Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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kundbar

kundbar,
verstärktes kund; ebenso und in gleicher bedeutung kenntbar, kantbar sp. 531, wie kund mit bekannt (kant) zusammenfällt, s. kund II, 1, b. auch nl. kondbaer Kil.; dän. kundbar, schwed. kunbar entlehnt.
1)
wie kund praedicativisch.
a)
es ist kundtbar, constat, z. b. sein unschuld ist aller wält kundtbar. Maaler 256ᶜ, s. kund II, 2, a; gewiss ist es euch ja so wol als mir kundtbar. Kirchhof wend. 265ᵃ; es ist kundbar, dasz die schwein, so sie von diesem kraut essen, bald sterben. Tabernaem. 812, wieder inter omnes 'constat', ist 'constatiert'; da es unwidersprechlich kundbar, am hellen tag und ... notorisch ist. Haltaus 1142, rechtlich, v. j. 1617;
nebn ihm die Jesuwiderlein
diss unheils auch grosz ursach sein,
wie nunmehr kundtbar worden.
Soltau 464;
ward fast in allen ... häusern kundbar. Felsenb. 2, 16; die gerechtigkeit kann nur als öffentlich kundbar gedacht werden. Kant 5, 489, in schärfster fassung des begriffes, gegen allen zweifel gesichert, 'notorisch'; vergl. kenntbar so unter kennbar 2. 3. verstärkt kündig und kundbar Rädlein 571ᵃ.
b)
anfangs auch persönlich: und niemants was er kundtbar. Aimon F iiij;
als nun der könig den brief gelas
und ihm frau Art wol kundbar was.
Thurneisser archid. 26.
c)
kundbar machen, zu aller kenntnis bringen: die schmach gröszer und kundbarer machen. Zinkgref 14, 5, auch dieser comp. geht kund ab, obwol ihn Schiller zu brauchen wagte; dasz ihr ganz Gambrivia wollet kundbar machen, dasz Corinna sei gewesen eine grosze hure. Schuppius 490; und mache dadurch in der welt kundbar, dasz ... 498;
wir müssen kundbar machen,
dasz christen noth und tod verhönen und verlachen.
Opitz 3, 276;
schätze kundbarer zu machen, die u. s. w. Lessing 9, 4, vorr. zum 1. beitr. zur gesch. u. litt. aus den schätzen der herz. bibl. zu Wolfenbüttel.
2)
auch attributiv, was bei kund nhd. nicht vorkommt: kundtbarer handel, res testata. Maaler 256ᶜ, gerichtlich festgestellt; dann er erstickt in der höhi, und ohn kundtbaren brand. Paracelsus 2, 118ᵃ, brand der zu tage kommt; aus den kais. beschriebenen gemeinen rechten, des heil. röm. reichs pragmatischen constitutionen, fundamental-gesetzen .. auch Sachsen— und andern kundbaren rechten. Schuppius 676 (abgenöt. ehrenrettung), notorisch; welche diese (die familie) mit kundbarem rechte für ihn zur frau bestimmet hat. Möser phant. 2, 87 anm.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2619, Z. 38.

kündbar

kündbar,
was gekündigt werden kann, z. b. ein handelsvertrag ist vor einer bestimmten zeit nicht kündbar, unkündbar. da macht sich denn zu kündigen das einfachere künden geltend, denn kündigbar versagt die sprache. vgl.entschuldbar.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1871), Bd. V (1873), Sp. 2620, Z. 4.

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Zitationshilfe
„kündbar“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCndbar>, abgerufen am 15.08.2020.

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