Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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kupfer, m.

kupfer, m.
gleich koffer, s. d. 3, c (auch osterl.).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2757, Z. 13.

kupfer, n.

kupfer, n.
cuprum, das lat. wort früh übernommen.
I.
Herkunft und formen.
a)
es ist darin eig. der name der insel Cypern enthalten, von wo die griech. und röm. welt anfangs zumeist mit kupfer versorgt wurde, daher noch bei Plinius, Vitruv cyprium, eig. aes cyprium, erz von Cypern genannt; in dem erst spät auftretenden cuprum, das vermutlich schon lange vorher die volksm. form war im italischen hafen- und handelsleben, ist bemerkenswert die bewahrung des griech. k- und der umsatz des y in u nach altlat. art (wie unser kruft, gruft, auch ital. grotta aus crypta für dieses die aussprache crupta voraussetzt), die denn auch beide in die deutschen formen übergiengen. ist doch noch im mittelalter in einem andern handelsartikel aus Cypern, dem Cyperwein, das griech. k- bewahrt, s. oben kipperwein (auch kupperwein, s. d.). merkwürdig daneben zoppir kupfer, md. 15. jh., in der Goth. hs. des pf. Amis 421, doch kann das zo- nicht vom lat. cy- herrühren (vgl. u. K 4 c).
b)
die deutschen formen sind ahd. chuphar, chupfer, aber auch chopfer (Dief. 163ᵇ), wie mhd. kupfer und kopfer (auch diesz gut hd.) und noch im 15. jh. auch kopfer, copphir, kopher Dief. 163ᵇ, oberd. und md.; bemerkenswert das. auch cuffer in einem Augsb. voc. v. 1521, wie schon früh mhd. chofer östr. Diemer ged. 370, 5 (coffer Hans Marienl. 3948), s. u. knoff für knopf sp. 1471 und koffer unter d. Nd. copper Dief. 163ᵇ, kopper es (aes) 210ᵃ, wie noch jetzt; mnl. coper, bei Kil. koper, wie noch heute. engl. copper, im 15. jh. copyr Wright vocc. 255ᵇ; dän. kobber, schwed. koppar m., norw., isl., altn. kopar m.
c)
das nd. -pp erscheint auch im md., östlich wie westlich, schon in mhd. zeit, s. kuppervlinke unter flinke. wie noch in Leipzig volksm. kupper (doch schon kupfer voc. opt. Lpz. 1501 Hijᵇ, kopfer es K 2ᵇ), so in Frankfurt; Göthes mutter schreibt z. b.: wann es euch möglich, uns von des docters seinem in kupper gestochenen gesicht noch einige abdrücke zukommen zu lassen .. S. Hirzel zwölf briefe von G.s eltern an Lavater s. 15; phisioknomik ohne kupper, was wäre das. 16; die kupperstiche 11. 19; im 15. jh. mit o: einen koppern kulkeszil (kühlkessel). Frankf. archiv, Elsen v. Holzhusen inventar. noch im 17. jh. auch bei schriftstellern, z. b.: küppern geld, küppern seelmessen. Schuppius 795.
d)
das masc. das dem nord. worte eigen ist, begreiflich aus der endung, erscheint auch auf deutschem boden, in Luxemburg 'koffer m., der kupfer' Gangler 246, es wird sich mehr finden. vgl. das östr. kupfer m. II, 2, d.
e)
