Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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könig, m.

könig, m.
rex.
I.
Die alten formen und die verwandtschaft.
a)
mhd. künic, künec, auch künc (wb. 1, 912ᵇ), ahd. aber chuning, kuning, später schon gekürzt chunig, kunig (Graff 4, 444), d. h. bequemer gemacht bei dem vielgebrauchten worte, wie pfennig aus pfenning gekürzt ist; ähnlich kommt messig vor für messing, kieslig für kieseling kiesel. auch alts. kuning, dann kunig, wie ags. cyning, dann cynig und cyng (wie mhd. künc), daher engl. king. die alte volle endung hat sich aber im nd. nl. behauptet: mnd. konink, kuning, köning, mnl. coninc, nnd. konning, küning (Kuhns zeitschr. 4, 136), nnl. koning. endlich altn. konungr und kongr, schwed. konung und kong, kung, dän. konge, norw. kungje. goth. fehlend, es heiszt da þiudans.
b)
entlehnt finn. kuningas, ehstn. kunningas (selbst kunninglik königlich, kunningriik), deutlich nach dem nd.; ferner bei den Letten kehnińśch könig. auch altslav. kne̜zĭ fürst wird als aus kuning entstanden erklärt (Schleicher compend. 246, 2. ausg. 302, Miklosich 294ᵃ), russ. knjaz', sloven. knéz (fürstin noch kneginja neben knezinja), südsl. aber auch dorfrichter; herr überhaupt wend. knjez, fürst und priester böhm. kněz. mit der zweiten bed. litt. kùningas pfarrer Schleicher, bei Mielke kunig's geistlicher oder sonst angesehener herr, lett. ku'ngs herr (doch vgl. Bielenstein 1, 298). es steckt in dem allen ein gut stück deutscher geschichte im osten, freilich noch mit recht dunkeln stellen.
c)
es ist eine ableitung mittelst -ing, und wie goth. þiudans könig deutlich gebildet ist von þiuda volk, altn. fylkir fürst von folk, ahd. truhtîn fürst von truht volk, kriegsvolk (s. unter drost, das aber ganz andern ursprungs ist), so liegt für chuning als mutterwort nahe ahd. chunni geschlecht, alts. cunni, ags. cynn, genauer stimmend in älterer form goth. kuni (s.künne), der könig also als das haupt des geschlechts, der familie, des stamms, 'primus in stirpe' gramm. 2, 365, vergl.hœhsteʒ künne Freid. 77, 13, aus dem der herr gewählt wird.
d)
doch liegen bedenken gegen diese jetzt geläufige ableitung vor, die eigentlich schon 1828 J. Grimm rechtsalt. 230 geltend machte. weniger dasz altn. konungr nicht zu kyn genus stimmt, denn in dem zusammengesetzten -konar generis, modi verrät sich eine form mit o. aber es musz ein altgerm. kuni gegeben haben, das selber schon könig hiesz. das zeigt sich ahd. in chunirîchi neben chunincrîchi regnum Graff 2, 393, in namen wie Chunesvelt, Chunisperg (der Königsberg bei Mondsee) Förstemann 2, 393, Kunestat, Burgkunstadt das. 884?, Chunihôhstetin 393, bei Neidhart 77, 19 Künehôhesteten, jetzt Königsstetten, schon 15. jh. Kungesstetten; vgl. auch ahd. namen wie Chunimundo, Chuniberhta, Chunigunda. noch entschiedener im ags., wo das entsprechende cyne in der zusammensetzung vorherscht: cynelîc königlich, cynerîce königreich, cynedôm königthum, cynestôl thron, cynegold krone, cynecynn königsgeschlecht u. s. w., noch altengl. kynegerde scepter, kyneriche u. a.; ja es wird da cyne [[misprint:blank]][[misprint:blank]]nig selbst angesetzt (Ettm. 405) und auch ein adj. cyne könig[[misprint:blank]][[misprint:blank]][[misprint:blank]]h (Grein 1, 178. Bouterwek nordh. evang. 307ᵇ), und man könnte auch vom deutschen subst. einen späten rest suchen in md. konelîn zaunkönig (s. königlein 2). zu diesem kuni könig verhält sich kuning wie zu tôre ein seltnes tôrinc thor (Bartsch Strickers Karl s. xxix), wie vielleicht gemʒinc zu gamʒ, nd. Henning zu hane hahn, wie kieseling zu dem gleichbed. kiesel, messing zu gleichbed. messe; auch ahd. namen wie Fruming, Swindinc, Swâbinc u. a. sind vielleicht oft nicht patronymisch, sondern so zu fassen.
e)
diesz cyne, kuni könig tritt nun aber dem altn. konr nahe, als gehörte es mit ihm zusammen. freilich fand diesz sein wahrscheinliches unterkommen schon bei kone frau (s. d. 3, b), und diesz wiederum fuszt auf einem stamme kuín, nicht kun. aber wie dort die bed. königin auftrat im ags. cvên (2, b), so darf man hier fragen, geht am ende kuning doch auch auf kuín als stamm zurück? das kuining, cuinig bei Williram freilich (Graff 4, 444) ist zu spät, um es als kuíning aufzufassen, es wird küning meinen, wie chiuninge bei Notker; aber steckt hinter dem wunderlichen chueniga, heroes Graff 4, 449 etwa ein chuëningâ? zu dem freilich gleich fraglichen quen unter kone 3, b gehörig? die auszerhd. formen stünden nicht im wege, da man z. b. bei kommen im alts. ags. altn. aus den ähnlich gestalteten formen des praesens, wenn nur dieses überliefert wäre, auch nur auf einen stamm kum, nicht auf den stamm kuím würde schlieszen können (s.kommen I, b). wenn übrigens könig doch zu kone, konr gehört, so wäre der name wol aus dem kreise der familie aufgekommen, gleichsam der éine mann vor allen, oder auch nach der wurzelbedeutung der vater, erzeuger? s. kone 4, c, vgl. die ableitung von bär 1, 1122.
II.
Das nhd. wort.
1)
die formen sind anfangs schwankend.
a)
mit voller alter endung küning bei Keisersberg, wol unter nieder- oder mittelrhein. einflusz, der küning (gen. pl.) in Frankreich sünd. d. m. 46ᵃ (s. dazu 2, d, α); in einer urk. von 1411, aus Stolzenfels dat., kuning, kuninglich (neben kunig, konig) Janssen Frankf. reichscorr. 1, 193. ebenso md. köning, im reime sogar betont köníng (was die betonung kö́nìng bezeugt, s. unterkobold I, 1):
hab lieb gott uber alle ding
und halt in ehren den köning.
Waldis Es. 1, s. 13 Kurz;
wir loben gott den herren,
darzu den edlen köning (: ding).
Uhland vl. 521, um 1560,
auszer dem reime nachher könig 522. 523. wie sich nämlich nd. die volle endung noch länger hielt, so auch md. länger als hd.; koning hat Albrecht von Halberstadt (s. 7), koninc Berthold von Holle. auch der Thüringer K. Stolle schreibt noch koning, z. b. Haupt 8, 327. 328, ebenso Joh. v. Guben. ferner nrh. im 13. 14. jh. kuninc Haupt 10, 5, Höfers auswahl s. 129, konink in der seele spiegel Frommann 1. 2, wie nl. koning.
b)
die hauptfrage ist aber nhd. zwischen künig und könig.
