Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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künne, kunne, n. und f.

künne, kunne, n. und f.,
geschlecht, ein altes edles wort.
1)
Formen, ursprung, dauer.
a)
ahd. chunni, mhd. künne n., beide mit reichem zubehör und sonst in reicher entwickelung, wie auch alts. kunni n., ags. cynn, cyn, cinn, altn. kynni, altfries. ken, kin, kon. goth. mit einfachem stammauslaute kuni, gen. kunjis, wie auch ahd. noch einmal khuni in Keros gloss., vergl. alts. kuniburd (cunniburd Cott.) Hel. 2656, und altn. kyn neben kynni. urverwandt lat. genus und seine sippe, s. unter kind und können.
b)
nebenform konne, mittelrh. (wie mnl. conne, s. e): ginge auch einem hern ein eigener ab, so mag er einen andern usz demselben konne oder geslechte kiesen. weisth. 3, 886. Erwähnenswert ist gleichbedeutend mhd. diu künde, zugleich als nachtrag zu sp. 2624 (zum fem. vgl. e):
ob dâ Sigûn genüʒʒe der angebornen künde (: sünde).
jüng. Tit. 5197, 1,
wie afterkünde, nachkommenschaft, gleichsam nachgeschlecht Lohengrin 2676. 3155; das beruht auf einer berührung und mischung von kund und künne, die weit in die vorzeit reicht, s. unter kundschaft sp. 2636, vgl. Diefenb. goth. wb. 2, 463 fg.
c)
wenn im hd. das wort fast nur noch auf der scheide des nhd. einzeln erscheint (doch s. auch Ayrer 2, d), hat es sich im nd. dagegen bis heute oder vor kurzem erhalten, Dähnert 266 gibt aus Pommern se hett nig kind edder künne, 'weder kinder noch anverwandten', de kümt mit kind un künne, 'mit der ganzen familie', vgl. Frisch 1, 557ᵃ kind und künne mitbringen als pomm., der stabreim hat es bewahrt, wie ähnlich hd. kind und kegel. auch nl. kunne ist noch nicht erloschen, s. 2, f.
d)
im nord. ist es wolerhalten, besonders in mundarten, schwed. kynne n. art, natur, charakter (vgl. Rietz 376ᵇ), norw. kynde n., dän. dial. kynd; daneben dän. kjön geschlecht, schwed. kön n., altschw. kyn. schwed. selbst ganz alterthümlich genitivisch okynnes fä, vieh das unarten an sich hat, wie ahd. unchunnes spurius Graff 4, 440 (vergl. Haupt zu Er. 9347), altn. ókynnes menn vitiosi homines Egilsson 619ᵇ. Auch engl. kin geschlecht, verwandtschaft, art, und kind gattung, geschlecht, art; in der letztern form, wie in den nord. formen mit d, wirkt die berührung mit dem verschwisterten stamme, wie mhd. unter b, s. sp. 2636, vgl. Stratmann 129. 130.
e)
überigens erscheint es auch als fem. (vergl. schon Frisch 1, 556ᶜ): nim vische, welcher künne sie sîn. buch v. guter speise § 17; alre kunne argelist. Höfers urkunden s. 323, nrh. v. j. 1337; dae en sall egheen man up buwen egeinre kunne bu. weisth. 4, 800, nrh. v. j. 1393, keiner art bau. so ist auch in wurze (gen.) manige kunne Alex. 5024 W., freuden maniger künne Lanz. 2359, Eneit 263, 26, Ebernant, Parz. 760, 13, mnl. menigher conne gramm. 3, 76 vielmehr fem. anzunehmen als pl., wie noch nl. kunne fem. ist (s. 2, f). es begreift sich übrigens schon aus dem verwachsen mit künde unter b.