wie übrigens nach gräberfünden im norden die Germanen schon vor der entlehnung kupfer gehabt haben müssen, so musz auch ein heimischer name dafür da sein. wahrscheinlich galt êr mit dafür, in engeren sinn gezogen, wie denn noch im 15. 16. jh. lat. es, d. i. aes, auszer mit erze oder eer, ere (s. u. erin, noch schweiz. êr n. erz, erig ehern Stald. 1, 344) auch mit kupfer, kopper glossirt wird Dief. 210ᵃ und noch Maaler in erin oder küpferin geschirr (s. u. erin) beides gleichzustellen scheint, wie Luther in der bibel erz für kupfer braucht: was nun wir und die Lateiner kupfer von der insel Cyppern nennen, daher es von ersten in dise land bracht ist, das heiszet die teutsche biblia erz. Mathesius Sar. 70ᵇ. s. auch umgekehrt kupfer für erz II, 1, e. das röm. cuprum mag besser, billiger, reicher verarbeitet ins land gekommen sein.
II.
Gebrauch und bedeutung.
1)
vom metall selbst.
a)
stofflich gedacht: so machet man das kupfer aus den gebürgen mit groszen haufen. Frank weltb. 208ᵃ; kupfer und eisen sind die ersten metall, so aus der erden gewunnen. Mathes Sar. 71ᵃ; vier centner kupfer. 71ᵇ; bilder usz kupfer .. gieszen. Maaler 258ᶜ (vgl. kupferbild 1). gediegen kupfer, waschkupfer (aus bachsand gewaschen) Chemn. bergwerkslex. 347ᵃ, rot kupfer, aes sui coloris Schönsl. h 5ᵇ, schwarz, weisz kupfer das., garkupfer, galmeikupfer u. a. in den handel kommt es als plattenkupfer (kupfer in blatten geschlagen Stieler), barrenkupfer, scheibenkupfer u. a.
b)
mit dem art. wird auch eine bestimmte art oder ein stück bezeichnet: chalcolibanon (in der offenb. 1) .. welches .. ein schön poliert kupfer von Libano gewesen ist. Math. Sar. 71ᵃ. oder eine bestimmte menge:
wie mit den alten thalern schwer ...
ein kluger fürst der münzt sie ein
und thut ein tüchtigs kupfer drein.
Göthe 13, 111.
c)
daher auch im plur., von mehreren arten oder stücken: da schon die kupfer zu der zeit noch mit galmei oder zin nit sein geferbet oder vermenget gewesen, wie unser glockenspeise. Mathes. 71ᵃ; die meisten kupfer, so man in disen landen machet, seigert, vertreibet und verarbeit, sind ungerische kupfer. das.; die kinstöck aber, also nennet man die kupfer, von denen das plei kommen und noch nicht gar sein .. 71ᵇ; die silber von den kupfern (gewonnen) werden .. nach dem spiegel verkauft. das. so noch jetzt im hüttenwesen.
d)
kupfer und gold in gegensatz, aus der mhd. zeit her eine beliebte zusammenstellung zur bezeichnung des echten und unechten:
nicht viel geschreis und wenig wollen,
als oft thun die narren und vollen (trunkenen),
und golt geheiszen und kupfer gelten,
und voren loben und hinten schelten u. s. w.
fastn. sp. 743, 6,
d. h. gold versprechen und kupfer bezahlen, die verbindung stammt wesentlich aus dem handels- und münzwesen;
das thut der unverstand, weil mancher büffel zwar
hat einen groszen kopf, doch bregens (gehirns) nicht ein haar,
sieht kupfer an für gold ... die kötel für muscaten.
Rachel 8, 45.
mhd. war das noch mehr entwickelt (s. die wbb.), kupfer schlechthin für täuschung, betrug, gleich kunterfeit (s. d.); vergl. unter dem adj. kupfer unten die vergulte kupfere ketten als beschämendes geschenk für verräter, und noch Langbein unter kupferbatzen. Joh. Rothe im ritterspiegel 1013 sagt dem herabgekommenen adel nach, ihr gold, das sie an den kleidern tragen, sei mit kupphir gemengit, und nennt es dann ihr kupphirn golt. man meinte übrigens, kupfer könne zu gold werden: diʒ erze daʒ ist kupfer, daʒ hât in sîner natûre, daʒ eʒ golt werden mac (wie holz zu stein). Eckhart 334, 1, vgl.daʒ viur brennet ûʒ tem chofer daʒ golt. Diemer 370, 5.