α)
das im hd. überlieferte künig ist im 16. jh. noch in voller geltung, bei Oberdeutschen vorwiegend (auch kinig, s. z. b. Zarnckes Brant s. 108ᵃ anm. künig, kynnig, kinnig auf éiner seite); so bei Brant, Dasyp., Frisius, Maaler allein, auch bei Keisersberg, Frank u. s. w.; ohne bezeichneten umlaut kunig im voc. inc. teut., voc. th. 1482, gemma gemm. Straszb. 1518, es ist im 15. 14. jh. die im oberd. vorherschende form. auch Luther hat anfangs diese oberd. form, die ja im mitteld. neben der mit o geltung hatte (kunic z. b. bei Herbort, Jeroschin): es wirt kein kunig bestehen durch seine grosze macht. an den adel A 3ᵃ, aller kunigen hof F 2ᵇ (mit schwacher form, s. 2, d, β), während in der bibel von 1545 könig durchgeführt ist. was hat eig. dieser unhochdeutschen form den sieg verschafft?
β)
die form mit dem mehr nd. o, ö ist aus den mitteld. landen emporgekommen. konig heiszt es z. b. in der thür. hs. Ebernands von Erfurt, bei Joh. v. Guben, in Diefenbachs Erf. wb. v. 1470, im Leipz. voc. opt. von 1501, konich mitteld. 15. jh. Dief. 497ᶜ, könig meisznisch 15. jahrh. altd. bl. 1, 117 ff. (noch gemischt mit köning das im dat. und gen. vorwaltet), konig in den Frankfurter schriftstücken aus dem 15. 14. jh. in Frankfurts reichscorrespondenz von Janssen, während da z. b. aus der Mainzer und Pfälzer kanzlei kunig kommt (1, 161. 198. 200 u. ö.), aber auch beides gemischt, wie 1, 552 v. j. 1400 aus könig Ruprechts kanzlei.
γ)
diese mischung ist denn noch im 16. jahrh. lange geltend. während z. b. in dem drucke des reichstagsabschieds Augsb. 1500 nur römischer kunig steht, gilt in dem von 1566 nur könig, wie durchaus schon in der sammlung von reichsordnungen Worms 1539 und in der Carolina; auch Wickram, H. Sachs, Aventin, Fischart nehmen schon könig, während z. b. letzterer den alten vocal noch im reime braucht:
welche inen der Franken könig
bekräftigten als wolverdienig.
kloster 10, 1066.
Schertlin schreibt 1532 königlich, koniglich briefe s. 6. 17. 24, sein landsmann Ungelter das. 14. 26 kuniglich. könig, köng im liede vom Pienzenauer (1505) Uhland volksl. 457 ff., wol nach einem Nürnb. drucke, der Zürcher druck bei Körner 116 ff. und ein andrer Soltau 2, 46 ff. aber haben künig, ebenso bair. und östr. lieder des 16. jh. das. 53. 76. 83. 261, aber ein in Prag gegen 1600 gedrucktes bei Körner hist. volksl. 270. 276 könig, wie Nürnberger drucke schon von 1529 Soltau 1, 321, während der Nürnberger hürn. Seifr. der Kun. Hergotin noch künig hat.
δ)
aber im 17. jahrh. ist der sieg der md. form entschieden. könig schreibt z. b. der Baier Albertinus im anfang des jh., ein östr. lied von 1618 Soltau 2, 335. 338, selbst ein Baseler druck von 1613 Uhland volksl. nr. 173 s. 455 (s. unter 2, a), die Straszburger ausg. des Paracels 1616, natürlich dann Ayrer, Philander, Simpl. u. ff., während noch der Elsässer v. Löwenhalt (s. königsstab) künig schreibt, wie in den oberd. mundarten noch heute künig, kini gilt, so östr. bair. schwäb.
c)
das aus künec gekürzte mhd. künc galt gleichfalls noch im 16. jh. zu anfang: ain küng ... ains küngs diener. Keisersberg granatapf. Str. 1511 M ijᵇ; dʒ inen ain neüwer küng ward. H iijᵈ; Maximilian, römischer kung. Chmel urk. Max. 42 (daneben kunig 62. 63 ff.); der küng ... des küngs von Frankrich. 59; kung Lenz Schwabenkrieg 12ᵃ. 14ᵃ. 98ᵃ u. ö.;
dasz küng und keiser ir begert.
Scheit grob. C 2ᵇ;
küng Schwarzenberg 153ᵇ u. ö.; selbst im pl. (s. unter d, α): die alten kung aus Frankreich. Adrians mitth. 336 ff. auch könig Uhland volksl. 459. 464 (in demselben liede könig);
ein köng hilft nit sein grosze macht.
H. Sachs 5, 27ᵇ;
o höchster köng, frew dich allein.
38ᵃ;
ward von des köngs knechten erkent.
27ᵈ,
immer zwischendurch könig. für küng auch in schlechter aussprache king Lenz 13ᵃ.ᵇ;
darumb Karol, du edler king,
lasz dir dein herz zu uns sein ring (leicht).
Adrians mitth. 363, augsburg. v. 1521,
auch küng (: gering) 357, daneben auszer reim künig; kingtag, königtag Keisersberg. king ist noch els., künk henneb. Fromm. 2, 498, wie schweiz. hung honig, henneb. huink, wie sächs. henneb. pfenk pfennig, erzgeb. wenk wenig u. s. w.
d)
noch ist für die form zu bemerken
α)
ein flexionsloser plur.: ir herren, künig Brant 99, 151. 169, fursten und kunig uneins machen Luther an den adel D 3ᵇ, aller künig Uhland volksl. 470, buch der könig Garg. 164ᵃ (Sch. 304), schon mhd. der künec schar wb. 1, 913ᵃ, 9, s. auch Keisersbergs küning unter 1, a. vgl. 2, c.
β)
im gen. pl. aber auch eine merkw. schwache form, md.: aller kunigen hof Luther (s. 1, b, α); des ersten buches der königen. Schuppius 1; das leben aller königen in Juda. 10; der königen kinder. 50; die bücher der königen. Aler 1222ᵃ.
2)
die fügung betreffend ist mehreres zu bemerken.
a)
bei nennung des landes heiszt es
α)
jetzt der könig von Preuszen, die königin von England, und so schon anfangs, auch mhd.; der könig von Assyrien 2 kön. 18, 17. 19. 23, der könig von Israel Joh. 1, 49 (ὁ βασιλεὺς τοῦ Ἰσραήλ), den königen von Frankreich und Spanien Fischart bienenk. 1588 40ᵇ, mhd. von Pülle (Apulien) künec Walth. 28, 1, von Burgonden der künic Gêrnôt Nib. 1980, 3. 2308, 1, den künec von Francrîch Lohengr. 4157, nl. die coninc van Vrancrik hor. belg. 11, 174. es mischt sich darin das von für den gen. mit dem räumlichen von.
β)
für letzteres früher auch aus, mhd. und noch nhd.: der künec ûʒ Hiunen lant Nib. 1272, 1;
der mach sich auf die fart
zu einem (s. d) könig aus Österreich.
Uhland volksl. 455;
von einem könig ausz Frankreich.
