Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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kühlte

kühlte,
s.kühlde 3.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2571, Z. 24.

kühlde, kühlte, f.

kühlde, kühlte, f.
kühlung, kühle.
1)
nd. bestehen neben einander kölde, költe kühlung, kühle, kühler wind, und kulde kälte, frost, so im Brem. wb. 2, 839. 838, bei Richey köhlde, köhlte und külde, külle 133. 143; bei Dähnert 259ᵇ nur külde kälte (külden kälten), bei Schütze nur küll kälte 2, 318, külle f. Schamb. 115ᵇ. Beide sind aber wie im sinne, auch im ursprunge verschieden: külde, kulde, mit kurzem vocal, mnd. kulde frigus Dief. 247ᶜ, culde n. gl. 182ᵇ, MS. 3, 83ᵇ. 85ᵇ, hat mit kühl nichts zu thun, es stimmt zu ags. cyldu (for cylde prae frigore Wright vocc. 2), altn. kuldi m. kälte, dän. kulde (schwed. köld m.) und tritt näher zu kalt als zu kühl, s. kellen a. e.; kœlde dagegen ist das subst. zu kœl kühl, schon alts. bezeugt in cuolitha refrigerium ps. 65, 12.
2)
hd. zwar ist keins von beiden, aber älter md. beide, nur oft nicht leicht zu entscheiden, welches, weil die vocale fürs auge da zusammenfallen: wie die külde des schnees zur zeit der erndte, so ist ein getrewer bote dem der in gesand hat, und erquickt seines herrn seele. Luther spr. Sal. 25, 13, in der vulg. frigus nivis, das hebr. wort (הנָעִ) wird als kühlung ausgelegt; in den spätern bibelausg. ist theils in kälte theils in kühlung geändert, das richtige wäre kühle. Ein md. kulde kälte bestand wirklich: do wir komen uf den Doringer walt, do was der snehe tif bisz an minen gurtel .. und leden solche grosze kulde, das is nimant gloubet. K. Stolle Erf. chron., Haupt 8, 306, 15. jh.; auch hess., kulden: von groszer kuldene .. vor sne unde von ise. Mones anz. 4, 286, aus einer chron. d. 15. jh.; von groszer duͦrde unde drugede (trockenheit) und kuldene enwos (wuchs) nein gras noch worzekrud. das., in der bildung wie kelten kälte sp. 87, ebenin ebene 3, 14, ahd. chuolinu dat. sg. (kühle) Graff 4, 380. Aber es gab auch kûlde kühle, so von der morgenkühle:
daʒ velt dâ den tou enphînc,
dô naʒʒete ouch daʒ gras,
die wîlde daʒ die kûlde was.
Herbort troj. kr. 7890;
von der abendkühle Athis C* 4 (s. 447, vgl. 358). es ist noch jetzt nicht erstorben, z. b. in Luxemburg kilt f. kühle, an der kilt rêsen, in der kühle reisen Gangler 235.
3)
das nd. wort hat eine besondere geltung im seewesen: köhlde oder köhlte, als gelinder wasserwind, segelwind bei Richey 133, ostfries. köhlte, frischer wind, brise, auf den inseln koolt Stürenburg 118ᵃ. verhochdeutscht kühlte, bei Röding segelwind überhaupt, nach der verschiedenen stärke verschieden bestimmt, z. b. flaue, frische, steife kühlte, auch nach der davon abhängigen beisetzung der segel z. b. bramsegelkühlte, marssegelkühlte, s. Campe. ebenso nl. eene wakkere, frissche, stijve koelte, engl. vielmehr a gale. Dasz der seemannsausdruck eig. wirklich nichts als 'kühle' ist, verbürgt die form, mit dem dem nd. und nl. eigenen -te für und neben -de (gramm. 2, 247); es ist die im volksliede formelhafte bezeichnung des windes als kühl (s. d. II, 1, a), hier in geschäftlichen ernst übergetreten und ausgebildet. dennoch liegt zugleich eine vermischung mit einem andern worte dahinter, s.kühlen 4.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2562, Z. 60.

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Zitationshilfe
„kühlte“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BChlte>, abgerufen am 12.08.2020.

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