e)
kupfer musz aber auch im weiteren sinne für erz gegolten haben, wie es zuerst er geheiszen zu haben scheint, s. I, e. wie dort aes mit kupfer glossiert wird, so heiszt noch später die kirchenglocke kurz kupfer (II, 2, c), offenbar erz, nicht kupfer. noch heute heiszt engl. das messing yellow-copper, vgl. gelbfarbig kupfer, aes luteum Aler 1257ᵃ, gelbfarb kupfer Schönsl. h 5ᵇ, und die Niederländer brauchen noch koper, wenigstens dichterisch, für erz, bronze, de koperen eeuw, das eherne zeitalter. kupfer überkam also bei seiner einführung von êr, an dessen stelle es trat, auszer dessen engerem sinne auch den allgemeineren mit.
2)
verarbeitetes kupfer.
a)
gemünztes kupfer, kupfergeld, wie silber, papier für silbergeld, papiergeld: schwedisch gemünzt kupfer, sweden moneyplates. Ludwig 1089, es sind kleine platten mit gepräge;
statt der gehofften goldnen füchse
fand man nur kupfer in der büchse.
Langbein (1812) 2, 137.
engl. copper auch das einzelne kupferstück.
b)
kupfernes geschirr, wie zinn, silber für zinngeschirr, silbergeschirr: das kupfer scheuern, in der küche; verzinnt kupfer, aeramenta incoctilia. Stieler 940; viel zinn und kupfer haben. Ludwig 1089. bei Stieler selbst ein kupfer, aes caldarium, aeramentum, schon im 15. jahrh. eramentum kopper Dief. 207ᵇ, von einem geschirre. so heiszt engl. copper kupfergeschirr und bes. der grosze kupferne kessel in der küche. vgl. küpferling.
c)
selbst von der glocke, das kupfer schwingen, die kirchenglocke läuten, in einem liede des 16. jh.:
ich liesz ir das kupfer schwingen
recht wie man den toten tuͦt.
Uhland 753;
s. dazu I, e und vgl. u. 1, c die stelle aus Mathesius 71ᵃ; aes caldarium, kupfer, glockspeis. Junius 284ᵃ (vgl. kupferspeise). s. auch kupferglocke.
d)
ich weisz nicht ob folg. östr. wort eig. hierher gehört: der kupfer, ein tiefes gefäsz, ein hafen, z. b. eiserne kupfer kaufen, um darin fleisch zu sieden. Höfer 2, 182, der es zu kopf, kufe stellt, vgl. kupfe als nebenform zu kopf gefäsz. das masc. wäre wie u. I, d, das kochgefäsz, kessel, müszte urspr. von kupfer gewesen sein. bair. heiszt der koffer das kupfer Schm. 2, 320.
3)
in der kupferstecherkunst.
a)
der künstler sticht in kupfer (eine kupferplatte, zu 2): die kunst in kupfer zu stechen, chalcographia Stieler 940; Albrecht Türer .. so fündig, künstlich, mit reiszen (skizzieren), malen, stechen, in holz, kupfer .. S. Frank chron. 1536 278ᵇ; noch vil weniger (konnte ich), wie herr mönch Tutilo zu S. Gallen, in kupfer stechen und formen schneiden (von holzschnitt, s. unter kupferstecher). Garg. 247ᵃ, Sch. 465, erzählt ein mönch; wie die Römer ihr stadrecht in kupfer stechen lieszen. Mathes. Sar. 103ᵇ (ir gesetz in zwölf küpfern tafeln stechen lieszen 103ᵃ), jetzt in erz graben, in jener wendung ist uns jetzt das abdrucken notwendig mit enthalten, wie im folg.:
ein mann, der sich auf vielerlei verstund,
that durch den druck in London kund,
dasz er ein seltnes kunststück wüszte ...
liesz einen engen krug und sich in kupfer stechen u. s. w. (als placat).
Gellert fabeln 3. buch (Hanns Nord);
wie oft hat man diese wackern helden gemahlt und in kupfer gestochen! auch uns wird diese ehre widerfahren. Göthe 15, 52. von einer schönen handschrift sagt man, sie sei wie in kupfer gestochen.
