Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kühsuff, m.

kühsuff, m.
gewaltiger zug eines trinkers (s.kuh II, 4, b): ein kuͤsuff, das nicht sitzest nider (d. h. ohne dich zu setzen), man heiszt dich sonst aufstehen wider. Garg. 99ᵃ, Sch. 174, also ein austrinken im stehen, ein kunsttrunk in der 'trunkenen litanei'; als Strosagurgel dén küsuf that (vorher that ein guten suff). 238ᵃ, Sch. 446. noch bei Aler 1250ᵃ kuhsuff amystis, mit technischer erklärung: einen kuhsuff thun, ohn schnaufen und in einem zug trinken, amysti vel amystide bibere (Hor. od. I, 36, 14). bei Kirsch corn. 1, 66ᵃ amystidem bibere, saufen wie ein ochs, oder wie das teutsche sprichwort lautet, ohne schnaufen und bartwischen, amystizare heldenmäszig saufen (vergl. unter kühn II, 2, e aus Uhland volksl.). Auch kühsoff Stieler 1686, daneben kühsüffe tuhn amystizare: wann nur in unserm vermögen gewesen wäre, kuhsöffe zu vertragen. Riemer maulaffe 154. nl. koedronk amystis Kil., vgl.kuhzug, ↗kuhschluck (noch studentisch).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2583, Z. 62.

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Zitationshilfe
„kühsuff“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BChsuff>, abgerufen am 10.05.2021.

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