Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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kupfern, küpfern

kupfern, küpfern,
adj., cupreus.
1)
mhd. kupferîn, küpferîn, später, z. b. bei Megenberg kupferein, bair., z. b. von pfenningen (d. h. silbermünzen):
peit, freunt, wie ist den zweien geschehen?
'mich dunket, wie sie kupfrein sehen'.
fastn. sp. 272, 22,
d. h. gefälscht sind, s. unterkupfermünze, ↗kupfergeld. noch in dem Nürnb. voc. 1482 kupferein cupreus r 8ᵇ, ja noch im 18. jh. davon kupfereinen gleich kupferenzen (s. d.).
2)
gekürzt in der endung
a)
kupferin, z. b. kupferin hafen, ereum vas, daneben kupfrin cupreus voc. inc. teut. o 1ᵇ, und im ganzen 16. jh. und länger: wie dann in Böhmen, Etschland .. gschicht, dʒ man mit geringer kupferiner münz einander zufrid stelt. S. Frank chron. (1536) 1, 298ᵃ, d. h. mit schlechtem silbergelde; in einer kupferin blatten. Garg. 283ᵃ (Sch. 534), ohne endung, wie schon mhd. z. b. eine guldîn katzen Walther 82, 17 (s. Haupt zu Erec s. 416); in ein kupferin gefesz. Spreng Aen. (1625) 184ᵃ; cupferin gelt, cupferin hafen Henisch, kupferin Schönsleder h 5ᵇ.
b)
küpferin, z. b. küpferin gält, aes Maaler 255ᶜ, Frisius 52ᵃ; als auch sein (des kaisers Vespasian) angesicht selber anzögt, das geschlagen ist uf den küpferin pfennigen .. Pauli sch. u. ernst c. 189 (s. 128 Öst.); hölzin oder küpferin gelt, hölzin seelmesz. Frank sprichw. 2, 65ᵇ (vorher grosz presentz machen andechtig priester); wenn er deine gestalt sehen wirt, so wirt er ein küpferin und ein güldene person verwechslen. buch d. liebe 209ᵈ. noch bei Denzler blosz küpferin, kupferin.
c)
noch weiter gekürzt kupferen ereus Diefenb. 207ᶜ aus der gemmula, also mrh., cuprinus Dasyp. 46ᶜ, oberrh., wie nrh. in der Cölner gemma coperen Dief. 207ᶜ, und nl. noch heute koperen, z. b. eene koperen tabaksdoos; s. auch küpferen unter 3, b. auch nd. kopperen Dief. 163ᵇ, cupperen nov. gl. 124ᵃ, jetzt koppern br. wb. 2, 848.
3)
daraus endlich das heutige kupfern.
a)
kupfern schon im 16. jh., unmittelbar aus jenem kupferen gekürzt (schon früh im 15. jh. koppern in Frankfurt, s.kupfer I, c): diser kupfern todenkasten. Garg. 31ᵇ, Sch. 45, als nom. sg., ohne endung wie u. 2, a; die pleyene und kupferne münze sampt den kupfernen seelmessen. Mathes. Sar. 68ᵃ; kupfern geld, kupfern seelmessen. Lehman flor. 1, 88, Schottel 1145ᵃ; münz, die kaum den zwanzigsten theil einer gerechten münz am gehalt des silbers, sondern viel kupferne zuschlag hatten. Abele gerichtsh. 1, 81; kupferne dachrinnen mit drachenköpfen. Comenius orb. p. 2, 111. Bemerkenswert ein kupferner, der ein kupfern gesicht und nase hat (s. sp. 2759), Hofmannswaldau bringt die grabschrift 'eines kupfernen, so im kupferwesen gestorben' (d. h. in der zeit des schlechten kupfernen geldes im 30 jähr. kriege):
es war zu meiner zeit das kupfer hochgeacht,
und mancher ofentopf zu pfennigen gemacht.
aus furcht, ich möchte noch um meine nase kommen,
so hab ich meinen sitz hierunten eingenommen.
poet. grabschriften 76.
es ist wie kupferig, z. b.: man hat mir gesagt, sie (die marquise de Richelieu) sei kupferig worden, welches wol sein könte, denn sie seüft brav. Elis. Ch. v. Orl. (1871) 196.
b)
aber auch küpfern, wie vorhin küpferin, als zwischenform natürlich auch küpferen (M. Kramer nl. wb. Nürnb. 1719 2, 129ᵇ), daher auch küpfren:
(nasen) gleiszet und rot, küpfren und högret.
H. Sachs 1, 530ᵇ,
in der ausg. 1590 397ᵇ küpfern:
wa ir küpfern heiligen findt,
dieselben nit zu eren sindt.
die regel hat mir nie gefelt (mich nie im stich gelassen):
küpfern seelmesz küpfern gelt.
Murner luth. narr 74 Sch.;
von der ehrnen oder küpfernen schlangen. Mathesius 70ᵃ, küpferne tiegel 74ᵇ, zwölf küpfern tafeln 103ᵃ (aber auch kupferne altar 74ᵇ); küpferne mariengroschen. Weise erzn. 20; küpfern geld. Canitz (1734) 230. noch Stieler, Ludwig, Steinbach, Frisch geben blosz küpfern (blosz kupfern Rädlein, Aler), Adelung 'kupfern, im gemeinen leben küpfern'.
c)
in md. form küppern, wie noch im volksmunde, so früher bei schriftstellern, z. b.: küppern geld, küppern seelmessen. Schuppius 795; vgl.kupper für kupfer (I, c).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2765, Z. 77.