456;
des königs aus Spanien. Fischart bien. 11ᵇ, s. mehr 1, 821; diese aus (von) meinen eigentlich die herkunft, abstammung (s. gramm. 4, 872), hatten also zuerst nur sinn auszer landes (vgl. conink Maximiliaen gheboren ut Oostenrijk hor. belg. 11, 174).
γ)
daher mit der entgegengesetzten auffassung früher auch in und zu, gleichfalls nhd. und mhd.: dem künege rîch in Ungerlant. Lohengr. 2292; in Germanien könig, im kaiserlichen titel; wir Maximilian von gotz genaden römischer kunig ... zu Hungern, Dalmacien, Croacien etc. kunig. reichsabsch. v. 1500, eingang; Bela war könig in Edom. 1 Mos. 36, 32; da er fur Pharao stund, dem könige in Egypten. 41, 46; der könig zu Egypten. 2 Mos. 1, 17, in E. 18. 15; Salmanesser der könig zu Assyrien. 2 kön. 18, 9 (von A. 17); der könig zu Frankreich, zu Dennemark Luther 3, 322ᵃ, zu Engelland 331ᵃ; könig Petrus in Hungarn. Aventin 388ᵇ. diesz in hat sich sogar bis ins 18. jh. erhalten, wo nicht länger: ich bin nicht genug ins königs in England gnaden. El. Charl. v. Orleans briefe (1843) 305; der könig in Engelland, so zu St. Germain ist. (1867) 219; unsre arme königin in England. (1843) 305. 306, gemeint ist aber das vertriebene königspaar, das in ihrer nähe in St. Germain lebte; ist es möglich, dasz ihr glaubt, dasz unser junger könig in Engelland ein falsch kind und nicht der königin sohn ist? (1867) 461, er war noch gar nie in England gewesen, eben erst in St. Germain geboren; könig in Preuszen, als herzog zu Magdeburg. hallische lehntafel v. j. 1715, mitth. des thür.-sächs. vereins 1867 451. 456; der verstorbene könig in Preuszen. Göthe an Schiller 8. decbr. 1798.
δ)
zuweilen auch mit gen.: der Burgonden künic Nib. 1978, 4, kunic der Rômêre Jeroschin 18063, der Jüden könig Matth. 27, 29. 37; schon Heinrich VII. hielt es für eine beleidigung, wenn man ihn könig von Deutschland nannte und nicht .. könig der Römer. Ranke reform. 1, 52.
b)
mit dem namen der könig Wilhelm von Preuszen, oder könig Wilhelm von Preuszen, und zwar häufiger als Wilhelm, könig von Pr., sodasz im gewöhnlichen gebrauch der name die fügung könig von Pr. unterbricht ohne sie zu stören, dasz die fügung auch über den zwischengesetzten namen fortwirkt, des königs Amraphel von Sinear 1 Mos. 14, 1 u. o., könig Heinrichen dem andern aus Engelland Fischart bien. 131ᵃ; das ist, wie es bei titeln am leichtesten vorkömmt, ein rest alter wortfügung, wie mhd. den künic Rulf von Burgunden Lohengr. 3877, des küniges kint ûʒ Ungerlant MS. 2, 210ᵇ, das kind des königs v. U., königs Renati son von Anjou Fischart bien. 130ᵇ, vgl. gramm. 4, 465. unter umständen beim namen auch ohne könig, Friedrich der zweite von Preuszen, mhd. von Francrîch Karl Lohengr. 3494, noch kürzer dén von Francrîche 4057 (wie beim adel).
c)
in diesem falle bleibt könig gern unflectiert, wie auch kaiser, herzog, bischof u. a. titel, die mit dem namen wie verwachsen gefühlt werden, s. 2, 1010 und gramm. 4, 465. Pfeiffer Germ. 2, 82.
α)
so nhd. und schon mhd.: des künic Hartmuotes kamerære. Gudr. 1324, 4; dem künic Hetelen 489, 2. und der art. fällt gern aus, eben weil könig im titel aufhört ein wort für sich zu sein, auch das schon mhd.: künec Artûses hof. Walther 25, 1; sant man ze künic Rulfen. Lohengr. 3915 (vorher dem künege Rulfen 3899, dort ist 'künic Rulf' wie éin wort behandelt); dasz sie mit könig Petern zu handlen kommen möchten. Aventin 393ᵇ; ein son könig Rudolphs. 436ᵃ, es ist genau wie 'herr Müllers sohn', acc. 'herr Schulzen', wie das hausdeutsch sagt. dagegen auch mit flexion des titels königs Henrichs gaul Garg. 133ᵃ.
er war mit könig Friedrichs macht
gezogen in die Prager schlacht.
Bürgers Lenore.
man hat also die wahl, entweder die regierung des königs Friedrich des zweiten oder könig Friedrichs des zweiten oder auch weitergehend könig Friedrich des zweiten, tadelnswert aber ist des könig Friedrich von Preuszen, das jetzt um sich greift.
β)
einzeln ward früher auch die endung -en statt an den namen an den titel gefügt, nachgeahmt der genitivendung:
Rodis hat er gewunnen ...
konigen Ludwig erschlagen.
ein schön lied u. vermanung wider den Türken zu streiten ('wol auf ir werden Christen'). Nürnb. o. j., str. 9,
wie bei kaiser u. a.: zwischen keisern Carln und könig Franzen. Fischart bien. 132ᵃ; dem keisern Carln und seinem bruder könig Ferdinanden. 132ᵇ (1588 144ᵃ);
und namen den von Osterrich,
herzogen Albrechten.
Liliencron 1, 13ᵇ.
vgl. den canzleimäszigen dat. acc. sg. klägern sp. 926.
γ)
zuweilen selbst ohne namen und artikel zugleich, ganz titelmäszig, aufschriftmäszig: könig von Engelland (Jacob II.) jammert mich. Elis. Ch. v. Orl. (1867) 142;
triumph, viktoria! auf, bauet ehrenbogen,
könig von Preuszen ist in Frankfurt eingezogen.
lied v. 1792, Bechsteins deutsch. museum 2, 238,
wie kronprinz von Preuszen der war uns nicht mächtig Ditfurth fränk. volksl. 2, 166.
d)
wie überhaupt bei titeln, stand auch hier früher der unbestimmte art. in bestimmtem sinne (s. 3, 133), z. b.:
der sturmvan dort her wuͦt (schritt),
darunder veste cham gezogt (angeritten)
von Pulle (Apulien) ein chünich, von Rom ein vogt.
Liliencron hist. volksl. 1, 14ᵇ,
d. h. könig Albrecht der erste, bei einem gleichzeitigen dichter, in der sache wunderlich genug, die wendung ist von Walther entlehnt, der Friedrich den zweiten so anredet (ohne das ein); sie griffen nach den frien lüten (die edeln), die ainem küng zuͦgehört hatten und woltend si vogtbar machen. Oheim chron. von Reichenau 20, 33, d. h. dem deutschen könig; und der grosz grav der trat her zu mir, do ich bei der wiegen stuend, und sprach 'Elena Kottannerinn, huett wol ainen kung von Ungern und ainen kung von Behem und ainen herzogen von Österreich und ainen markgraven von Merhern, das habt ir da alles bei ainander (in dem jungen Ladislaus). denkw. der H. Kottannerin 30 (58);
der mach sich auf die fart
zu einem könig (Maximilian) ausz Österreich.
