Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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kümm

kümm
gleich kümmel, s. d.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2588, Z. 30.

kumme, kumm, f.m.

kumme kumm f.,m.
ein gefäsz.
1)
kumme f. ist nordd., ein rundes tiefes gefäsz.
a)
bei schriftstellern: während diesem gespräch war die grosze kumme mit reisbrei weggenommen und eine noch gröszere mit fleisch und cartoffeln an ihre stelle gesetzt worden. Claudius 4, 46. 47, schüssel;
fette milch in gestülpter
porzellanener kumme, geformt wie ein purpurner kohlkopf,
welche mit wärmendem punsch und bischof füllte der vater,
wann ein freund ihn besucht' in den sausenden tagen des winters.
Voss Luise 1795 1, 464 (1, 565),
nachher bischofskumme 3, 2, 107 l. h.; als punschbowle:
und gleich ihrem chorgesumme
tönt gesang um unsre kumme.
ders. ged. 1802 2, 152 (rundges. beim punsche);
erdbeerkumme die büsz. jungfr. v. 12;
und lösche durst, wenn du bist voll, o kumme.
Rückert mak. 2, 104 (poet. w. 11, 458),
mit anm.: 'kumme, kumpe, gumpe: schale, schöpfgefäsz', gelehrter gebrauch, wol nicht aus eigner kenntnis.
b)
es ist das nd. kumm, pomm. tiefe schüssel oder schale, 'wird der ähnlichkeit wegen auch von groszen tiefen gefäszen gebraucht' (s. c) Dähnert 261ᵇ, holst. 'kumm, kumme, schale' Schütze 2, 365. im brem. wb. 2, 895 dagegen 'kumm oder besser kump, tiefe schüssel', und bei Danneil 120ᵇ nur kumpen napf, trog, s. dazu 3, b. Im nl. entspricht, auch im sinne genau, kom, diepe schotel Kil., demin. kommeken vasculum, alveolus, catillus ders., also mnl. komme.
c)
der begriff erweitert sich in einer angabe des brem. wb.: ein aus stein gehauenes wasserbehältnis, cisterne; bei Chytr. c. 13 cisterna .. ein kum thom regenwater (bei Golius kasten). so als steinerne badewanne: in jeglicher badstube sind fünf oder sechs mit quadersteinen aufgemaurte cummen oder wassertanquen. J. Andersen orient. reis. 33ᵇ, hinter Olearius pers. reis. Hamb. 1696. Ähnlich nl. kom beim tuchwalker (s.kump 1, b): kom, vol-kom, alveus fullonis, cuve de foulon Kil.; bei Weiland auch wasserbecken, wassergrube für goldfische z. b. (waterkom), selbst von kleinen seen, und von schlechten, offnen häfen. auch b. Campe kumme als das becken eines hafens, 'ja die schiffenden gebrauchen kum für eine kleine eintiefung der see in das land' Frisch 1, 555ᶜ. vgl. dazu kümpel.
d)
doch ausdrücklich auch von holzgefäszen: kummen, ein kasten worinnen man etwas aufbewahrt, lichtkummen, mehlkummen, häkselkummen. Hennig preusz. wb. 139, als masc.? livl. fischkumme f., fischhälter, fischkasten Gutzeit 1, 282ᵇ (der lett. gumba, gumbis dazu stellt). dazu kummkarren, karren mit einem kasten, um schutt, koth u. dgl. wegzuführen Krünitz 55, 3, im brem. wb. 2, 895 kumpwagen, wagen mit einem hölzernen 'kumpe' zu gleichem zwecke; bei Krünitz auch kummkarre f. schiebekarre mit kasten.
2)
dazu stimmt nun oberd.
a)
kumm m., futtertrog für das vieh, bes. für das nasse futter, s. Schmeller 2, 299, vgl. tirol. im Unterinnthal kumbl, gumbl trog für mehl Fromm. 6, 304, Schöpf 352, wie reste eines aussterbenden wortes.
b)
ganz anders schweiz. kum und kump m., hühnerkum hühnerstall Stalder 2, 143, und doch vielleicht dass. wort (aber auch krummen m. 1, 137). gefäsze und bauten auch so einfacher art haben oft éinen namen, s.kar, ↗korb 3 (thür. korbel bierkännchen von holz), koben, kufe I, c.
c)
ebend. aber auch, merkw. zum nd. nl. stimmend, kumme, kume f., tiefe wassergrube, eine art cisterne, im Entlibuch. s. dazukümpel.
3)
verwandtschaft.
a)
auszerdeutsch erscheint es dän., kumme, 'kumme, kümpf, kufe'; schwed. kum m. 'kumme, napf', z. b. sköljekum, spilkum 'ein spülkumm', spülnapf (Möller 3, 1449. 1526), wie nl. spoelkom f. spülkanne M. Kramer; ob entlehnt? s. doch kimma u. c. englisch klingt an dial. comb braukübel Halliwell 264ᵇ, ags. cumb dolium, modius Ettm. 382, vgl. c; vgl. auch isl. kumbari m. schlechtes schiff Biörn 1, 482ᵃ mit schwed. kummer m. ein fasz in kupferhämmern, kumrar pl. grosze gefäsze in alaunsiedereien.
b)
dasz im stamme kum und kumb urspr. neben einander gehn mochten, ist auch sonst angedeutet, Dähnert 261ᵇ bringt aus älterm nd. kumb kasten, lade, s. auch das demin. kumbl 2, a, in hd. form kump u. 2, b; vielleicht ist kumbe urspr. die nd. form. aber auch hd. kumpf, nd. kump tritt untrennbar dazu, s. u. 1, b, es ist wie z. b. bei klamme, klambe, klampe, klampfe neben einander, s. sp. 938 unten. im holst. wird aus kumm im verkleinerungsfalle kümpken Schütze 2, 365.
c)
ablautend stimmt schwed. kimma f. kübel, z. b. zum aufbewahren von mehl, butter, s. Rietz 318ᵇ, altengl. kimlin, geschr. kymlyne, kymelyn, auch kemelin fasz im brauhause, s. Way zum prompt. parv. 274, kemlyn Chaucer Cant. t. 3548. 3622 ff., schott. cymming, cumming ein gewisses fasz im brauhause, s. Jam. suppl. 1, 211ᵃ.
d)
danach scheint es von haus aus ein holzgefäsz, und so findet es einen anhalt in dem alten böttcherworte kimme, dessen schwed. bruder kimme, kimbe auch die faszdaube bezeichnet (Rietz 318ᵇ), und das in 'cimbing commissura' bis ins ags. zu verfolgen ist, s. sp. 706; die nebenform kümme kimme, kümmer böttcher hat danach vielleicht echtes ü. dasz holzgefäsze und irdene éinen namen haben, erscheint öfter, s. z. b. kar, kufe II, 3; die herstellung aus holz wird die ältere sein, der name gieng von der alten auf die neue kunst mit über (s. z. b. kugel 4, b).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2588, Z. 31.

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Zitationshilfe
„kümm“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCmm>, abgerufen am 14.08.2020.

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