kupfern, küpfern

kupfern, küpfern,
verb. zu kupfer.
1)
kupfern gleich küpferlen, kupferenzen: des unlieblichen kupferenden geschmacks wegen. Ryff spieg. d. ges. 1574 117ᵇ.
2)
küpfern, vom vitriol: nun ist sein prob an dem, dasz er wol küpfere auf dem eisen. Paracelsus 1, 1050ᵇ (das. die küpferung auf dem eisen), kupfer niederschlage. vgl.kupfergrün als grünspan und kupferplantsche.
3)
kupfern, mit kupfer beschlagen, überziehen, versehen u. ä., engl. to copper, franz. cuivrer; besonders gekupferter schiffsboden (s.kupferboden), gekupferter dreimaster u. ä.; nl. schiff met eenen gekoperden bodem, engl. kurz copper-bottomed. in der färberei, gekupferter indigo, mit einem kupferichten schimmer. Auch verkupfern, überkupfern (verküpferet Frisius 52ᵃ).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2765, Z. 64.

kupfern, küpfern

kupfern, küpfern,
adj., cupreus.
1)
mhd. kupferîn, küpferîn, später, z. b. bei Megenberg kupferein, bair., z. b. von pfenningen (d. h. silbermünzen):
peit, freunt, wie ist den zweien geschehen?
'mich dunket, wie sie kupfrein sehen'.
fastn. sp. 272, 22,
d. h. gefälscht sind, s. unterkupfermünze, ↗kupfergeld. noch in dem Nürnb. voc. 1482 kupferein cupreus r 8ᵇ, ja noch im 18. jh. davon kupfereinen gleich kupferenzen (s. d.).
2)
gekürzt in der endung
a)
kupferin, z. b. kupferin hafen, ereum vas, daneben kupfrin cupreus voc. inc. teut. o 1ᵇ, und im ganzen 16. jh. und länger: wie dann in Böhmen, Etschland .. gschicht, dʒ man mit geringer kupferiner münz einander zufrid stelt. S. Frank chron. (1536) 1, 298ᵃ, d. h. mit schlechtem silbergelde; in einer kupferin blatten. Garg. 283ᵃ (Sch. 534), ohne endung, wie schon mhd. z. b. eine guldîn katzen Walther 82, 17 (s. Haupt zu Erec s. 416); in ein kupferin gefesz. Spreng Aen. (1625) 184ᵃ; cupferin gelt, cupferin hafen Henisch, kupferin Schönsleder h 5ᵇ.
b)
küpferin, z. b. küpferin gält, aes Maaler 255ᶜ, Frisius 52ᵃ; als auch sein (des kaisers Vespasian) angesicht selber anzögt, das geschlagen ist uf den küpferin pfennigen .. Pauli sch. u. ernst c. 189 (s. 128 Öst.); hölzin oder küpferin gelt, hölzin seelmesz. Frank sprichw. 2, 65ᵇ (vorher grosz presentz machen andechtig priester); wenn er deine gestalt sehen wirt, so wirt er ein küpferin und ein güldene person verwechslen. buch d. liebe 209ᵈ. noch bei Denzler blosz küpferin, kupferin.
c)
noch weiter gekürzt kupferen ereus Diefenb. 207ᶜ aus der gemmula, also mrh., cuprinus Dasyp. 46ᶜ, oberrh., wie nrh. in der Cölner gemma coperen Dief. 207ᶜ, und nl. noch heute koperen, z. b. eene koperen tabaksdoos; s. auch küpferen unter 3, b. auch nd. kopperen Dief. 163ᵇ, cupperen nov. gl. 124ᵃ, jetzt koppern br. wb. 2, 848.
3)
daraus endlich das heutige kupfern.
a)