Uhland volksl. 455.
e)
ausnahmsweise für königin, bei Schiller im munde der Maria Stuart:
regierte recht, so läget ihr vor mir
im staube jetzt, denn ich bin euer könig.
420ᵃ, (M. St. 3, 4),
vgl. bald nachher du warst die königin, sie der verbrecher, und Maria, mein vorfahr auf dem thron 438ᵃ. ähnlich gelten mhd. vriunt, vîent auch von frauen, vgl. übrigens den ruf der Ungern moriamur pro rege nostro Maria Theresia! und altn. von der h. Maria konungr vîfa, princeps feminarum Egilsson 473ᵇ.
f)
dazu erbkönig, wahlkönig, körkönig, vicekönig, schaltkönig, gegenkönig, afterkönig (Schiller 670ᵃ), nebenkönig, inselkönig, seekönig, bettelkönig, winterkönig, winkelkönig, schattenkönig, lumpenkönig, schneckenkönig (Rädlein 555ᵇ), apfelkönig, groszkönig, auch erdenkönig, ehrenkönig, jubelkönig, dreikönig, ferner Frankenkönig, Dänenkönig, Maurenkönig u. a.
3)
für den frühern gebrauch ist ein bis jetzt wenig oder nicht beachteter umstand hervorzuheben, der wichtig ist, dasz es nämlich keineswegs nur den herscher bezeichnete, sondern auch des königs brüder, söhne, ja alle von königlichem stamme könige, königinnen hieszen, schon als kinder.
a)
so zeigt sichs entschieden im sprachgebrauch des 13. jh., z. b. in den Nibelungen die drei künige von Wormeʒ, von denen nur Gunther noch vorzugsweis der künic schlechthin genannt wird (z. b. 318, 3. 319, 3), gewissermaszen als der 'regierende' könig; ebenso aber heiszt Kriemhilt schon als jungfrau am hofe zu Worms kurzweg küniginne 50, 4. 132, 3. 226, 2. 236, 4. 299, 2 u. s. w., so gut wie ihre mutter Uote. in der Gudrun erscheint Gudrun als küniginne 1178, 4, königstochter, daneben im engern sinne 1253, 4 zu ihr gesagt sult ir werden künegîn, d. h. durch vermählung mit Hartmuot; ebenso Hildeburg 1639, 3, vgl. 1641, 4, Ortrun 1308, 3, vgl. 1310, 4. Ein unterschied wird freilich gemacht, aber in der einfachsten weise. Siegfried z. b. heiszt der junge künec bei der schwertleite Nib. 29, 4, vgl. 117, 3; ebenso der junge künec Parz. 345, 28 von einem königlichen kinde (vorher knabe, knappe genannt), von dem 'kinde' Ortlieb Nib. 1850, 2. 1855, 3, vergl. 1897, 4. ebenso in der Gudrun von der Hilde diu junge küniginne 380, 4. 385, 2. 427, 4 (diu küniginne 376, 1), ihre mutter ist diu alte küniginne 373, 3. ebenso heiszt Rüedigers und Götelinden tochter diu junge marcgrâvîn Nib. 1103, 2. 1106, 1. 1107, 3. 1606, 1, aber wieder auch blosz marcgrâvinne 1616, 2, eben wie ihre mutter.
b)
und das ist nicht etwa nur dichterisch oder gar ungeschick des ausdrucks, denn es erscheint fortgesetzt bis ins 16. jh. und länger. von der vermählung des herzogs Georg von Baiern-Landshut mit der princessin Hedwig von Polen 1475 heiszt es: der kaiser ... führt die königin bei der rechten hand. Öchsle bauernkrieg 13 fg., Schmidt gesch. der Deutschen (1787) 4, 476, die 'königin' ist die braut; da wert es nicht ain halbe stund, daʒ uns got der almechtig ains jungen kunigs beriet .... in derselbigen stuend do ward kunig Lassla geboren. denkwürd. der Helene Kottannerin 27 (51), von der geburt des Ladislaus posthumus von Ungern; 'gnedige frau, ich hab ainen jungen kunig in meinen henden' das., worte der hebamme bei der geburt; die (genannten) all hueben den edeln kung aus der tauf, der ward (in der taufe) genannt kung Lassla. 29; und die jung kungin junkfraw Elisabeth, die stuend oben bei der orgel (bei ihres bruders krönung) ... wann sie was nur in dem vierden jare. 37 (82); der durchleuchtigsten hochgebornen frawen, frawen Maria, geborne königin (d. i. königl. princessin) zu Hispanien etc., (verwitwete) königin zu Hungern und Behemen. Luther 3, 288ᵇ. daher nennt noch J. Spreng in seiner Ilias die söhne des königs Priamus zuweilen könig, wie den Paris 240ᵃ. 153ᵃ (gewöhnlich fürst, herzog), die Andromache königin 516ᵃ. noch im 18. jh. nennt Elis. Charlotte v. Orleans einen neugebornen königlichen prinzen unser junger könig in Engelland (sp. 1694), ganz wie in den Nibelungen. und ähnlich ist noch bei Schiller Carlos 5, 5 in Philipps munde von seinem sohne, freilich ironisch:
dort werft euch nieder! vor dem blühenden,
dem jungen könig werft euch nieder!
302ᵇ.
c)
das alter und die geschichtliche bedeutung dieses gebrauches sind weiter zu erforschen. bei den Merovingern ist er von Waitz beobachtet worden (verfassungsgesch. 2, 103). für die Westgothen gibt vielleicht ein zeugnis der kronenfund von Guarrazar, falls die kleinen darunter von kindern herrühren (Fleckeisens jahrb. für class. phil. 1862 569 ff.). der grundgedanke davon, dasz das königthum, fürstenthum überhaupt eine angeborene eigenschaft ist, dem ganzen geschlechte unveräuszerlich anhaftet, gleichsam sache des blutes ist, dieser uranfängliche grundgedanke ist übrigens noch heute auf deutschem boden wiederzufinden in dem durchzählen der Heinriche von Reusz, auch der nichtregierenden, in dem titel erzherzog den die kaiserlichen prinzen von Österreich führen. und auch in dem franz. prinz, prinzessin, das seit dem 17. jh. den alten gebrauch von könig, fürst u. s. w. verdrängte, ist er eigentlich enthalten, denn prince ist ja nichts als fürst. bedeutsam ist endlich, dasz jener gebrauch auch bei den Griechen gegolten haben musz, denn königssöhne heiszen bei Homer βασιλεῖς, Nausikaa βασίλεια Od. 6, 115; und noch in Ciceros zeit werden asiatische königsprinzen reges genannt; beides galt freilich auch von vornehmen überhaupt.
4)
in vergleichungen, redensarten, z. b. sich freuen wie ein könig, von hoher freude (eigen auch wie ein schneekönig): mit diesem beifalle war er vergnügt wie ein könig. Nicolai S. Nothanker 1, 14; vgl. königlich 2, c, auch kaiser 8, b. er redete und deklamierte wie ein könig. Arndt erinn. 45. unter blinden ist der einäugige könig, auch ein schielender Wieland 17, 125.