b)
auch man bringt etwas in kupfer, es kommt in kupfer (zu kommen II, 11): die bilderschul, welche die gottsfürchtige sächsische helden in kupfer haben bringen lassen .. dasz daraus die jugend .. unterrichtet werde. Schuppius 50; hatte der possessor ihm vorgenommen, diese emblemata in kupfer kommen zulassen und dabei kurzweilige meditationes zu setzen, dasz man .. es wie ein stammbuch brauchen könne. 49. dativisch in kupfer abbilden u. ä.: meine mutter hatte in ihrem leben von tyrannen kaum gehört, doch erinnerte sie sich in Gottfrieds chronik dergleichen unmenschen in kupfer abgebildet gesehen zu haben. Göthe 48, 92.
c)
diesz in kupfer erscheint auch für sich gleich in kupfer gestochen, nur dasz dort kupfer in den dativ übertritt: übrigens erinnerte mich ihre .. gesichtsbildung an das bildnis ihres bruders, das wir in kupfer kennen. Göthe 28, 140; von einem, der ein kupferiges gesicht hat (s. 4), sagt ein bair. witzwort der wird gewiss heilig, er geht bei lebzeiten schon in kupfer raus. Schm. 2, 320, kommt 'in kupfer' heraus, wie ein heiligenbild (vgl.helgen u. ä., heiligen, für bilder überhaupt oben 4², 831). auch im kupfer, obwol das auch zum folg. gehören kann:
das tischtuch wartet stets, bis es der kirmstag wasche ...
und ist von hünerbrüh so schön illuminirt,
wie sich Schlaraffenland im kupfer praesentirt.
Günther 980,
vgl. illuminirte kupfer nachher.
d)
auch ein kupferstich selbst oder kupferbild, kupferblatt, kupferstück heiszt kurz ein kupfer (Stieler 940): sie hat mich mit der Cleopatra beschenket, und mir mit bleistift etwas angenehmes unter das kupfer geschrieben. Gellert (1784) 8, 58; eine einleitung .. zur mineralogie mit vielen illuminirten und schwarzen kupfern. Göthe 43, 378; unter den neuern kupfern, die du geschickt hast, waren vier bis fünf Albrecht Dürers. an Lavater s. 98. der plur. bei Steinbach 1, 950 mit umlaut, schöne küpfer. dazu titelkupfer, modenkupfer in modejournalen, monatskupfer in almanachen Göthe 15, 279 u. a.; s. auch kupferbild, kupferbuch, kupferladen, kupferleisten, küpferchen.
4)
kupfer im scherz von einem pfinnigen gesicht Frisch 1, 558ᵃ, kupfer im gesicht, finnen Reinwald henn. id. 2, 77, ein allgemeines witzwort; wo man stets .. unmässig isset und trinket .. da geht die wirthschaft den krebsgang .. die mobilien werden verzehrt, und bleibt nichts über als das kupfer auf der nase. Abr. a S. Clara. Der witz weiter ausgeführt mit kupfer handeln, Rädlein 572ᵇ, noch bair., ein rotes finniges gesicht haben Schm. 2, 320 (kupferhandel Rädlein, Krünitz 55, 457): es stund einer dort, der albereit mit kupfer anfing zuhandeln. Simpl. 3, 185 Kz., ein trinker; welche kost ihme so trefflich in kurzer zeit zuschlug, dasz er einen zimlich rothen kamm bekam, auch mit kupfer zu handeln sich merklich hervor that. 2, 295; pfui! der dicke Bacchusbruder! nein, der handelt zu stark mit kupfer. das bärtigte frauenz. 85. franz. heiszt der ausschlag couperose f., d. i. cupri rosa (vitriol, eig. kupferrose) Frisch franz. wb. 1719 1, 434.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2757, Z. 14.