2)
Bedeutung und gebrauch.
a)
abkunft, geschlecht u. ä.: kunne oder keyme oder geslechte oder same, germen. voc. th. 1482 r 6ᵇ (die wörter dienen dem lat. zur umschreibung, nicht einander); genus, künne. Dief. 260ᵇ aus einem md., rhein. voc. des 15. jh., künne n. gl. 191ᵃ aus einem oberd. um 1400; progenies, kunne Dief. 463ᶜ, rhein.
b)
verwandtschaft, sippe: consangwinitas, kunne, kun. Dief. 143ᶜ aus rheinischen und einem nd. voc.; vgl. die stelle aus dem 15. 16. jh. u. 1, b, wo doch schon geslechte sichernd zugesetzt wird.
c)
auch der einzelne wurde selbst als künne bezeichnet, weil und indem er deutlich als vertreter der ganzen sippe gedacht wurde (ebenso geschlecht, mhd. geslehte, s. wb. 2², 391ᵃ); z. b. in dem streitliede des ritters und des bauern:
der ritter sprach: ich pins (bin) geporn
von art ain edel chunne.
Uhland volksl. 337,
wie mhd. z. b. in der Gudrun daʒ Hagenen künne 1270, 1 u. ö. von der Gudrun selber, also enkelin, witewe oder künne 1172, 4, verwandter überhaupt, angehöriger der sippe, wie auch 205 3 u. ö., und zwar auch da als neutr., z. b. er was ir næhsteʒ künne 1541, 4. ebenso altn. z. b. Eirîks kyn, Eriki proles, filius Egilsson 488ᵃ, und noch engl. a kin ein verwandter, eine verwandte.
d)
ich weisz nicht, ob davon etwa ein nachklang ist folgendes nürnb. künne, tochter, freilich als fem. und in schwacher form:
den maiden ich gar weng nachfrag,
auch auf der welt kein andre mag,
als unsers kirchners lange künnen.
Ayrer fastn. 98ᵇ (2831, 30),
denn ein name, etwa gleich bair. Kunel Kunigunde (Schm. 2, 307) kann es nicht sein, da es nicht wie die namen sonst mit groszem anfangsbuchstaben gedruckt ist; freilich findet sich doch auch haltfest 2842, 7 neben Haltfest 2844 und sonst, und ein nd. voc. des 15. jahrh. gibt wirklich 'cunnegundis, cunne, vrouwen name' Dief. nov. gl. 124ᵃ. vergl. doch nl. twee jonge kunnen, junge leute (Weiland aus Poot), wol bursch und mädchen.
e)
auch art überhaupt, species: naturlich kunne ... species. voc. 1482 x iijᵃ, und zwar von wesen und dingen aller art, z. b. niederrh. im 15. jh.: as man si an sach, so sach man waile. wat kunne ampts si hatten. der seele trost 169ᵃ, Fromm. 2, 443ᵃ, was für eine art von geschäft, handwerk; kunne müszte genau auch gen. sein, quid generis (wie waʒ künnes sie sint Eckh. 572, 8), falls es nicht auch fem. ist (s. 1, e). Ebenso mhd., ahd. allgemein, vgl. gramm. 3, 76, und wieder auch vom einzelnen als vertreter der ganzen art, z. b. 'eurus, wintchunni' Graff 4, 441, irgend ein wind, eine windart, wie wir sagen, engl. noch a kind of wind. mhd. auch so:
ze lang, ze tik, ze tünne
noch keine krumbe künne
hatten die hâr der ougenbrâ.
Walther v. Rheinau 25, 59,
'nichts krummes', nichts von krummer art, wo das wort gleichsam den versuch macht das allgemeine begrifflich zu bezeichnen, d. h. den weg betritt auf dem heit, eig. gleichfalls art, geschlecht, zu dieser verwendung kam (s. keit); vgl. wîbes künne gleich wîp, küneges künne gleich künec, jenes ähnlich wie wîbes name (nhd. weibsen) gleich wîp, auch mansgeslechte gleich mann Haupt 8, 469. selbst niekein künne gleich 'gar nichts' myst. 255, 9, nindert ein kunne, ganz und gar nicht Heinr. Trist. 5399.