5)
übertragen, nach mehrerlei beziehungen: das aber der bapst sich selb zum könige uber dis land erhaben und mit seinem wort regirt hat. Luther 2, 95ᵇ (1555); vorzeiten .. da sie (die päbste) bischofe und nit kunige aller kunige zusein sich vormaszen. an den adel F 3ᵇ, herren über alle könige;
das gröszte reich ist,
sein selbst könig sein zu aller frist.
J. Buchler gnomologia, bei Hoffmann spenden 1, 7,
sein selbst herr; er (der weise) kann im stillen ein könig sein und weise über seine neigungen regieren. Gellert 1784 5, 201. 6, 24; seid ihr (der alte Moor) einmal nicht mehr, so ist er (Karl Moor) herr eurer güter, könig seiner triebe. Schiller 105ᵃ, unbeschränkt in, mit seinen trieben;
umsonst! das ist nun einmal so,
kein dichter reist incognito,
der lustge frühling merkt es gleich,
wer könig ist in seinem reich (der dichter nämlich).
Eichendorf ged. 48;
heiszt nicht der unbestand ein könig aller reiche?
den das verhängnis wehlt und die verwüstung crönt.
Günther 670.
höhnend bürgerkönig von einem bürgermeister: ihr zu gefallen flucht er nur manchmal und ein ganz klein wenig auf ihren vater, der doch ein rechter abscheulicher bürgerkönig ist. Kretschmann 4, 9, es ist wol wie schulmonarch. der hauskönig für hausherr, hausvater Fischart Garg. 73ᵃ (124).
6)
gott, Christus als könig, mhd. himelkünec, wie der teufel hellekünec (s. wb. 1, 913ᵃ, vergl. kaiser 8, e): vernim mein schreien, mein könig und mein gott. ps. 5, 3; der herr ist könig imer und ewiglich. 10, 16; (Jesus Christus) der könig aller könige und herr aller herrn. 1 Tim. 6, 15; du könig der heiligen. off. Joh. 15, 3;
du sohn Davids, aus Jacobs stamm,
mein könig und mein bräutigam ...
Ph. Nicolai 'wie schön leuchtet der morgenstern' str. 1;
wahr gottes und Marien sohn,
ein hochgeborner könig.
str. 2;
grosz ist der könig der ehren.
str. 6;
seht euren schöpfer an, den gott von allen zeiten,
den könig der natur.
Opitz 3, 217;
der könig aller welt liesz sich mit dörnern krönen.
3, 276.
7)
ähnlich aber auch von heidnischen göttern, geisterhaften wesen u. dgl.; Neptun heiszt bei Albrecht von Halberstadt der koning ûʒ dem mer, von dem mere Haupt 11, 362 (des meres got 363), bei Ovid an der stelle rector maris met. 11, 207; die Thetis nennt er s. 363 des meres koninginne, was Wickram das. 370 beibehält des meers königin; als der poet Homerus erzehlt, das vor zeiten Eolus der könig der wind u. s. w. Fischart bien. 1588 40ᵇ, vgl. bei Herbort 17622 des kuniges Eolis lant; der könig Juppiter. Spreng Ilias 506ᵃ. 505ᵇ;
beschriener Rübezahl! du könig der Sudeten!
Günther 550.
könig der elfen, erlkönig, feenkönig, geisterkönig, zwergkönig, vgl. fliegenkönig, wespenkönig vom teufel, götterkönig. aber auch von schutzheiligen (vgl. u. königin 2 'herzogin zu Franken'):
darzu der Bünden (Graubündens) kung,
Sant Lucius mit siner kron.
Lenz Schwabenkrieg 121ᵃ.
8)
könige im volksleben. im späteren mittelalter wählten gewisse kreise des volks, gerade niedere, ihren könig unter sich, indem sie sich dem ganzen gegenüber wie ein geschlossenes reich betrachteten, als 'orden' oder brüderschaft. so
a)
die spielleute, die an sich rechtlos waren, von der gesellschaft ausgestoszen wie von der kirche, sie wählten sich dafür aus sich einen künig der pfifer und varenden lüte, der ihr gericht hielt, dem ein schultheisz oder marschall und andere ämter zur seite standen und dessen künigrich in allen formen als solches behandelt und von städten oder herren als lehen vergeben und bestätigt wurde, z. b. 1430 von Zürich, s. Osenbrüggen rechtsalterthümer aus der Schweiz, 2. heft s. 69. 70; in der Pfalz ernennt ihn 1393 der pfalzgraf und gibt ihm die vorrechte, die farnludekunige .. 'von gewonheide', dem herkommen nach haben. Mones zeitschr. 9, 127; ein rex omnium histrionum 1355 in Mainz an kaiser Karls hofe; ebenso in Frankreich, England, s. J. Grimm meistergesang s. 131. 132, mehr beispiele und nachweise bei Uhland in d. Germ. 6, 325, vergl. Maszmann in v. d. Hagens Germ. 9, 71. eine dunkle erinnerung daran ist vielleicht der schwingerkönig in der Schweiz, der beste schwinger, der sieger über alle, wie ähnlich der champion unter den öffentlichen boxern in England.
b)
das hat gewiss nachahmung gefunden in andern kreisen. so hatten die seiler einen könig, dessen gewalt, wie es nach folg. scheint, über ganz Deutschland gieng und der in Mainz gewählt wurde: alle seiler, ihre frauwen, knecht und kind sollen vor einem (d. h. dem, s. 2, d) waltboten zu recht stehen ... sollen sie keinen konig unter ihne machen in dutschen landen, dan mit willen eines waltboten. weisth. 1, 533. reste solches königthums sind wol der könig der leinzieher auf der obern Elbe, der sie führt, nach Frisch 1, 536ᵃ der oberste des schiffsvolks, der speckkönig beim walfischfang (das.); der könig der zigeuner (gaunerkönig Schiller 122ᵃ). vgl. narrenkönig.
c)
ähnlich im ursprung ist wol auch der bettelkönig, bettelvogt in Erfurt (1, 1728), vgl. den reichsvogt in der verfassung der bettler auf dem Kolenberge bei Basel (Zarnckes Brant s. 402ᵇ), daher noch bettlerkönig Rückert mak. 2, 35, bettlerkönigin Uhland 388. doch könnte das auch nur ironische umkehrung des begriffs sein, ein stück aus der verkehrten welt die unsere vorzeit liebte. denn nur so erklärt sich doch der nachtkönig, abdecker (Schmeller 3, 445), schundkönig, der die kothgruben räumt (Günther 502), tirol. häuslkünig, nachtkünig Schöpf 353, ein lochkönig in Frankfurt a. M., der scharfrichter der diesz zu besorgen hatte (Maszmann a. a. o. 70), der begînen- oder bôvenkoning (bubenk.) Seibertz westfäl. urkund. no. 996, d. i. oberschweinschneider, s. Woeste in Kuhns zeitschr. 6, 430.
d)
aber auch in höheren lebenskreisen. so war in Straszburg am dome ein pfründner der korkunig Closener 21, chorkönig, rex chori, s. Scherz 214. s. auch wappenkönig, im 15. jahrh. kunig der wapen Nürnb. chron. 3, 399, 36, franz. roi d'armes, engl. king at arms. vgl. muschelnkönig pilger Garg. 237ᵃ (445 Sch.), dichterkönig. der begriff lebt nach in den fällen unter 10.