kupfer

kupfer
als adj., für. kupfern, so auffallend es ist, nach folg. nicht zu bezweifeln: könig Gelautwig verehrt den verrhätern vergulte kupfere ketten, anzuzeigen wie sie weren (s. u. kupfer II, 1, d). Garg. 264⁴, Sch. 499, bei Dasypod. 'kupfere, cuprinus' 369ᶜ (im lat. theile 46ᵈ kupferen); kupfer geld, kupfer seelmess. H. Sachs 3, 3, 75ᵈ; wie aber die Cainiter ire rohe und unpolirte kupfer und eiserne geschirr hatten. Mathes. Sar. 70ᵇ; vgl. noch aus Luxemburg bei Gangler 246 'eng koffer nois' (das letzte mit groszem anfangsbuchst.), eine kupferne nase. in 'kupfer geld, kupfer arbeit', auch kupfer waar bei Aler 1257ᵃ mag der bindestrich vergessen sein, aber doch vielleicht nur, weil ein adj. kupfer auch in Cöln bekannt war. vgl. auch u. kupferblech, kupferasche, und 'einen kupfern gewerb' unter kupfergewerb, aus welchem häufigen kupfern gleich kupfernen sich das aufkommen von kupfer als nom. begreifen liesze.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2759, Z. 77.

kupfern, küpfern

kupfern, küpfern,
verb. zu kupfer.
1)
kupfern gleich küpferlen, kupferenzen: des unlieblichen kupferenden geschmacks wegen. Ryff spieg. d. ges. 1574 117ᵇ.
2)
küpfern, vom vitriol: nun ist sein prob an dem, dasz er wol küpfere auf dem eisen. Paracelsus 1, 1050ᵇ (das. die küpferung auf dem eisen), kupfer niederschlage. vgl. kupfergrün als grünspan und kupferplantsche.
3)
kupfern, mit kupfer beschlagen, überziehen, versehen u. ä., engl. to copper, franz. cuivrer; besonders gekupferter schiffsboden (s. kupferboden), gekupferter dreimaster u. ä.; nl. schiff met eenen gekoperden bodem, engl. kurz copper-bottomed. in der färberei, gekupferter indigo, mit einem kupferichten schimmer. Auch verkupfern, überkupfern (verküpferet Frisius 52ᵃ).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2765, Z. 64.

