Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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körnicht, körnig

körnicht, körnig,
granosus, mhd. kürnic? s. kürnig unter 3. nl. korenachtig Kilian, nnl. korlig (s. unter korn I, c), jene form auch rhein. und alemann. (vgl. unter kieselhaft): kornechtig granosus Alberus Pp 4ᵇ, Dasypod. 366ᵇ, kornächtig Maaler 249ᵇ.
1)
aus körnern bestehend, in körnerform:
schauer körnigen eises (hagelkörner).
Göthe 12, 53;
die .. gestalten, zu denen ihre theile sich krystallinisch und körnig an einander reihen. Humboldt kosm. 1, 165. öfter mit einem andern adj. zusammen, wie groszkörnicht, kleinkörnicht, grobkörnig, feinkörnig, vollkörnig, wahnkörnig u. a.
2)
diesz vom metall, körnicht gold, auri ramenta graviora Golius und Chytraeus cap. 15, Stieler 122, gold in körnern (s. körnen 4): dieses silber, dieses gold ist in flötzen und quärzen, stämmicht und körnicht in hiesigen reichen gefilden anzutreffen. Opitz 2, 264, in gediegnen körnern.
3)
diesz bildlich, gediegen, gehaltvoll, doch auch mit anlehnung an 'korn und schrot' der münzen, und unter vermischung mit dem naheliegenden kernig, kernhaft: wie denn in und neben den gebirgen allezeit kürniger und tauerhaftiger leut sein. Mathesius 2ᵃ, derbere; ein gar schönes carmen eines körnigen poeten. Schuppius 691; die unschuld soll so etwas süszes, so etwas körnichtes, so etwas von der braunen kruste sein, dasz ich nicht gern eine frau nehmen möchte welche diesen leckerbissen bereits verschenkt hätte. Möser 9, 110 (verm. schr. 2, 35); ein körniger charakter;
huldigt körnigem tiefsinn.
Platen 2, 195.
besonders von der sprache: seine (Logaus) worte sind .. nachdrücklich und körnicht, wenn er lehrt ... Lessing 5, 297; wer wird nicht lieber eine körnichte, wolklingende prosa hören wollen, als matte, geradebrechte verse? 7, 86; körnichte redensarten. 6, 80; der gute körnichte vortrag. Herder fragm. 3, 26; naiv körnicht deutsch. 32; ihre herrlichen, oft harten, mehr körnigen als blumigen briefe. J. Paul Tit. 3, 24. dän. kornet.
4)
siliginosus, kornig. voc. inc. teut. n 4ᵇ, nd. kornik Dief. 533ᶜ, von korn roggen.
5)
nrh. coernich, vynnich, vinnicosus, nevosus. Teuth. 57ᵇ. s. korn II, 10.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1826, Z. 65.

kürnig

kürnig
gleich körnig, s. d. 3; es verhält sich zu korn, wie kirnig zu kern. Auch von fischen: alle junge kürnige in frischem brunnenwasser lebende fischlen. Wirsung arzneib. (1572) 512; musz oder wil man aber die nieszen (fische essen, als kranker), so nim, die kürnig gebretes seind, als forchen, hecht, grundlen, bersich. 171, gebretes gleich gebrates, gebratens unter bratens (s. dazu köchet 2, c).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2814, Z. 75.

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Zitationshilfe
„kürnig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCrnig>, abgerufen am 26.07.2021.

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