9)
ebenso im spiele, bei festen.
a)
könig in kinderspielen, s. z. b. Rochholz alem. kinderlied s. 389, E. Meier kinderreime aus Schwaben s. 131. 143; bei Schmitz 1, 11 fg. von der Eifel ein bericht von einem schulkönig und hahnenkönig, der einen förmlichen hofstaat hatte, z. b. einen mundschenk, und königliche gewalt ausübte; ebenda s. 15 von einem könig, der auch eine königin zur seite hatte. ein Straszburger kinderspiel bei Keisersberg heiszt 'herr der kunig (voc.), ich diente gern', s. Gödekes grundr. 150 nr. 17. als probe davon in mhd. zeit kann die erzählung aus Jesu kindheit in Philipps Marienleben dienen:
alliu diu kint zesamen kâmen,
Jêsum zeinem künege nâmen ....
spilende alle zuo im giengen,
lîp und guot von im enphiengen (d. h. zu lehen).
3732 ff.
das ist sicher uralt, in wechselnder form, wie es in der vorzeit aus des Cyrus jugend erzählt wird.
b)
aber auch die erwachsenen spielten des königs (s. gr. 4, 673), z. b. im 17. jh. bei einer hochzeit:
das kalb ward ausgetheilt. des schuchs, der blinden kuh,
des richters ward gespielt, des königs auch darzu.
Fleming 168 (98 L.).
Fischart nennt unter spielen 'königs lösen' Garg. 164ᵈ (Sch. 305), 'ich bin könig, du bist knecht'. 166ᵃ (307ᵃ).
c)
bei volksfesten gab es und gibt es ein manigfaches königthum der art, z. b.:
da sagt man mir, ein nasentanz
würd auf dem plan noch disen abend (bei der kirchweih).
die gröstn drei nasen würdn begabend (begabet? erhielten den preis),
die gröszte nas gewünn den kranz
und würd könig am nasentanz.
H. Sachs 1, 397ᵇ 1590 (auch 3, 3, 11ᵇ),
nachher wird er nasenkönig genannt, was auch Fischart Garg. 91ᵃ (157) braucht, Wackernagel sprache der Burg. 17 gedenkt eines jetzigen nasenkönigs, nach seiner groszen nase so benannt. ferner der thür. lattichkönig, der bei dem pfingstfest den sommer darstellt, s. myth. 745, der bohnenkönig beim bohnenfeste, ähnlich der könig am fränk. pfefferkuchenfeste im 16. jh., s. weim. jahrb. 2, 130, der schützenkönig bei den schützenfesten (s. königsschieszen), auch vogelkönig oder scheibenkönig. in Saaz in Böhmen, das bedeutenden gemüsebau treibt, ist jährlich im fasching ein fest, der gurkenkönigball, so genannt, weil die gemüsebauern dazu einen gurkenkönig wählen, der die meisten gurken gezogen hat, er wird förmlich eingesetzt u. s. w., s. mitth. des vereins für gesch. der Deutschen in B., 3. jahrg. no. 2. auf der Eifel machten die kirmesburschen unter sich einen könig, der sich auch eine königin wählte (Schmitz 1, 49). ähnlich von einem bräutigam auf der hochzeit dieser könig des festes Immermann Münchh. 3, 54. s. auch erntekönig, jahrkönig, wochenkönig, bauernkönig (Adelung 2, 1703ᵃ). der trinkkönig bei einem schmause Voss 5, 119 (1825 4, 8) ist wol nur nachbildung des antiken rex convivii, rex mensae, βασιλεύς. doch der kurfürst von Sachsen Christian II. hiesz der Merseburger bierkönig, nach seiner vorliebe für das Merseburger bier, es gab vielleicht also bierkönige, etwa der das meiste trank, erwarb sich diesz königthum.
d)
am entwickeltsten zeigt sich der grundgedanke, der offenbar mit dem von 8 zusammenfällt, beim dreikönigsfeste: nach dem kömmt der heiligen 3 könig fest, daran viele einen könig wählen, spiele halten und ein lange wirtschaft anrichten, da hat jeder sein amt am hofe. die knaben haben etwan (hie und da) einen besondern könig auf dieses fest. dieser brauch der königreiche, darin auch viele büberei geschieht, ist fürnemlich gemein am Rheinstrom. Hormayrs taschenbuch 1835 s. 255. darauf bezieht sich auch folg.: basilinda, cum sortito ductus rex facienda praecipit ministrique jussa tenentur facessere, quod 'feriis regalibus' moris est factitari, βασιλίνδα Poll., belg. t'coninxken speelen, 'een conink maken'. Junius nomencl. 215ᵇ. in Murners geuchmatt klagt ein mann, was er seiner frau zu verschiednen jahreszeiten immer leisten und aufwenden müsse:
wenn man dann ein künig macht,
do musz ich haben grosze acht
das ich von ir lös künglich kron.
wo aber küngin würd die schon,
so musz ich ir das rich begon (ihr königreich ausstatten),
das ich in armut gang darvon.
kloster 8, 1070,
es wird zwischen weihnachten und fasnacht aufgeführt, also wenn man dann 'ein künig macht' bezeichnet das dreikönigfest, die frau wird im reich die königin, sie hat auch wie es scheint die königskrone in verwahrung, die er von ihr 'auslösen' musz, s. darüber königin 3, e, wo auch das machen wieder erscheint. und nicht nur städter spielten so, auch die bauern, Wickram rollw. nr. 46 erzählt von einem pfarrer aus Lothringen: es begab sich an einem heiligen drikünig abent, das er von Wych in ein ander dorf laufen wolt und mit den bauren künig machen. er hatt aber sich zu Wych ettwas lang gesaumpt, dann er mit séinen bauren vor (schon vorher) künig gemacht hat; das rufen der bauern 'der künig drinkt!' das. 82, 11 erklärt sich bei Schmitz 1, 12, wo die knaben alle so rufen jedesmal wenn ihr könig trinkt. s. weiter unter königreich.
e)
recht zusammengeschrumpft ist diesz spielkönigreich bei dem könig beim billard, der allein gegen mehrere spielt, noch mehr bei dem könig bei gewissen kartenspielen, der in einem einzelnen spiele gar nicht mit spielt. sagt doch ein sprichwort: darnach das spiel ist, macht man einen strohwisch zum könig. Lehmann flor. 1, 91.
10)
jetzt dient könig in der sprache des lebens, um in gewissen lebenskreisen den ersten, besten oder mächtigsten zu bezeichnen.
a)
so börsenkönig, der mächtigste börsenmann (geldkönig), spinnerkönig hiesz in der Schweiz der reichste, mächtigste spinnereibesitzer Kunz, der 1859 in Zürich starb, maschinenkönig Gotthelf 11, 258. in England war vor kurzem ein sogenannter eisenbahnkönig, wie jetzt Vanderbilt in Amerika. der gäukönig, der waldkönig von reichen bauern Auerbach neues leben 1862 3, 224. 223. ähnlich lat. rex causarum bei Asconius, von einem sachwalter der immer gewinnt, βασιλεὺς ἐν λόγοις Lucian.
b)
aber auch in höherem sinne. der liedercomponist Franz Schubert heiszt in sängerkreisen der liederkönig. ähnlich nennt schon Mathesius Luther (1583) 102ᵃ Luthern diser unser predigerkönig, er hiesz freilich auch aller ketzer könig, doch ohn ein scepter. Fischart groszm. 551 Sch. Tscherning 113 nennt Opitzen der poeten könig. unter alpensteigern heiszt der kühnste oder erfahrenste steiger der alpenkönig. ähnlich ferner: er (der prinz, in der gesellschaft zu Venedig) war .. der könig und der abgott aller cirkel. Schiller 735ᵃ;
stehen nicht Amors tempel offen?
wallet nicht zu dem schönen die welt?
da ist das fürchten! da ist das hoffen!
könig ist hier wer den augen gefallt.
