Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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kust

kust
für kunst, s. d. sp. 2666 fg.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2877, Z. 66.

kust, küst

kust, küst
gleich kiste, s. d.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2877, Z. 67.

kust, f., m.

kust, f. m.
subst. zu kiesen.
1)
kust m., geschmack, schweiz., s. unterkost 1, b. c sp. 1846; doch auch f., bildlich: wenn dsach einmal brännte, so könne man ihr mit keinem lieb mehr eine andere kust geben. Gotthelf 13, 177. vgl. küsten.
2)
im voc. theut. 1482 r 8ᵇ kust oder tugent, virtus, oder geslacht, auch kustlicher, tugentlicher, virtualis, und kusthaftiger, tugenthaftiger, virtuosus. das ist ein rest des vielgebrauchten mhd. kust, gen. küste, s. unter kost 2 sp. 1846, kür I, 1, c; wegen der bed. s.kür II, 4, bes. sp. 2789, es ist der gegensatz zu mhd. âkust, auch unkust, nichtsnutzigkeit, schlechtigkeit.
3)
nl. ist ein altes kust erhalten, das auch sonst im rhein. gebiete auftauchen dürfte, te kust en te keur, nach wunsche u. ähnl. (Halma 355ᵇ), kust gleich kür sp. 2786 fg., die beiden subst. von kiesen stabreimend gesellt. ähnlich älter augsb. kust in kustbrot (auch kusprot), s. das stadtb. v. Augsb., h. v. Meyer, s. 245. 195, lat. probaticius panis, kust gleich kür prüfung, gutheiszung sp. 2788.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2877, Z. 68.

küste, f.

küste, f.
ufer, seeufer, gestade, seit dem 17. jh., ein rom. wort, franz. côte, it. span. costa, eig. seite, ursprünglich rippe, das lat. costa, älter franz. coste, daher engl. coast. zu uns wird es über Holland gekommen sein, denn schon Kilian am ende des 16. jahrh. verzeichnete 'kuste, koste, regio, ora, coste' (franz.), sodasz der übertritt des o in ü mit von dort ausgieng; die bedeutung gegend, landstrich, auch vom binnenlande, die den Niederländern schon im 16. 17. jahrh. geläufig ist (s. Oudemans 3, 583), blieb uns fern. nnl. kust, auch dän. kyst, schwed. kust.
1)
das seegestade, zuerst bei Stieler 911, z. b. die spanische küste, dann bei Rädlein 'küste, seeküste, kante, seekante', bei Ludwig längst der küste segeln, die küste bestreichen, auf der küste kreuzen u. ähnl., eine hohe küste, a strand; die goldküste (in Africa) Steinbach 1, 954, immer nur von seegestade, und meist, zuerst wol nur von auswärtigem (das niederd. wort an ort und stelle ist kant). beispiele: sie begaben sich beide zu schiffe, und näherten sich glücklich den küsten von Spanien (auch frz. gern les côtes) ... sie sind noch hundert meilen von Cadix entfernt .. aber sie nähern sich der küste glücklich. Rabener (1755) 4, 81; Stromboli ist ein wunderlicher anblick. eine solche immer brennende össe, mitten im meere ohne weiteres ufer noch küste. Göthe an Carl Aug. 1, 74; gegenseitiges bedürfnis, insonderheit die schwächere gewalt der ankömmlinge auf fernen küsten, gründeten also das erste billigere verkehr der völker. Herder ideen 12, 4 (bd. 11, 60 D.), vorher an den ufern des rothen meeres s. 58, des mittell. meeres 59, es ist von den Phöniciern die rede;
ins unendliche reiszt er (der sturm) ihn hin, die küste verschwindet.
Schiller 76ᵇ (spazierg.).
2)
im vorigen jh. auch von landseen, selbst flüssen, also gleich ufer überhaupt, was doch der gebrauch nicht aufgenommen hat:
da wo vor Ranstädts thor (in Leipzig) der krummen Pleisze wellen
mit stillem sanftem lauf an grüne küsten schwellen.
Zachariä renomm. 6, 78;
vom Lemaner-see hatte sich der nebel schon zurück gezogen, wir sahen den nächsten theil an der diesseitigen küste deutlich. Göthe 16, 235 (br. aus d. Schw.).
3)
bildlich (das leben als meeresfahrt gedacht):
wir haben
des schönen lebens öde küste nur
wie ein umirrend räubervolk befahren ...
Schiller 336ᵃ (Piccol. 1, 4);
wie lagen in der offnen welt die küsten der zukunft so hell vor ihm ... J. Paul Tit. 3, 41; kleine nebel stiegen an der küste des tages auf. Hesp. 3, 142.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2878, Z. 8.

küste, f.

küste, f.
bergmännisch, eine hölzerne krücke (s. d. II, 3, c) mit stiel, auf den plan- und glauchherden gebraucht, s. Adelung, Frisch 1, 560ᵇ, mehr unter kister. die reine form ist kiste rutellum (16. jahrh.) Dief. 504ᶜ, in Frischlins nom. c. 114 kist rutrum ligneum, kistlein rutela, vom ursprung s.kisse.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2878, Z. 54.

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Zitationshilfe
„küst“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCst>, abgerufen am 07.05.2021.

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