f)
auch geschlecht im engsten sinne: kunne oder geslechte, sexus. voc. 1482 r 7ᵇ, auch in andern vocc. des 15. jh., hd. und nd. kunne, menschlich kunne sexus, nd. auch kun, rheinisch konne (z. b. in dem Eltviller voc. von 1477), auch kon, s. Dief. 532ᵃ, und künn nov. gl. 337ᵇ. auch oberrh. noch bei Keisersberg, und zwar als deutliches fem.: das stuck getar auch widerfaren personen die éiner künn sind. darumb sollend sich jung töchter nit allein hieten vor knaben, sunder auch vor jungen töchtren. der hellisch löw d 6ᵃ § 40 (im irrigen schaf (Straszb. bei Schürer 4°). aus der rechtssprache bringt Frisch 1, 557ᵃ bei lehen beider kunne, mannes- oder frauen-künne. so noch nl., de vrouwelijke kunne, le sexe féminin Halma 354ᶜ, de zwakke kunne Weiland. auch schwed. kön n., dän. kjön, dazu z. b. kjönsdele genitalia, geschlechtstheile. Das hängt nicht etwa unmittelbar mit dem stamme im sinne des zeugens zusammen, es ist wie geschlecht aus der allgemeineren bedeutung ins einzelne gezogen.
g)
geschlechtsglied, geschlechtstheil, wieder auch als fem., z. b. nd.: dar du segest (sahest) de groten schare der doden ... ere menlike kunne naket unde blot. Neocorus ditm. chron. 1, 507. mhd. 'künne f. cunnus' fundgr. 1, 380, aber auch n.: er greif ir an daʒ künne Neidh. 90, 13 (die hss. aber kinne). Was es mit der von Lexer immer noch zweifellos fortgeführten entlehnung aus cunnus auf sich hat, ergibt sich aus dem vorhergehenden, bes. aus Neocorus, es ist nichts als 'geschlecht' für das zeichen des geschlechts. s. übrigens auchkunder, kunderlein in gleicher bedeutung unter kunter.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2664, Z. 1.

künne, kunne, n. und f.

künne, kunne, n. und f.,
geschlecht, ein altes edles wort.
1)
Formen, ursprung, dauer.
a)
ahd. chunni, mhd. künne n., beide mit reichem zubehör und sonst in reicher entwickelung, wie auch alts. kunni n., ags. cynn, cyn, cinn, altn. kynni, altfries. ken, kin, kon. goth. mit einfachem stammauslaute kuni, gen. kunjis, wie auch ahd. noch einmal khuni in Keros gloss., vergl. alts. kuniburd (cunniburd Cott.) Hel. 2656, und altn. kyn neben kynni. urverwandt lat. genus und seine sippe, s. unter kind und können.
b)
nebenform konne, mittelrh. (wie mnl. conne, s. e): ginge auch einem hern ein eigener ab, so mag er einen andern usz demselben konne oder geslechte kiesen. weisth. 3, 886. Erwähnenswert ist gleichbedeutend mhd. diu künde, zugleich als nachtrag zu sp. 2624 (zum fem. vgl. e):
ob dâ Sigûn genüʒʒe der angebornen künde (: sünde).
jüng. Tit. 5197, 1,
wie afterkünde, nachkommenschaft, gleichsam nachgeschlecht Lohengrin 2676. 3155; das beruht auf einer berührung und mischung von kund und künne, die weit in die vorzeit reicht, s. unter kundschaft sp. 2636, vgl. Diefenb. goth. wb. 2, 463 fg.
c)
wenn im hd. das wort fast nur noch auf der scheide des nhd. einzeln erscheint (doch s. auch Ayrer 2, d), hat es sich im nd. dagegen bis heute oder vor kurzem erhalten, Dähnert 266 gibt aus Pommern se hett nig kind edder künne, 'weder kinder noch anverwandten', de kümt mit kind un künne, 'mit der ganzen familie', vgl. Frisch 1, 557ᵃ kind und künne mitbringen als pomm., der stabreim hat es bewahrt, wie ähnlich hd. kind und kegel. auch nl. kunne ist noch nicht erloschen, s. 2, f.