497ᵃ.
c)
doch auch niedriger. folgendes ist wie aus der verkehrten welt:
da sitzt das abenteur mit weiten ärmeln da,
der könig hasenfusz!
Göthe 7, 42.
einen der viele warzen hat nennt man thür. einen warzenkönig, fem. warzenkönigin. selbst ein hund kommt zu der ehre, bei Gökingk, der seinen hund preist:
du könig aller hunde!
3, 117 (127).
11)
ebenso dann von dingen.
a)
im anschlusz an das vorige: die sonne, das aug der welt, der könig der planeten. Simpl. 1713 3, 10;
könig der tage, du herrliches licht.
Logau 3, 213,
'an dem tauftage eines jungen prinzen';
aller wasser (flüsse) könig der Rhein,
die Donau soll seine gemahlin sein.
Simrock spr. 8449;
der könig des gebirgs, der höchste oder hervortretendste berg; wir aszen zu mittage mit ihm in Merseburg und tranken gewaltig viel Merseburger. Klopstock nennt es den könig unter den bieren. Hölty s. xxxviii; der diamant, der könig der edelsteine; mit welcher andacht sah ich zum ersten mal in meinem leben ... den könig der metalle (silber) in zarten blättchen zwischen den spalten des gesteins. Novalis (1837) 1, 123. vgl. 14. s. ebenso königin, und krone.
b)
aber auch aus andern, zum theil dunkeln gründen. könig nennt man z. b. auf dem lande in Sachsen den büschel halme, den die schnitter beim anfang stehn lassen und wie zu einer puppe zusammenbinden ( Adelung), besonders letzteres sieht sehr alterthümlich aus, es ist eigentlich ein opfer an die gottheit (myth. 140. 231). im Osterlande heiszt ein kleines, mit einem kreuze bezeichnetes brot, das man von jedem back zuletzt iszt, der könig (Bech). in einer gerichtlichen anzeige der weimar. zeitung 1832 (2. mai) wird unter 'zubehörungen' eines pflugs ein vorstecker oder sog. könig aufgeführt, der fortstecknagel. obscön der rote könig, penis, glans penis, schon mhd. wb. 1, 913ᵇ.
12)
im spiele.
a)
der könig im schach, das ja seinen namen davon hat, mhd. MS. 2, 146ᵇ. Bon. 16, 46. myst. 1, 164. Parz. 408, 29; der könig unter den kegeln, der auch eine art krone hat.
b)
in der karte, kartenkönig, eichelkönig, schellenkönig, herzkönig, laubkönig:
si wolt das ich künig wär
in ainer newen karten.
Hätzl. 64ᵇ;
die fasnacht warstu könig der schellen.
Weller 30jähr. kr. 119,
zugleich narrenkönig, vom winterkönig Friedrich von der Pfalz;
das spiel (lomber) hört plötzlich auf, dasz durch des schicksals schlag
der könig und der sclav vermischt zusammen lag.
Zachariä renomm. 5, 10.
c)
das kartenspiel heiszt danach scherzhaft biblisch das buch der könige (engl. the book of the four kings): wann es im mit eim buch der könig nicht wolt glücken. Garg. 164ᵃ (304), vgl. die schöne evangeli von holz 171ᵇ (314) vom bretspiele; im buch der vier könige blättern, karte spielen. v. Birken Sylvia 32; ihr breviarium war das buch der vier könige. Hazard 272;
auch hier und da ein spielchen karten,
schalkhaft genannt das buch der könige.
Voss 6, 140.
13)
in der thierwelt.
a)
der löwe heiszt könig der thiere (bei uns wars aber einst der bär, s. Grimm Reinh. fuchs xlvii ff., vom eselkönig s. liii. ccxv), auch könig des waldes, der wüste, der adler könig der vögel, der lüfte. aber auch der hahn ist könig auf seinem miste Simrock spr. 4210, bei Fischart ein spiel 'unser han der könig, der streit ist gewonnen' Garg. 168ᵃ (Sch. 309ᵃ);
wie im reich der lüfte
könig ist der weih.
Schiller 532ᵃ.
b)
das war aber einst ernster gemeint als jetzt, denn man übertrug die volle menschliche lebensform in dichterisch kindlicher anschauung ganz ernstlich auf die thierwelt (vgl. Reinh. fuchs xliii):
si (die thiere) kiesent künege unde reht,
si setzent hêrren unde kneht.
Walther 9, 6;
diu tier zesamne kâmen
und wolten einen künic weln u. s. w.
Marner MS. 2, 172ᵇ. MSH. 2, 245ᵃ.
zwar sind dabei antike einflüsse thätig, wie z. b. die auch bei uns oft erzählte fabel von den fröschen, die einen könig haben wollten, zeigt (Boner 25 u. a., Behaim Wiener 283), die auf Aesop und weiter zurückgeht (s. die nachweisungen von Kurz zu Waldis Es. 1, 17). ward doch der gedanke selbst auf die pflanzenwelt übertragen, z. b. bei Freidank 77, 12, der von halmen spricht, die ein herren welnt, was schwerlich aus volksgedanken geschöpft ist, vgl. im alten test. die königswahl der bäume richter 9, 8 ff. dennoch wird der gedanke auch bei uns alteinheimisch sein, wie er sich bei andern findet.
c)
in sagen und märchen und im volksaberglauben erscheinen noch könige von gewürm und ungeziefer, die als beweis dafür gelten können, denn in solchen entlegenen oder in mehr nächtlichen dingen hält sich alter glaube am längsten. so der glaube von einem könig, einer königin der schlangen, die auch eine krone tragen, Grimms myth. 650. 651, otterkönig 655, mullkönig, molchkönig Seifart sagen aus Hildesheim 1, 77. 200, vgl. das gr. βασιλίσκος, basilisk, eig. kleiner könig, im voc. th. 1482 r 7ᵇ kunig aller vergiften wurme glossiert, vgl.königlein 3. ferner könig der filzläuse Nemnich cath. 4, 891, läusekönig dess. wb. 350, rattenkönig (Garg. 218ᵃ), ameiskung formicaleon voc. opt. 39, 28 (Fromm. 3, 121), künic der mücken Grimm Reinh. fuchs xliii, Walther 8, 10, fliegenkönig, hummelkönig.
d)
so besonders bienenkönig (1, 1819): der könig des imenschwarms, der die binen ausz und ein füret. Fischart bien. 44ᵃ (er nennt ihn auch honigkönig ged. 3, 312 Kurz, kloster 10, 1039); man sol auch die bienstöck reinigen und die untügliche könige tödten. Colerus calend. 11; oben machen sie allzeit an den ecken des rohstes sonderliche .. heuslin von wachs, darinnen ihr könig gleich als in einem schlosse empor sitzet und wohnet. ders. hausb. 401 (Frkf. 1640);
ein könig doch erwölen
die stolze bürgerschaft (staat).
wie der dan thut befehlen,
verwirkens ihren saft.
all ämpter er ertheilet,
gibt alles weislich an,
gleich niemand sich verweilet,
seind ihm ganz unterthan.