kupfern schon im 16. jh., unmittelbar aus jenem kupferen gekürzt (schon früh im 15. jh. koppern in Frankfurt, s.kupfer I, c): diser kupfern todenkasten. Garg. 31ᵇ, Sch. 45, als nom. sg., ohne endung wie u. 2, a; die pleyene und kupferne münze sampt den kupfernen seelmessen. Mathes. Sar. 68ᵃ; kupfern geld, kupfern seelmessen. Lehman flor. 1, 88, Schottel 1145ᵃ; münz, die kaum den zwanzigsten theil einer gerechten münz am gehalt des silbers, sondern viel kupferne zuschlag hatten. Abele gerichtsh. 1, 81; kupferne dachrinnen mit drachenköpfen. Comenius orb. p. 2, 111. Bemerkenswert ein kupferner, der ein kupfern gesicht und nase hat (s. sp. 2759), Hofmannswaldau bringt die grabschrift 'eines kupfernen, so im kupferwesen gestorben' (d. h. in der zeit des schlechten kupfernen geldes im 30 jähr. kriege):
es war zu meiner zeit das kupfer hochgeacht,
und mancher ofentopf zu pfennigen gemacht.
aus furcht, ich möchte noch um meine nase kommen,
so hab ich meinen sitz hierunten eingenommen.
poet. grabschriften 76.
es ist wie kupferig, z. b.: man hat mir gesagt, sie (die marquise de Richelieu) sei kupferig worden, welches wol sein könte, denn sie seüft brav. Elis. Ch. v. Orl. (1871) 196.
b)
aber auch küpfern, wie vorhin küpferin, als zwischenform natürlich auch küpferen (M. Kramer nl. wb. Nürnb. 1719 2, 129ᵇ), daher auch küpfren:
(nasen) gleiszet und rot, küpfren und högret.
H. Sachs 1, 530ᵇ,
in der ausg. 1590 397ᵇ küpfern:
wa ir küpfern heiligen findt,
dieselben nit zu eren sindt.
die regel hat mir nie gefelt (mich nie im stich gelassen):
küpfern seelmesz küpfern gelt.
Murner luth. narr 74 Sch.;
von der ehrnen oder küpfernen schlangen. Mathesius 70ᵃ, küpferne tiegel 74ᵇ, zwölf küpfern tafeln 103ᵃ (aber auch kupferne altar 74ᵇ); küpferne mariengroschen. Weise erzn. 20; küpfern geld. Canitz (1734) 230. noch Stieler, Ludwig, Steinbach, Frisch geben blosz küpfern (blosz kupfern Rädlein, Aler), Adelung 'kupfern, im gemeinen leben küpfern'.
c)
in md. form küppern, wie noch im volksmunde, so früher bei schriftstellern, z. b.: küppern geld, küppern seelmessen. Schuppius 795; vgl.kupper für kupfer (I, c).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2765, Z. 77.

kupfern, küpfern

kupfern, küpfern,
verb. zu kupfer.
1)
kupfern gleich küpferlen, kupferenzen: des unlieblichen kupferenden geschmacks wegen. Ryff spieg. d. ges. 1574 117ᵇ.
2)
küpfern, vom vitriol: nun ist sein prob an dem, dasz er wol küpfere auf dem eisen. Paracelsus 1, 1050ᵇ (das. die küpferung auf dem eisen), kupfer niederschlage. vgl.kupfergrün als grünspan und kupferplantsche.
3)
kupfern, mit kupfer beschlagen, überziehen, versehen u. ä., engl. to copper, franz. cuivrer; besonders gekupferter schiffsboden (s.kupferboden), gekupferter dreimaster u. ä.; nl. schiff met eenen gekoperden bodem, engl. kurz copper-bottomed. in der färberei, gekupferter indigo, mit einem kupferichten schimmer. Auch verkupfern, überkupfern (verküpferet Frisius 52ᵃ).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2765, Z. 64.

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Zitationshilfe
„küpfern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCpfern>, abgerufen am 09.08.2020.

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