Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

küpe, f.

küpe, f.
bottich, kufe, farbekessel.
1,
a)
die form ist eine nd., die jedoch im vocal mit hd. kufe keineswegs stimmt, dem vielmehr nd. kôpe entspricht, s. darüber kufe I, a und b. küpe müszte hd. keufe heiszen, wie keubel wirklich besteht, s.kübel 1, b. c.
b)
nd. kü̂pe gibt aus Hamburg Richey 144, als probe 'fleeschküpe, worin man einsalzet', bei Schütze holst. id. 2, 367 auszerdem blauküpe der färber (s. 3). auch im brem. wb. 2, 899 steht zwar küpe, aber als korb (s. kiepe 1, a, dazu kufe I, c und e, β), als kufe nur aus Richey, die brem. form ist vielmehr kope. auch andre wbb. geben zwar küper, aber kein küpe, wie Dähnert, bei Strodtmann 364ᵇ ist es dem Osnabr. abgesprochen (es heiszt küve, s.kübel 1, b). auch bei Chytraeus find ich nur kope cupa, weinfasz Hamb. 1594 cap. 93.
c)
daneben umlautlos kupe. so aus Berlin bei Adelung eine kupe bier, zwei fasz oder vier tonnen haltend, ungefähr was in Meiszen kufe. ostfries. kupe bottich, z. b. braubottich (auch lohgrube) Stürenb. 129ᵃ, wie das. kuper für küper. und so schon in einem nd. voc. des 15. jh., das aber zum rhein. neigt, cupe cupa Dief. 163ᵃ.
2)
überhaupt erscheint das wort auch im rheinischen gebiete. in der Cölner gemma (nach nl. vorlage) kuyp dolium Dief. 189ᵇ; dagegen im 15. jh. nrh. kupen diota Dief. 183ᵃ, also zweihenkeliges gefäsz, in einem mehr mhr. voc. kyp cupa, kypenmacher cupifex 163ᵃ, ob für küpe? wieder anders in Aachen kupp f., färbekessel zum indigofärben Müller u. Weitz 136, ob die kürze urspr. ist? vgl.küffe, koffe unter kufe I, d.
3)
im nhd. hat es geltung gewonnen nur in der färberei, wollfärberei ( Adelung). mnl. weetcûpe waidküpe hor. belg. 6, 262ᵇ, das wort könnte von den Niederlanden, wo die tuchmacherei einen alten mittelpunkt hat, ausgegangen sein.
a)
eig. der kessel selber, urspr. eben eine hölzerne kufe: wenn er bedachte dasz alles tuch schon zur farbe bereit, die küpe schon anfange zu kochen .. Arnim 1, 284; seine einbildungskraft erfüllte den raum mit küpen, feuerstellen, mit farbevorräthen .. 276.
b)
aber auch der inhalt des kessels, die mischung, auch die art ihrer zubereitung ( Adelung): wenn man die schnecke (purpurschnecke) zerstöszt, ihre feuchtigkeit auspresst und im kessel kocht, so ist in der küpe zuerst keine bestimmte farbe zu sehen. Göthe 53, 48.
c)
im engsten sinne von dem blaufärben durch indigo, genauer blauküpe (die blaue farbe Schütze holst. id. 2, 367), wieder sowol der kessel wie sein inhalt und das ganze verfahren. daher z. b. eine küpe anstellen, die blaue farbe im kessel zubereiten (Ad.); es gibt warme und kalte küpe, waidküpe, urinküpe u. a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2756, Z. 1.

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Zitationshilfe
„küpe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCpe>, abgerufen am 12.08.2020.

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