Spee trutzn. 133.
bei Megenberg 288, 29 u. ö. heiszt er sogar der kaiser, jetzt königin, seitdem sein weibl. geschlecht erkannt wurde; aber bienenkönig noch Stieler 1009, Steinbach 1, 912, und das männliche geschlecht war auch angenommen in weisel, mhd. wîsel, nd. wîser, ahd. wîso, dux. in einem nd. bienensegen Pf. Germ. 1, 109 wird der weiset kün, kün, kün! gerufen, wäre das gar noch das oben (I, d) vermutete kuni könig? wie man den bienen volles menschliches bewusztsein beilegen konnte, begreifen selbst wir noch vollkommen, auch bei den ameisen.
e)
aber auch die vögel sah man so an, traute man ihnen doch einst auch bei uns höheres wissen vom willen der götter zu. so hatten sie denn auch künige, vom adler als solchem s. Reinh. fuchs xliv (die lerche als küniginne das. s. 300. 370). und noch hat gerade der kleinste, der zaunkönig seinen namen daher: das ist der könig der vögel, sagte der wolf, vor dem müssen wir uns neigen. kinderm. nr. 102 (aus Hessen). die sage, wie er durch list den adler um das königthum betrogen habe beim wettfliegen, ist noch jetzt bei uns unterm volke ziemlich verbreitet, s. Mones anz. 4, 312, Schambach nieders. sagen s. 319, Keisersberg unter königlein 2, Uhland schriften 3, 83 ff. ('den königsnamen veranlaszte wahrscheinlich der goldfarbene reif um den kopf des schmucken sommerzaunkönigs'); aber sie reicht weit zurück, denn schon bei Plinius hist. n. 10, 74 macht er gegen den adler ansprüche als rex avium und Aristoteles weisz von seinem streit mit dem adler (καὶ τροχίλος ἀετῷ πολέμιος), wie er denn lat. gr. regulus, βασιλεύς, βασιλίσκος, eine art mit einer kuppe, haube τύραννος heiszt, auch ahd. kurzweg kuning pitrisculus Graff 4, 444. Mones anz. 4, 462ᵃ, im 15. jh. konik, zunekonnik, mnd. netelkonning, nesselkönig, winterkoninc, s. Dief. 413ᶜ, auch schneekönig, dornkönig, mäusekönig, meisenkönig, tir. pfutschkünig, dän. gjerdekonge heckenkönig, franz. auch roi Bertaud, könig Berthold, was recht deutlich wie aus der germ. thiersage stammend klingt. vgl.königlein. auch kurz der könig:
das meislin gab darzu sin schal (in dem waldconcert),
das rotbrüstlin mit stimm subtil,
der kung sang auch darzu mit il.
Lenz Schwabenkrieg 2ᵃ.
auszerdem meisenkönig, die sumpfmeise, sommerkönig oder sommerzaunkönig, das goldhähnchen, motacilla regulus, rex, senator, regulus cristatus, haubenkönig, die haube als krone gedacht (jener gr. τύραννος?). ferner der 'ungekrönte zaunkönig', der bachkönig Nemnich wb. 38, graskönig, grasmücke, grasmuckenkönig Garg. 109ᵃ, muschelkönig, geierkönig, endlich der wachtelkönig, 'der wachteln könig' Denzler, die ralle, auch franz. roi des cailles, it. re delle quaglie, ebenso port., span., nl., dän., weil er mit den wachteln ankommt und abzieht, er soll ihr führer auf dem zuge sein.
f)
endlich auch anderwärts in der natur. so gibt es einen heringskönig, der die heringe auf ihrem zuge führen soll; Alberus dict. q 3ᵇ erwähnt einen margarus, piscis genus, die folgen irem öbersten nach, wann ir künig gefangen ist, so seind die andern guͦt zu fangen (wie man zum wachtelfange wirklich einen eingesperrten wachtelkönig braucht), werden eingesalzen u. s. w.; s. auchkarpfenkönig, hechtkönig. merkwürdig ist rosenkönig, kleinere rose die aus einer andern rose herausgewachsen ist. wiesenkönigin eine pflanze.
14)
in der alchymie.
a)
da hiesz könig das gold schlechthin, könig der könige der stein der weisen: den könig suchen, den geist, den lapidem philosophorum. Garg. 186ᵇ (Sch. 344).
b)
besonders aber metallkönig, regulus, das durch schmelzen gewonnene reine metall im tiegel, und das hat sich im hüttenwesen und der chemie erhalten: solche scheiben oder kuchen sampt dem könig, den man zu letzt ausschepft, heiszet man hüttenwerk oder werksilber. Mathesius Sar. 149ᵃ; dann kere die gieszbuckel um und stosz sie auf einen stein, so fällt das spieszglas mit sampt dem könig (gold), der sich unten gesatzt hat und graugelb sicht, heraus. L. Erker 87ᵇ; das kupfer aber in blei zu transmutiern, ist sein process also, nemlich dasz du das kupfer erstlich mit dem mercurio sublimato und arsenico fixo zu einem alb machest, ganz weisz ... letstlich zu einem könig geschmelzet, so gibts einen rechten bleikönig. Paracelsus 1, 901ᶜ. so goldkönig, silberkönig, kobaltkönig, bleikönig, eisenkönig, arsenikkönig, antimonkönig u. a., vgl. königin 5, königssilber, königskupfer. bildlich noch bei Schiller: liebe, mein Raphael, ist das wuchernde arkan (geheimmittel, arcanum), den entadelten könig des goldes aus dem unscheinbaren kalke wieder herzustellen. 756ᵇ.
c)
genauer hiesz der gewonnene klumpen so: also setzt sich das metall an einem könig zu grund des tigels. Paracelsus 1590 6, 317; es haben auch vor jaren fürneme probirer die erz, welche sie aufs silber probiren wöllen, nach dem centengewicht abgewegen, mit dem bleiglas vermengt und in einen tiegel gethan, mit salz bedeckt und für dem gebläs zu einem künig geschmelzt. L. Erker 16ᵇ; die schlacken, so von obenstehenden schwarzen königen kommen .. zerklopft man klein .. und schmelzts nachmals durch einen schmelzofen, zeucht die schlacken wider davon ab im vortiegel und macht daraus rote könig. 105ᵃ, die schwarzen könige sind silberhaltig unrein kupfer, die roten könige reines kupfer. noch jetzt heiszen im hütten- und münzwesen grosze stücke geschmelzten silbers könige.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1691, Z. 23.

kühniglich

kühniglich,
gleich kühnlich: das thu küniglich. L. Döner bei Luther 6, 334ᵃ, mit einschub von -ig, wie in kuenicheit kühnheit oben, s. unter -keit sp. 500.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2580, Z. 8.

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Zitationshilfe
„kühniglich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BChniglich>, abgerufen am 10.05.2021.

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