Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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kürren

kürren,
gleich kurren und kirren: rauschet und kürret. Petr. 108ᵇ; die hausthür zu nacht aufheben, das sie nit kürren. Pauli sch. u. e. Augsb. 1546 38 (vgl. unter kurren 1, a); crepitaculum, das ist kürren, krischen .. rauschen des wassers. Thurneisser erdgew. 130; wann das pulfer zwischen henden oder fingern kürret. Fronsperger kriegsb. 1, 152ᵇ; si tobt, si wütt, sie schreit, sie kürret ... Simplic. alberner briefsteller (1725) 10. selbst neben murren (s. unter kurren 1, c): fahen sie von stund an zu murren und kürren wider iren fürgenger. Mathes. Luther 45ᵇ. andere belege schon unter kirren 1, b und a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2817, Z. 19.

kürren

kürren,
kirre machen, s.kirren.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2817, Z. 18.

kurren

kurren,
stridere, wie kirren, karren.
1)
belege.
a)
knarren, knirren u. ä., mhd. im 14. jh. von der stimme, dem halse (kragen) eines schlechten sängers, in einem singstreite drohl und höhnt einer den andern:
mit mînem sanc sô büeʒ ich dir den dînen huost (so l.),
nu hœre ich wol, dir kurret sêr dîn krage.
Germ. 3, 318.
nhd. zene kurren Petr. 55ᵇ (vgl. kurizen knirschen in der Heanzenmundart Fromm. 6, 335), der räder kurren 26ᵇ. 107ᵇ, thüren: aber es haben die türen von ir gekurret. Terenz 1499 81ᵇ (ihre thür öffnet sich, vergl. 3, b); die die hausthür zu nacht aufheben, dasz sie nit kurren, so die fraw auf die bulschaft wil gon. Pauli sch. u. ernst 36. ein lederkoller (cordubans gleich mhd. kurdewænisch, s. korduan):
Murnern das herz im leibe kracht,
das er so schimpflich ward veracht,
und gieng den ganzen weg und murt,
wie ein cordubans koller knurrt.
Froschmeus. Q 7ᵃ (R 1ᵇ, I, 2, 23).
b)
von thieren; wie eben bei Rollenhagen vom kater (vergl.kurlen), von der sau:
die saw im stall nichts thut dann kurren.
Eyring 3, 451.
aber auch von tauben, girren: wie die tauben in gründen, die alle unternander kurren. Luther Ezech. 7, 16, später in kirren geändert, doch auch in der nd. übersetzung kurren (Heynatz antib. 2, 182); ebenso mnl. tortelduufken, op ene dorre tack (zweig) currende ende suchtende Oudemans 3, 581, vgl. engl. chur unter 2, b. s. auchkurrhahn, ↗kurre.
c)
von menschen, meist mit murren verbunden (wie unter d), hd. wie nd.: leute, die nur murren, kurren, fluchen und schelten, wenn sie arbeiten sollen. Mathesius Syrach 1, 38ᵇ; wer aber darwider murrt, kurrt, verhönt und schlimm darvon redt, der ist gewiss kein gelied der kirchen. J. Nasus kriegs- u. sigspredig E 4ᵇ; doch blieb grosz kurren und murren unterm gemeinen volk. Henneberger preusz. landtafel 94; dieses ding gieng nicht ohne knottern, zanken und keiben ab, sondern sie schalt, murrete und kurrete. Schuppius 294; antworten sie mit schnurrenden, kurrenden, hönischen, schnippischen worten. 348; kurrete und murrete er immer vor sich hin ... ei verflucht! warum nicht gar? Möser phant. 3, 10. nd. z. b.:
mit kurren murren get he hin.
Waldis verl. sohn 237.
d)
kurren des bauchs u. ä.: das stillet das kurren in dem ploden magen. küchenmeist. d 5;
wenn den hunden die beuch kurren,
vil gras essen, greinen und murren,
so blybt selten underwegen,
es volgt bald darauf ein regen.
Leonh. Rynman wetterbiechlin Straszb. 1516 biijᵃ,
mit geringer änderung bei Fischart groszm. 127 (Sch. 647); so ich das hör, kurret mir mein bauch. Züricher bibel 1530 s. 437, Habac. 3, 16 (vulg. conturbatus est venter meus); wo söliche krankheit von verschlosznen und windigen blästen (mhd. blâst) verursachet wirt, wirt sölichs gespürt ... am kurren, ruszen und schryen des buchs. Rüff trostb. 110; wenn einem vollen münch der bauch kurret. Luther 5, 168ᵃ; ja lieben esel, man lasz euch auf dem polster sitzen und lampreten fressen, wenn euch denn der bauch kurret, und ein forz lasset, so dringt uns dahin, es sei ein artikel des glaubens. 1, 548ᵇ; weinrautenwasser getrunken vertreibet das kurren und rumpeln des bauchs. Tabernaem. 402; in den leibern, sonderlich gewissen frauenzimmers, das seltzame kurren, zischen, krehen, bellen. Opitz 2, 278;
