliche, verstärkt durch loch, das selbst schon gefängnis bedeutet.
3)
gleich grab, nd. 'kaulok n., euphem. das grab' Schambach 98ᵃ. diese wie vorige bed. könnte aus der drohung einem das kuhloch weisen hervorgegangen sein. als elender enger aufenthalt: kühloch altes wirtshaus Birl. Augsb. wb. 295ᵃ, vgl. das. kühlochmauer.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2570, Z. 31.

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Zitationshilfe
„kühloch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BChloch>, abgerufen am 08.05.2021.

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