d)
im nord. ist es wolerhalten, besonders in mundarten, schwed. kynne n. art, natur, charakter (vgl. Rietz 376ᵇ), norw. kynde n., dän. dial. kynd; daneben dän. kjön geschlecht, schwed. kön n., altschw. kyn. schwed. selbst ganz alterthümlich genitivisch okynnes fä, vieh das unarten an sich hat, wie ahd. unchunnes spurius Graff 4, 440 (vergl. Haupt zu Er. 9347), altn. ókynnes menn vitiosi homines Egilsson 619ᵇ. Auch engl. kin geschlecht, verwandtschaft, art, und kind gattung, geschlecht, art; in der letztern form, wie in den nord. formen mit d, wirkt die berührung mit dem verschwisterten stamme, wie mhd. unter b, s. sp. 2636, vgl. Stratmann 129. 130.
e)
überigens erscheint es auch als fem. (vergl. schon Frisch 1, 556ᶜ): nim vische, welcher künne sie sîn. buch v. guter speise § 17; alre kunne argelist. Höfers urkunden s. 323, nrh. v. j. 1337; dae en sall egheen man up buwen egeinre kunne bu. weisth. 4, 800, nrh. v. j. 1393, keiner art bau. so ist auch in wurze (gen.) manige kunne Alex. 5024 W., freuden maniger künne Lanz. 2359, Eneit 263, 26, Ebernant, Parz. 760, 13, mnl. menigher conne gramm. 3, 76 vielmehr fem. anzunehmen als pl., wie noch nl. kunne fem. ist (s. 2, f). es begreift sich übrigens schon aus dem verwachsen mit künde unter b.
2)
Bedeutung und gebrauch.
a)
abkunft, geschlecht u. ä.: kunne oder keyme oder geslechte oder same, germen. voc. th. 1482 r 6ᵇ (die wörter dienen dem lat. zur umschreibung, nicht einander); genus, künne. Dief. 260ᵇ aus einem md., rhein. voc. des 15. jh., künne n. gl. 191ᵃ aus einem oberd. um 1400; progenies, kunne Dief. 463ᶜ, rhein.
b)
verwandtschaft, sippe: consangwinitas, kunne, kun. Dief. 143ᶜ aus rheinischen und einem nd. voc.; vgl. die stelle aus dem 15. 16. jh. u. 1, b, wo doch schon geslechte sichernd zugesetzt wird.
c)
auch der einzelne wurde selbst als künne bezeichnet, weil und indem er deutlich als vertreter der ganzen sippe gedacht wurde (ebenso geschlecht, mhd. geslehte, s. wb. 2², 391ᵃ); z. b. in dem streitliede des ritters und des bauern:
der ritter sprach: ich pins (bin) geporn
von art ain edel chunne.
Uhland volksl. 337,
wie mhd. z. b. in der Gudrun daʒ Hagenen künne 1270, 1 u. ö. von der Gudrun selber, also enkelin, witewe oder künne 1172, 4, verwandter überhaupt, angehöriger der sippe, wie auch 205 3 u. ö., und zwar auch da als neutr., z. b. er was ir næhsteʒ künne 1541, 4. ebenso altn. z. b. Eirîks kyn, Eriki proles, filius Egilsson 488ᵃ, und noch engl. a kin ein verwandter, eine verwandte.
d)
ich weisz nicht, ob davon etwa ein nachklang ist folgendes nürnb. künne, tochter, freilich als fem. und in schwacher form:
den maiden ich gar weng nachfrag,
auch auf der welt kein andre mag,
als unsers kirchners lange künnen.