wie gnurret, kurret mir der bauch.
Hollonius Freimut C 8.
Wieder auch mit murren zusammen:
und fieng darauf (der magen) sehr an zu murren,
durch den ledigen bauch zu kurren.
Froschmeus. Cc 5ᵇ (II, 2, 13);
liesz mich mein bauch auch nicht zufrieden, er kurrete und murrete ohn unterlasz und gab dadurch zu verstehen, dasz bursch in ihm vorhanden wären, die in freien luft begehrten. Simpl. 1, 104 Kz. (1685 kirrete); der bauch kurret und murret. Olearius pers. ros. 3, 28.
e)
aber auch vom donner: die erd leidet von dem donner, der ihr nach vielem murren und kurren oft eins ans gesicht gibt, dasz ihr das feuer aus den augen springt. Conlin narrnwelt 2, 340.
2)
verbreitung und verwandtschaft.
a)
gegenwärtig ist es noch schweiz., bei Stalder 2, 146 kurren von menschen, knurren, brummen, dazu kurri m. ein knurrtopf, auch kurri-murri, kurrli-murrli (zu kurren und murren); auch engbrüstig husten, dem kurren des magens 1, d ähnlich. auch schwäb. bei Schmid 334 kurren und kuren (vergl. 3), knarren, vom girren der tauben, röcheln und murren, zanken. nd. aus Pommern bei Dähnert 263ᵃ kurren murren, he kurret un murret, er ist ganz störrig.
b)
auch überseeisch: dänisch kurre girren wie tauben (skurre schnarren), schwed. kurra vom schnurren der katzen (s.kurlen), vom knurren im leibe u. ähnl., norw. kurra wie dän., isl. auch murren, murmeln; altn. kurr m. gemurmel, murmelndes reden, auch gerücht (vgl. unter kürmeln 3, a), kurra sich misvergnügt äuszern u. ä., auch lärmen, wie kurr m. lärm, s. Fritzner 372, beides auch altdän. kurre, kurr, s. Molbech dansk gl. 1, 461. Auch in England, schott. churr girren und von ähnlichen vogelstimmen, s. Jamieson suppl. 1, 211ᵃ, nordengl. churring von dem schnurren der auffliegenden rebhühner Halliw. 250ᵃ (nl. kurhoen rebhuhn Oudem. 3, 581), engl. 16. jh. 'chyrme or chur, as byrdes do' 247ᵇ, daher noch churr-worm die werre (vgl. kirren 3, b).
c)
nach dem allen musz es in die germ. vorzeit zurückreichen. es stellt sich nebst den gleichbedeutenden kirren und karren zu dem starken kerren, mhd. und länger ich kirre, ich kar, wir kurren, s. sp. 613, wo mehr (vgl. dazu kirren). wie übrigens dort sich eine form mit qu- zeigte, nhd. oder nd. in quarren und quirren, so auch hier quurren knarren, im äuszersten osten, in der Zips, die thüre quurrt Schröer 86ᵃ, auch nd. vom knurren in den gedärmen Danneil 167ᵇ. s. auch kürren.
3)
bemerkenswert eine form mit langem vocal und einfachem auslaute.
a)
im nd. gebiete: nl. koeren, koerien, gemere instar turturis aut columbae Kil. (vgl. curren unter 1, b); ebenso westf. kueren im 16. jh., murren (s. 1, c): so heft derselve predicante ... vermalediet die up den koningk ... kuerden und muerden. H. Gresbeck von den wiedertäuf. in Münster, geschichtsquellen des bisth. Münster 2, 178, wie kurren und murren oben.
b)
auch oberd.: aber blib, gekuret hat von Glicerio die tür. Terenz 1499 27ᵇ (vgl. unter 1, a), s. unter kirren 1, a; auch mit umlaut, wie kürren: es haben die thür von ir geküret. Schmid schwäb. wb. 334 aus einem Terenz, vgl. schwäb. kuren das. neben kurren.
c)
gestützt wird die form durch gleichgestaltetes kîren, kieren, s. sp. 843, wie gîren neben girren; und ebenso neben karren auch karen (karezen) sp. 211, nl. karien Kil. gleich dem koerien u. a.; der einfache auslaut ist aber das ursprüngliche, s.kerren 1, c.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2815, Z. 52.

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Zitationshilfe
„kürren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCrren>, abgerufen am 11.08.2020.

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