kupfern, küpfern

kupfern, küpfern,
adj., cupreus.
1)
mhd. kupferîn, küpferîn, später, z. b. bei Megenberg kupferein, bair., z. b. von pfenningen (d. h. silbermünzen):
peit, freunt, wie ist den zweien geschehen?
'mich dunket, wie sie kupfrein sehen'.
fastn. sp. 272, 22,
d. h. gefälscht sind, s. unter kupfermünze, kupfergeld. noch in dem Nürnb. voc. 1482 kupferein cupreus r 8ᵇ, ja noch im 18. jh. davon kupfereinen gleich kupferenzen (s. d.).
2)
gekürzt in der endung
a)
kupferin, z. b. kupferin hafen, ereum vas, daneben kupfrin cupreus voc. inc. teut. o 1ᵇ, und im ganzen 16. jh. und länger: wie dann in Böhmen, Etschland .. gschicht, dʒ man mit geringer kupferiner münz einander zufrid stelt. S. Frank chron. (1536) 1, 298ᵃ, d. h. mit schlechtem silbergelde; in einer kupferin blatten. Garg. 283ᵃ (Sch. 534), ohne endung, wie schon mhd. z. b. eine guldîn katzen Walther 82, 17 (s. Haupt zu Erec s. 416); in ein kupferin gefesz. Spreng Aen. (1625) 184ᵃ; cupferin gelt, cupferin hafen Henisch, kupferin Schönsleder h 5ᵇ.
b)
küpferin, z. b. küpferin gält, aes Maaler 255ᶜ, Frisius 52ᵃ; als auch sein (des kaisers Vespasian) angesicht selber anzögt, das geschlagen ist uf den küpferin pfennigen .. Pauli sch. u. ernst c. 189 (s. 128 Öst.); hölzin oder küpferin gelt, hölzin seelmesz. Frank sprichw. 2, 65ᵇ (vorher grosz presentz machen andechtig priester); wenn er deine gestalt sehen wirt, so wirt er ein küpferin und ein güldene person verwechslen. buch d. liebe 209ᵈ. noch bei Denzler blosz küpferin, kupferin.
c)
noch weiter gekürzt kupferen ereus Diefenb. 207ᶜ aus der gemmula, also mrh., cuprinus Dasyp. 46ᶜ, oberrh., wie nrh. in der Cölner gemma coperen Dief. 207ᶜ, und nl. noch heute koperen, z. b. eene koperen tabaksdoos; s. auch küpferen unter 3, b. auch nd. kopperen Dief. 163ᵇ, cupperen nov. gl. 124ᵃ, jetzt koppern br. wb. 2, 848.
3)
daraus endlich das heutige kupfern.
a)
kupfern schon im 16. jh., unmittelbar aus jenem kupferen gekürzt (schon früh im 15. jh. koppern in Frankfurt, s. kupfer I, c): diser kupfern todenkasten. Garg. 31ᵇ, Sch. 45, als nom. sg., ohne endung wie u. 2, a; die pleyene und kupferne münze sampt den kupfernen seelmessen. Mathes. Sar. 68ᵃ; kupfern geld, kupfern seelmessen. Lehman flor. 1, 88, Schottel 1145ᵃ; münz, die kaum den zwanzigsten theil einer gerechten münz am gehalt des silbers, sondern viel kupferne zuschlag hatten. Abele gerichtsh. 1, 81; kupferne dachrinnen mit drachenköpfen. Comenius orb. p. 2, 111. Bemerkenswert ein kupferner, der ein kupfern gesicht und nase hat (s. sp. 2759), Hofmannswaldau bringt die grabschrift 'eines kupfernen, so im kupferwesen gestorben' (d. h. in der zeit des schlechten kupfernen geldes im 30 jähr. kriege):
es war zu meiner zeit das kupfer hochgeacht,
und mancher ofentopf zu pfennigen gemacht.
aus furcht, ich möchte noch um meine nase kommen,
so hab ich meinen sitz hierunten eingenommen.
poet. grabschriften 76.
es ist wie kupferig, z. b.: man hat mir gesagt, sie (die marquise de Richelieu) sei kupferig worden, welches wol sein könte, denn sie seüft brav. Elis. Ch. v. Orl. (1871) 196.
b)
aber auch küpfern, wie vorhin küpferin, als zwischenform natürlich auch küpferen (M. Kramer nl. wb. Nürnb. 1719 2, 129ᵇ), daher auch küpfren:
(nasen) gleiszet und rot, küpfren und högret.
H. Sachs 1, 530ᵇ,
in der ausg. 1590 397ᵇ küpfern:
wa ir küpfern heiligen findt,
dieselben nit zu eren sindt.
die regel hat mir nie gefelt (mich nie im stich gelassen):
küpfern seelmesz küpfern gelt.
Murner luth. narr 74 Sch.;
von der ehrnen oder küpfernen schlangen. Mathesius 70ᵃ, küpferne tiegel 74ᵇ, zwölf küpfern tafeln 103ᵃ (aber auch kupferne altar 74ᵇ); küpferne mariengroschen. Weise erzn. 20; küpfern geld. Canitz (1734) 230. noch Stieler, Ludwig, Steinbach, Frisch geben blosz küpfern (blosz kupfern Rädlein, Aler), Adelung 'kupfern, im gemeinen leben küpfern'.
c)
in md. form küppern, wie noch im volksmunde, so früher bei schriftstellern, z. b.: küppern geld, küppern seelmessen. Schuppius 795; vgl.kupper für kupfer (I, c).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2765, Z. 77.

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„küpfern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCpfern>, abgerufen am 24.07.2021.

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