Ayrer fastn. 98ᵇ (2831, 30),
denn ein name, etwa gleich bair. Kunel Kunigunde (Schm. 2, 307) kann es nicht sein, da es nicht wie die namen sonst mit groszem anfangsbuchstaben gedruckt ist; freilich findet sich doch auch haltfest 2842, 7 neben Haltfest 2844 und sonst, und ein nd. voc. des 15. jahrh. gibt wirklich 'cunnegundis, cunne, vrouwen name' Dief. nov. gl. 124ᵃ. vergl. doch nl. twee jonge kunnen, junge leute (Weiland aus Poot), wol bursch und mädchen.
e)
auch art überhaupt, species: naturlich kunne ... species. voc. 1482 x iijᵃ, und zwar von wesen und dingen aller art, z. b. niederrh. im 15. jh.: as man si an sach, so sach man waile. wat kunne ampts si hatten. der seele trost 169ᵃ, Fromm. 2, 443ᵃ, was für eine art von geschäft, handwerk; kunne müszte genau auch gen. sein, quid generis (wie waʒ künnes sie sint Eckh. 572, 8), falls es nicht auch fem. ist (s. 1, e). Ebenso mhd., ahd. allgemein, vgl. gramm. 3, 76, und wieder auch vom einzelnen als vertreter der ganzen art, z. b. 'eurus, wintchunni' Graff 4, 441, irgend ein wind, eine windart, wie wir sagen, engl. noch a kind of wind. mhd. auch so:
ze lang, ze tik, ze tünne
noch keine krumbe künne
hatten die hâr der ougenbrâ.
Walther v. Rheinau 25, 59,
'nichts krummes', nichts von krummer art, wo das wort gleichsam den versuch macht das allgemeine begrifflich zu bezeichnen, d. h. den weg betritt auf dem heit, eig. gleichfalls art, geschlecht, zu dieser verwendung kam (s. keit); vgl. wîbes künne gleich wîp, küneges künne gleich künec, jenes ähnlich wie wîbes name (nhd. weibsen) gleich wîp, auch mansgeslechte gleich mann Haupt 8, 469. selbst niekein künne gleich 'gar nichts' myst. 255, 9, nindert ein kunne, ganz und gar nicht Heinr. Trist. 5399.
f)
auch geschlecht im engsten sinne: kunne oder geslechte, sexus. voc. 1482 r 7ᵇ, auch in andern vocc. des 15. jh., hd. und nd. kunne, menschlich kunne sexus, nd. auch kun, rheinisch konne (z. b. in dem Eltviller voc. von 1477), auch kon, s. Dief. 532ᵃ, und künn nov. gl. 337ᵇ. auch oberrh. noch bei Keisersberg, und zwar als deutliches fem.: das stuck getar auch widerfaren personen die éiner künn sind. darumb sollend sich jung töchter nit allein hieten vor knaben, sunder auch vor jungen töchtren. der hellisch löw d 6ᵃ § 40 (im irrigen schaf (Straszb. bei Schürer 4°). aus der rechtssprache bringt Frisch 1, 557ᵃ bei lehen beider kunne, mannes- oder frauen-künne. so noch nl., de vrouwelijke kunne, le sexe féminin Halma 354ᶜ, de zwakke kunne Weiland. auch schwed. kön n., dän. kjön, dazu z. b. kjönsdele genitalia, geschlechtstheile. Das hängt nicht etwa unmittelbar mit dem stamme im sinne des zeugens zusammen, es ist wie geschlecht aus der allgemeineren bedeutung ins einzelne gezogen.
g)
geschlechtsglied, geschlechtstheil, wieder auch als fem., z. b. nd.: dar du segest (sahest) de groten schare der doden ... ere menlike kunne naket unde blot. Neocorus ditm. chron. 1, 507. mhd. 'künne f. cunnus' fundgr. 1, 380, aber auch n.: er greif ir an daʒ künne Neidh. 90, 13 (die hss. aber kinne). Was es mit der von Lexer immer noch zweifellos fortgeführten entlehnung aus cunnus auf sich hat, ergibt sich aus dem vorhergehenden, bes. aus Neocorus, es ist nichts als 'geschlecht' für das zeichen des geschlechts. s. übrigens auchkunder, kunderlein in gleicher bedeutung unter kunter.
Fundstelle
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Zitationshilfe
„künne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCnne>, abgerufen am 09.08.2020.

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